Sasse (Adelsgeschlecht)

Sasse (auch Saßen, Zasse o. ä.; lat. Saxo) ist der Name eines erloschenen westfälischen Uradelsgeschlechts.

Geschichte

Das Geschlecht stellte Burgmänner zu Burg Nienborg in Nienborg, heute ein Ortsteil der Gemeinde Heek im westlichen Münsterland.[1] Dort wurde das Hohe Haus, das auf der Wehrmauer der Burg steht und im Kern auf das 14. Jahrhundert zurückgeht, wahrscheinlich 1345 durch Heidenreich von Sasse erbaut. Von der Familie von Sasse ging das Haus im 15. Jahrhundert an den Schwiegersohn Valcke. Auch der Nienborger Burgmannshof Keppelborg aus dem 15. oder 16. Jahrhundert war zwischenzeitlich im Besitz der Familie von Sasse.

1348 verkauften Gerard genannt Zasse, seine Frau Gertrud und ihre Kinder Lubbert, Henrich, Mathias, Meke, Bertradis und Hadwig der Kirche St. Mauritz bei Münster aus ihrem Hof Heberinchof im Kirchspiel Metelen und aus dem Mansen Bromerinck im Kirchspiel Wessem Renten. Zeugen waren die Knappen Mathias Zasse der Ältere und Mathias Zasse der Jüngere, Hermann von Keppel, Sohn des Ritters Henrich von Keppel, Henrich genannt Bever und Rudolph Langhen, Brudder Lubberts Langhen. Mathias de Sasse, seine Frau Margaretha und ihre Söhne Lubbert und Heydenrich gaben 1353 dem Johan van Ghemene das Wiederkaufsrecht für die Vogtei über Smedinch, dat Lohus, Roderinch, Nysinch im Kirchspiel Vreden und Mensinch im Kirchspiel Billerbeck, Ledewynch und Wenninch im Kirchspiel Osterwick, Ludgerynch, Brunynch und Gedevordinch im Kirchspiel Legden, Markenbeke und des Bisscopeshove im Kirchspiel Roxel. Die Urkunde wurde von Mathias und Lubbert de Sasse besiegelt.[2] 1503 kauften Mathias de Zassen und seine Frau Margaretha Grundstücke von Rotger Stael.[3] Noch 1507 erscheint ein Gerdt de Sasse tor Nyenborch als Bürge.[4]

Die Familie erlosch um 1518.[1]

Wappen

Blasonierung: Im oben silbernen, unten goldenen Schild ein roter Balken, darüber ein fünflatziger schwarzer Turnierkragen. Auf dem Helm mit rot-silbernen Helmdecken eine goldene mit zwei schwarzen Balken belegte Kugel, darüber sechs Straußenfedern, abwechselnd rot und silbern.[1]

Anton Fahne berichtet abweichend, dass der Schild in Silber einen roten Balken, darüber den Turnierkragen, zeigt.[3] Auch in Strodtmanns Wappenbuch von 1640 ist das Wappen nur mit einem roten Balken in Silber und dem Turnierkragen dargestellt.[5]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Spießen (1901–1903), S. 110.
  2. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 142u / Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Gemen / Urkunden, Nr. 22, abgerufen am 20. Dezember 2025.
  3. a b Fahne (1858), S. 345.
  4. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, U 143u / Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Hagenbeck / Urkunden, Nr. 378, abgerufen am 20. Dezember 2025.
  5. Strodtmanns Wappenbuch (1640), S. 37.