Sarah Defrise

Sarah Defrise (geboren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Brüssel) ist eine belgische Sopranistin. Auf zeitgenössische Musik spezialisiert, hat sie Werke von Komponisten wie Peter Eötvös, Stefan Prins, Bernard Foccroulle und Olga Neuwirth uraufgeführt.

Leben

Sarah Defrise ist die Tochter zweier Wissenschaftler und wuchs in Watermael-Boitsfort in der Region Brüssel-Hauptstadt auf.[1] Sie studierte französische Literatur an der Université libre de Bruxelles, bevor sie an das Königliche Konservatorium Brüssel (niederländische Abteilung) wechselte, wo sie einen Master of Music erwarb. Anschließend setzte sie ihre Studien bei Daniel Ottevaere an der École normale de musique de Paris fort und erhielt dort ihr Konzertdiplom.[2]

Im Jahr 2020 promovierte sie an der Vrije Universiteit Brussel mit einer Dissertation über die Melodien von Joseph Jongen.[3] Sie ist Mitglied des Kollegiums der Königliche Akademie der Wissenschaften, Literatur und Schönen Künste Belgiens.[4]

Defrise gab ihr Debüt 2014 in der Rolle der Clorinda in La Cenerentola von Gioachino Rossini an der Opéra Royal de Wallonie in Lüttich. 2017 wurde sie beim Festival van Vlaanderen in Gent als junge Entdeckung ausgezeichnet und sang im Duo mit José van Dam und dem Symfonieorkest Vlaanderen unter der Leitung von Jan Latham-Koenig.[5] Ihre Karriere entwickelte sich in Richtung zeitgenössischer Musik und hin zu den Hauptrollen in Bühnenwerken von Peter Eötvös, Jean-Luc Fafchamps und Denis Bosse. Im Jahr 2021 sang sie Aventures et Nouvelles Aventures von György Ligeti zum 95. Geburtstag von György Kurtág im Budapest Music Center.[6] Sie ist auf Bühnen wie der Opéra Royal de Wallonie, dem Théâtre Royal de la Monnaie, dem Grand Théâtre de Genève, der Staatsoper Unter den Linden, dem Nouvel Opéra Fribourg, der Opéra national de Lorraine, dem Théâtre de l’Athénée Louis-Jouvet, der Müpa Budapest und dem Teatro Real in Madrid aufgetreten.[7]

Wettbewerbe und Auszeichnungen

  • 2022: 2021 Young Musician of the Year, Prix Caecilia[8]
  • 2018: Preis für die beste Interpretin beim Internationalen Opernwettbewerb Armel in Budapest[9]
  • 2016: Grand Prix musique contemporaine beim Concours international Enesco in Paris[10]
  • 2013: Stipendium Nany Philippart[11]
  • 2012: Prix jeune espoir féminin beim Concours international de chant lyrique de Vivonne[12]

Hauptrollen

Einzelnachweise

  1. Laurent Graulus: Sarah Defrise, soprano: La découverte de Joseph Jongen m’a fait changer la façon dont j’envisage la musique. In: Radio-télévision belge de la Communauté française. 4. Oktober 2021, abgerufen am 12. Dezember 2025 (französisch).
  2. Sarah Defrise Biografie
  3. Brussels Art Platform
  4. Königliche Akademie der Wissenschaften, Literatur und Schönen Künste Belgiens
  5. Festival van Vlaanderen Programm Ghent Festival 2017
  6. György Kurtág's 95. Geburtstag programm
  7. Sarah Defrise im Opera Base
  8. Young Musician of the Year
  9. Internationaler Opernwettbewerb Armel
  10. Concours international Enesco
  11. Stipendium Nany Philippart
  12. Concours international de chant lyrique de Vivonne
  13. Hamburgische Staatsoper Programm
  14. Theater an der Wien programm
  15. La Monnaie/De Munt Programm
  16. Arabella Teatro Real programme
  17. Opéra Royal de Wallonie Programm
  18. La Monnaie/De Munt Programm
  19. Grand Théâtre de Genève Programm
  20. Staatsoper Unter den Linden Programm
  21. NOF Programm