Santo Sepolcro (Pisa)

Santo Sepolcro (Heilig Grab) ist eine romanische Kirche in der toskanischen Stadt Pisa in Italien.

Die Kirche Santo Sepolcro (italienisch: Chiesa del Santo Sepolcro, wörtlich „Kirche des Heiligen Grabes“) ist ein oktogonaler Kirchenbau in Pisa, Toskana, Italien. Er wurde im frühen 12. Jahrhundert unter der Leitung des Architekten Diotisalvi erbaut.

Historischer Hintergrund

Die älteste schriftliche Erwähnung der kleinen Kirche am Südufer des stammt aus dem Jahr 1113 in der Pisaner Stadtchronik von Bernardo Maragone.[1] Der Architekt ist mit einer Gedenktafel an der Wand des Glockenturms genannt, auf der (in Latein) steht: „Deustesalvet“ (wörtlich „Gott rettet dich“), „der Architekt des Baptisteriums, war der Gestalter des Gebäudes“; wobei der Bau des Baptisteriums gegenüber der Kathedrale erst vierzig Jahre später begonnen wurde (1152). Wahrscheinlich gelang es Diotisalvi zu seinen Lebzeiten nicht mehr als das Erdgeschoss der Taufkirche zu bauen, aber auch der Grundriss des Zentralbaus gilt aufgrund seiner Ähnlichkeiten mit der früher entstandenen Kirche Santo Sepolcro als von ihm entworfen.

Die Kirche verdankt ihren Namen dem Heiliges Grab in Jerusalem, aus dem Reliquien von Erzbischof Dagobert von Pisa zum Ende des Ersten Kreuzzugs 1099 nach Pisa gebracht wurden (nach seiner Amtszeit von 1088 bis 1105, wurde er Lateinischer Patriarch von Jerusalem). Zur Verehrung dieser Reliquien wurde die Kirche gebaut. Sein Ursprung zeigt sich auch in der zentral organisierten Form in einer Form, die an die Kirche des Heiligen Grabes und den Felsendom erinnert, die sich beide im damals von den Christen eroberten Jerusalem befinden.

Beschreibung

Das kleine einstöckige Gebäude liegt in der Nähe des Südufers des Arno (während das Stadtzentrum nördlich liegt). Es hat einen achteckigen Grundriss mit einem Zeltdach auf einer Trommel mit Fenstern. Es nimmt etwa das mittlere Drittel der Gebäudebreite ein und ist ebenso achtseitig. Das Hauptportal und zwei weitere Türen an seiner Nord- und Südseite haben Rundbögen mit Löwenköpfen als Kämpfer für den Zierfries aus Akanthusblättern, der den zweifarbigen Bogen umfasst, die typische Wandverkleidungsform für die mittelitalienische Architektur. Die Kapitelle des Portalrahmens sind romanische Ableitungen der korinthischen Ordnung. Jedes Wandsegment hat zwei kleine Fenster direkt unterhalb des leicht überhängenden, mit Ziegeln gedeckten Dachs. Die Westseite des Gebäudes ist durch einen Renaissancebau abgeschlossen, wobei sogar die Nordtür etwas beeinträchtigt ist. Bis zum 19. Jahrhundert war die Kirche von einem Portikus aus dem 16. Jahrhundert umgeben, vor den drei Türen jeweils von Stufen durchbrochen.

Der unvollendete kleine Glockenturm ist im pisanisch-romanischen Stil mit rechteckigem Grundriss gestaltet.

Der Innenraum

Der Innenraum wird von dem imposanten Kreis aus acht großen, mehrfach abgewinkelten Säulen und Spitzbögen dominiert. Sie tragen die Trommel des Zeltdaches, unter dem auf einer leicht erhöhten Plattform der Altar steht. 1720 erfuhr die Kirche eine Umgestaltung im Stile des Barock. Im 19. Jahrhundert wurden diese Maßnahmen zurückgebaut, so wie der rings um das Gebäude laufende Portikus aus der Zeit der Renaissance (siehe Zeichnung Poussielgues von 1840). Der Innenraum bleibt stark verändert und restauriert.

Zu den weiteren noch verbliebenen Gegenständen aus dem 15. Jahrhundert gehört ein Büstenreliquiar der heiligen Ubaldesca Taccini und ein Tafelbild der Madonna mit Kind. Aus dem 18. Jahrhundert stammen der „ausgezeichnete“ Heilige Ranieri (1775), der Schutzpatron von Pisa, von Giovanni Battista Tempesti (dessen bekannteste Fresken sich in der Kathedrale von Pisa und im Erzbischöflichen Palast befinden)[2] und der Grabstein von Marie Mancini (1639–1715), Nichte Kardinal Mazarins.

Das Museo Nazionale di San Matteo in Pisa beherbergt ein lebensgroßes hölzernes Kruzifix aus der Zeit um 1150–1200, das die Kirche in ihren Anfängen schmückte (Kreuz Nr. 15).

Literatur

Commons: Santo Sepolcro (Pisa) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellenangaben

  1. Es gibt nur ein einziges erhaltenes Manuskript der pisanischen Chronik, das sich in Paris befindet. Italienische Transkription: Bernardo Maragone: Gli Annales Pisani, hrsg. von Michele Lupo Gentile. In: Rerum italicarum scriptores, Neue Folge, Band VI, Teil 2. Zanichelli, Bologna (1930–)1936, S. 14.
  2. ″Tempesti, Giovanni Battista (b Volterra, Aug 9, 1729; d Pisa, 1804)". Grove Art Online, Oxford Art Online, 2003, DOI (englisch).

Koordinaten: 43° 42′ 52,1″ N, 10° 24′ 12,8″ O