Ulanga (Schiff, 1914)

Ulanga
Schiffsdaten
Flagge Deutsches Reich Deutsches Reich
Vereinigtes Konigreich 1801 Vereinigtes Königreich
Deutsches Reich Deutsches Reich
andere Schiffsnamen Santa Clara
Den of Airlie
Schiffstyp Frachtschiff
Heimathafen Hamburg
Eigner Hamburg-Süd
C. Barrie & Sons
DOAL
Bauwerft AG Weser, Bremen
Baunummer 204
Stapellauf 18. April 1914
Indienststellung 6. Juni 1914
Verbleib Brand 1931, Abbruch
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 122,5 m (Lüa)
Breite 16,7 m
Tiefgang (max.) 8,46 m
Vermessung 5537 BRT
 
Besatzung ca. 52 Mann
Maschinenanlage
Maschine 1 Dreifach-Expansionsmaschine
Maschinen­leistung 2500 PS
Höchst­geschwindigkeit 10 kn (19 km/h)
Propeller 1

Die Ulanga war ein deutsches Frachtschiff. Es wurde 1914 als Santa Clara gebaut und überstand den Ersten Weltkrieg in Argentinien. Von 1921 bis 1923 fuhr das in Den of Airlie umbenannte Schiff für die britische Reederei C. Barrie & Sons, woraufhin es die DOAL erwarb und als Ulanga einsetzte. Mit einem Feuer an Bord wurde das schwer beschädigte Schiff 1931 nach Antwerpen eingeschleppt und ausgebrand zum Abbruch verkauft.

Geschichte

Das Schiff lief am 18. April 1914 unter dem Namen Santa Clara für die Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft vom Stapel und wurde am 6. Juni 1914 abgeliefert. Bereits auf der Jungfernreise im August 1914 wurde es vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges überrascht und suchte Zuflucht im argentinischen Hafen Rosario, wo es interniert wurde. Während der Internierung machte die Besatzung im Oktober 1918 die Maschinenanlage unbrauchbar, um eine Nutzung durch die Entente-Mächte zu verhindern.

Im Jahr 1920 wurde das Schiff an die Entente-Mächte übergeben und nach Deutschland geschleppt. Am 12. November 1921 erfolgte die Ablieferung an das Vereinigte Königreich, wo es unter dem Namen Den of Airlie von der Reederei C. Barrie & Sons in Dundee in Dienst gestellt wurde. Am 18. Juli 1923 erwarb die Deutsche Ost-Afrika-Linie (DOAL) das Schiff und setzte es im Frachtdienst zwischen Hamburg und Ostafrika ein. Die DOAL benannte es in Ulanga um, nach einem Fluss im damaligen Tanganjika, dem früheren Deutsch-Ostafrika. Die erste Reise unter dem neuen Namen begann am 18. August 1923.

Brand und Verbleib

Im Jahr 1931 befand sich die Ulanga unter dem Kommando von Kapitän Rack auf der Fahrt von Beira über Marseille nach Hamburg, wo sie am 15. September eintreffen sollte.[1] In der Nähe des Feuerschiffs Westhinder an der belgischen Küste wurde am 5. September ein Schwelbrand festgestellt. Da Rauch und Flammen aus mehreren Laderäumen kamen, wurden die Luken geschlossen und die Ventilatoren abgedichtet. Zudem wurden Dampf und Wasser in die Räume geleitet. Die Maschinen des Schiffes liefen daraufhin mit höchster Kraft und die Rettungsboote waren vorsorglich seeklar. Nach dem Zusammentreffen mit dem Bergungsschiff Hermes kam bei Ankerung vor Vlissingen auch Löschschaum zum Einsatz. Gegen Abend schien die Bekämpfung des Brandes so erfolgreich zu verlaufen, dass Rack die Ulanga nach Antwerpen schleppen ließ. Im Hafen von Antwerpen unterstützte die Feuerwehr die weiteren Löscharbeiten. Am 6. September erfolgte eine Besichtigung des Schiffes durch Brandexperten. Bei der beginnenden Entladung entwich noch immer Rauch. Durch das Löschwasser bekam die Ulanga immer größere Schlagseite. Erst am 8. September, als das Schiff auf der Backbordseite fast bis zur Reling im Wasser lag, erlosch der Brand vollständig. Bis zum 18. September war die Ulanga entladen und in ein Dock geschleppt. Aufgrund der starken Brandschäden wurde sie am 13. Oktober 1931 als reparaturunwürdig zum Abbruch verkauft und anschließend verschrottet. Dies war der einzige Schiffsverlust der DOAL zwischen den Weltkriegen.

In der späteren Untersuchung erachteten ein Sachverständiger und ein Branddirektor eine Selbstentzündung der Ladung (u. a. Baumwolle, Erdnüsse, Kopra und Sisalhanf) als möglich bzw. wahrscheinlich. Das Hamburger Seeamt schloss sich in seinem Spruch vom 27. Oktober 1931 dieser Einschätzung an. Es hatte an den von Kapitän Rack verantworteten Maßnahmen nichts zu beanstanden. Besonders der Einsatz von Löschschaum fand Anerkennung. Der belgischen Feuerwehr sprach das Seeamt ebenfalls anerkennenden Dank aus.[2]

Literatur

  • Arnold Kludas: Die Schiffe der deutschen Afrika-Linien 1880–1945. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg/Hamburg 1975, ISBN 3-7979-1867-4, S. 86.
  • Arnold Kludas: Die Schiffe der Hamburg-Süd 1871 bis 1951. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg 1976, ISBN 3-7979-1875-5, S. 70.
Commons: Ulanga (ship, 1914) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ohne Verfasser: Hafenbericht der Afrika-Linien G.m.b.H. In: Schiffahrt-Listen der Hamburger Börsenhalle. (Beilage von Hamburgischer Correspondent). Ausgabe Nr. 401 vom 29. August 1931, S. 3 (Online im Deutschen Zeitungsportal).
  2. Ohne Verfasser: Seeamt Hamburg. Das Feuer auf dem Dampfer Ulanga. In: Schiffahrt-Zeitung der Hamburger Börsenhalle. (Beilage von Hamburgischer Correspondent), 201. Jahrgang, Ausgabe Nr. 503 vom 28. Oktober 1931, S. 8 (deutsche-digitale-bibliothek.de).