St. Silvester FR

FR ist das Kürzel für den Kanton Freiburg in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens St. Silvester zu vermeiden.
St. Silvester
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Freiburg Freiburg (FR)
Bezirk: Sensew
BFS-Nr.: 2303i1f3f4
Postleitzahl: 1736
Koordinaten: 583249 / 176712
Höhe: 846 m ü. M.
"Zur Schür", Abzweigung Schulweg
Höhenbereich: 683–1269 m ü. M.[1]
Fläche: 7,04 km²[2]
Einwohner: 1064 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 143 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
9,6 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindeammann: Marc Habegger
Website: www.stsilvester.ch
Die römisch-katholische Kirche von St. Silvester
Lage der Gemeinde
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St. Silvester, in der senslerdeutschen Ortsmundart Santifaschtus [ˌsɑntɪˈfɑʃtʊs],[5] zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch Santifaschtels [ˌsɑntɪˈfɑʃtɫ̩s][6] (französisch Saint-Sylvestre; Freiburger Patois Chin Chavithro), ist eine politische Gemeinde des Sensebezirks im Schweizer Kanton Freiburg.

Geographie

St. Silvester liegt auf 846 m ü. M. rund 9 Kilometer (Luftlinie) südöstlich der Stadt Freiburg im Senseoberland. Sie ist die einzige deutschsprachige Gemeinde, deren Gebiet ganz auf der linken, westlichen, Seite der Ärgera liegt.

Die Grenzen der Gemeinde sind die von der Natur gegebenen. Im Norden und Osten trennt das Tal der Ärgera mit steilen Wänden St. Silvester vom Gebiet der Gemeinden Giffers und Plasselb ab. Im Westen bildet der Rüedigrabe einen tiefen Einschnitt und die Grenze zur französischsprachigen Gemeinde Le Mouret. Im Süden und Südosten bildet der Grat der Muschenegg und der Muelersbach die Grenze gegen Plasselb. Ebenfalls zu den Nachbargemeinden gehört im Nordwesten Tentlingen. Der höchste Punkt auf dem Gemeindegebiet bildet die Chrüzflue (1263 m ü. M.), die tiefsten befinden sich jeweils auf 685 m ü. M. in der Nesslera (Bett des Nesslerabachs) bzw. im Bett der Ärgera.

Wappen

Blasonierung: In Blau auf grünem Hügel und zwischen zwei natürlichen Bäumen die Pfarrkirche St.Sylvester in natürlichen Farben.

Das Wappen wurde erst 1941 angenommen und zeigt wie auf einer Fotografie die dem heiligen Silvester geweihte Pfarrkirche auf einem grünen Hügel, flankiert von zwei markanten Bäumen. Diese beiden Bäume rahmten die Kirche auch in Realität ein: Eine alte Winterlinde auf der Seite der Sakristei und eine grosse Ulme beim Haupteingang, die 1969 bzw. 2006 gefällt werden mussten. Die Bäume wurden durch zwei neue Linden ersetzt.[7]

Geschichte

Der Ort, an dem heute die Pfarrkirche steht, wurde im frühen Mittelalter Baselgin genannt. Die älteste erhaltene Erwähnung des Namens St. Silvester datiert auf das Jahr 1148 und bezeichnet eine Kapelle, die Papst Silvester I. geweiht war. Diese Kapelle war weitherum in der Gegend bekannt, weshalb der Name St. Silvester später auch die ganze Umgebung der geweihten Stätte bezeichnete. Der heilige Silvester wird als Patron für den Schutz der Tiere und ihres Futters angerufen. Noch heute ist es in der Gemeinde üblich, am Patronstag Opferfigürchen (Fraueli, Mannli, Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen, Schweine und Hühner) auf den Opfertisch zu legen. Der heilige Silvester wird als Fürbitter gebeten, er möge Gottes Schutz für Mensch und Tier, Haus und Hof erwirken.

Von 1630 bis 1859 gehörte St. Silvester zur Pfarrei Giffers, seither bildet es eine eigene Pfarrei. 1630 wurde St. Silvester ein Schrot von Giffers, der sogenannte Muschels-Schrot. Das heutige Dorf St. Silvester wurde bis in die 1960er-Jahre als Zur Schür benannt. Ein eigentliches Dorf mit Namen St. Silvester gab es bis da nicht.

Brauchtum

Das Fest des Namenspatrons wird am Silvestertag mit einem feierlichen Hochamt in der Kirche gefeiert. Zu diesem Anlass erhält der Pfarrer einen grossen Käselaib und einen Schinken. Diese Gaben werden traditionellerweise von den Pächtern des Spitelvorschis (Spitalvorsasses), das sich hinter St. Silvester auf Gebiet der Gemeinde Plasselb befindet, und des Spittel Gantrisch (Spitalgantrisch) im Muscherenschlund in der Gemeinde Plaffeien gespendet. Die Tradition geht auf ein Gelübde zurück, das anlässlich einer Viehseuche ausgesprochen wurde. Dieses Lobamt wird nachweislich schon seit mindestens 1680 abgehalten.[8]

Bevölkerung

Mit 1064 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) gehört St. Silvester zu den kleineren Gemeinden des Kantons Freiburg. Von der Bevölkerung sind 94,8 % deutsch- und 4,3 % französischsprachig (Stand 2000). St. Silvester zählte im Jahr 1900 596 Einwohner. Im 20. Jahrhundert pendelte die Bewohnerzahl zwischen 600 und 800 Einwohnern. Seit dem Jahr 1990 (830 Einwohner) ist ein deutliches Bevölkerungswachstum feststellen, insbesondere in den 1990er-Jahren und seit dem Jahr 2020. Die Bevölkerung ist mehrheitlich katholisch.

Einwohnerzahlen: Volkszählungsdaten[9][10]

Verkehr

Die Gemeinde liegt abseits der Hauptverkehrsstrassen, ist aber über eine Stichstrasse, die von der Verbindungsstrasse zwischen Le Mouret und Giffers abzweigt, gut erreichbar. Durch die Buslinie Nr. 130 der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (Transports publics fribourgeois, TPF), die von Giffers nach St. Silvester führt, ist die Gemeinde werktags an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.[11]

Literatur

Commons: St. Silvester – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
  5. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 794.
  6. Karl Stucki: Die Mundart von Jaun im Kanton Freiburg. Lautlehre und Flexion (= Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik X). Huber, Frauenfeld 1917 (Digitalisat).
  7. Geschichte - Wappen. Gemeinde, St. Silvester, abgerufen am 2. November 2025.
  8. Holzfigurenopfer in St. Silvester
  9. Martin Schuler: Kanton Freiburg - Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 15 kB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 2. November 2025.
  10. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 2. November 2025 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  11. 20.130 Giffers - St. Silvester. In: www.oev-info.ch. 16. September 2024, abgerufen am 2. November 2025.