Sanborn-Flughund
| Sanborn-Flughund | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pteropus mahaganus | ||||||||||||
| Sanborn, 1931 |
Der Sanborn-Flughund (Pteropus mahaganus) ist ein auf den nördlichen Salomon-Inseln verbreitetes Fledertier in der Familie der Flughunde. Er zählt, je nach Abhandlung zu einer Artengruppe, die nach dem Kleinen Roten Flughund (Pteropus scapulatus) oder dem Mortlock-Flughund (Pteropus pelagicus) benannt ist.[1][2][3]
Merkmale
Das schwanzlose Tier erreicht eine Körperlänge von 190 bis 235 mm, eine Unterarmlänge von 126 bis 153 mm sowie ein Gewicht von 325 bis 550 g und ist damit mittelgroß innerhalb der Gattung Pteropus. Die Hinterfüße sind 40 bis 50 mm lang und die Ohren erreichen 22 bis 25 mm Länge. Der Kopf ist durch eine schmale Schnauze mit dunklen röhrenförmigen Nasenöffnungen gekennzeichnet. Die Augen besitzen eine rotbraune Regenbogenhaut und die Harre am Kopf sind gelbbraun bis braun. Um die Schultern bilden längere Haare einen gelbbraunen Mantel, wobei Büschel auf den Schultern rotbraun sind. In das braune Fell der Oberseite sind einige gelbliche und olivfarbene Haare eingemischt. Die gelbbraune Unterseite wird zur Leistenregion hin heller. Trotz fehlenden Schwanzes ist eine Schwanzflughaut vorhanden, die von den Fersenspornen (Calcar) gehalten wird. Der Sanborn-Flughund hat schwärzliche Flughäute, kleine molare Zähne und Kerben an verschiedenen Zähnen.[3]
Verbreitung
Dieser Flughund lebt auf den Inseln Bougainville und Buka, die zu Papua-Neuguinea zählen, sowie auf den Inseln Choiseul, Santa Isabel und Tanabuli innerhalb der Salomonen. Er erreicht meist 200 oder selten 500 Meter Höhe. Alle Reviere zusammen sind etwa 15.200 km² groß und auf etwa 50.000 km² verteilt. Die Art hält sich in tropischen Wäldern und in Plantagen auf, in denen meist Kokosnüsse angebaut werden.[4]
Lebensweise
Im Gegensatz zu vielen größeren Flughunden bildet die Art keine Kolonien. Sie ruht am Tage einzeln oder in kleinen Gruppen im Blattwerk oder in Baumhöhlen.[4] Die Nahrung besteht aus jungen Kokosnüssen und vermutlich aus Nektar von Blüten der Palme Metroxylon salomonense. Auf Santa Isabel wurde im März ein Weibchen mit aktiven Zitzen angetroffen.[3]
Gefährdung
Die Umwandlung der Wälder in Ackerland oder Bergbaugebiete, in denen Nickel abgebaut wird, wirken sich negativ aus. Unvorhersehbare Ereignisse, wie Tsunamis, können in kurzer Zeit viele Exemplare töten. Im Jahr 2016 war der Sanborn-Flughund zahlreich. Er wird von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) gelistet.[4]
Weblinks
- Farbtafel mit Flughunden, unter Figures, Sanborn-Flughund mit Nr. 140
Einzelnachweise
- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Pteropus mahaganus).
- ↑ Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Band 1. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, S. 264–271, ISBN 0-8018-5789-9.Pteropus
- ↑ a b c Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 138 (englisch, Pteropus mahaganus).
- ↑ a b c Pteropus mahaganus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017. Eingestellt von: Lavery, T.H., 2016. Abgerufen am 3. Oktober 2025.