Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgung

Die Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgung (SASE) war eine Studiensammlung der Entsorgungswirtschaft. Sie wurde 1997 aus der Branche der Städtereiniger und Kommunaltechnik-Hersteller als gemeinnützige GmbH (gGmbH) gegründet. Seit 2003 hatte die SASE ihren Standort in der Max-Planck-Straße in Iserlohn. Zum 31. Dezember 2025 hat die SASE ihren Betrieb eingestellt.

Beschreibung

Hauptaufgabe der SASE war das Sammeln, Sichten, Auswerten und Sichern von archivischem Material aus den Themenbereichen Städtereinigungstechnik und Entsorgungswirtschaft. Darüber hinaus präsentierte die SASE die Geschichte der Abfallsammlung in Form einer Dauerausstellung auf über 3500 m² Fläche. In einer weiteren Ausstellung erfuhr der Besucher Details über den Zusammenhang von Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz. Ergänzt wurden die Ausstellungen durch ein umweltpädagogisches Programm für Kinder und Jugendliche. Dazu gehörte auch ein seit 2017 jährlich stattfindender „KinderKlimaTag“.

Als weltweit erste Einrichtung dieser Art wendete sich die SASE sowohl an eine breite Öffentlichkeit als auch an das Fachpublikum. Sie machte das Wissen der Entsorgungswirtschaft allgemein nutzbar und bildete eine Plattform für Begegnungen zwischen Entsorgungsspezialisten, öffentlicher Verwaltung und Politik. Die SASE war damit einerseits eine private Bildungseinrichtung und andererseits ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit der Entsorgungswirtschaft.

Ab Mitte 2003 wurden die Ausstellungseinheiten kontinuierlich ausgebaut und an aktuelle Fragestellungen und Themen der Abfallsammlung und Entsorgungswirtschaft angepasst. Vor der COVID-19-Pandemie lag die Besucherzahl bei jährlich rund 6500 Personen. Im vorletzten Jahr ihres Bestehens konnten um die 8500 Besucher gezählt werden.

Die SASE ist 2010 durch das Deutsche Institut für Normung e. V. mit dem DIN-Preis „Nutzen der Normung“ ausgezeichnet worden. Grundlage für die Auszeichnung war ein Beitrag über den Müllgroßbehälter 240, seine historische Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung der Normung.[1]

Im September 2025 wurde bekannt, dass die Sammlung aus Städtereinigung und Entsorgung zum Ende des Jahres 2025 geschlossen wird.[2][3] Der letzte Geschäftsführer und wissenschaftliche Leiter der SASE, Dr. Dirk Wiegand, hat am 27. Oktober 2025 die letzten offiziellen Führungen durch die Dauerausstellung der SASE gegeben.[4]

SASE – Haus der Städtereiniger

Die SASE arbeitete eng zusammen mit anderen wissenschaftlichen Institutionen wie der Fachhochschule Südwestfalen (FHSWF), der Fachhochschule Gelsenkirchen, verschiedenen Ministerien des Landes NRW, dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE), dem Verband Arbeitsgeräte- und Kommunalfahrzeugindustrie (VAK), der Gütegemeinschaft Abfall- und Wertstoffbehälter (GGAWB), dem Normenausschuss Kommunale Technik (NKT). Das Haus der Städtereiniger ist auch der Standort der Deutschen Abfallwirtschaftsbibliothek.

SASE – Forum der Städtereiniger

Das „Forum der Städtereiniger“ beherbergte als Tagungszentrum SASE Seminarräume sowie einen Vortragssaal.

SASE – Dauerausstellung

Die SASE hatte sich die Aufgabe gestellt, die Frage nach dem „Warum“ und dem „Wie“ der Städtereinigung zu beantworten, d. h. welche Rahmenbedingungen und Anforderungen zu welchen Lösungen in den Bereichen Abfallsammlung und Abfalltransport, Straßenreinigung und Kanaldienste geführt haben. Die Darstellung der Technik, der Organisation und die Veränderung der Arbeitsabläufe war ebenso Ziel wie das Herausarbeiten der komplexen Einflussfaktoren aus Politik, Recht, Gesellschaft und Stadtentwicklung.

Die Exponate – z. B. über 40 Fahrzeuge, Funktionsmodelle, Installationen, Dokumente und Erläuterungen in Bild und Text – bildeten einzelne Ausstellungseinheiten und zeigten die Entwicklungslinien der Technik und Rahmenbedingungen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Die Ausstellung war selbsterklärend konzipiert. Durch die verschiedenen Vermittlungsebenen – von „Mitmach-Aktionen“ bis zu komplexen Grafiken – konnten Führungen für Gruppen auf Kenntnisstand, Alter usw. abgestimmt werden.

Die Ausstellung gliederte sich in folgende Einheiten:

  • Grundlagen
  • Stadtentwicklung
    • Geschichte der Stadt und Stadthygiene vom Mittelalter bis zur Gegenwart
  • Abfallsammlung und Abfalltransport
    • Von den systemlosen Anfängen bis zum Höhepunkt der System-Ascheabfuhr
    • Der Weg zur Entsorgungswirtschaft und zum Umweltschutz
    • Kreislaufwirtschaft und Entsorgungslogistik
    • Ressourcenmanagement
  • Kanaldienste / Nassbereich
    • Vom Schlammabfuhrwagen und Handarbeit zum automatisierten Hochdruckspül- und Saugfahrzeug
  • Straßenreinigung
  • Logistik

Im Jahr 2018 wurde die Ausstellung modernisiert und erweitert. Neben den bisherigen Schwerpunkten stellte die neue Ausstellung den Beitrag der Abfallwirtschaft zum Klimaschutz vor. Zusätzliche Exponate, Modelle und Schautafeln veranschaulichten die Inhalte und Zusammenhänge der Ausstellung. Das von der SASE geführte Branchenarchiv umfasste die Überlieferung des VPS wie auch seines Nachfolgers BDE. Der Fotobestand, der sich unter anderem aus den Beständen der Hersteller FAUN, Haller und Ochsner zusammensetzte, hatte im Jahr 2022 ein Volumen von mehr als 140.000 Fotografien und rund 1000 Filme aus dem Bereich Abfall- und Entsorgungswirtschaft. Digital waren circa 130.000 Fotografien im Zugriff sowie mehrere hundert Filme.

Einzelnachweise

  1. Deutsches Institut für Normung: Nutzen der Normung - Preisträger 2010, abgerufen am 19. Juli 2011
  2. Müll-Museum in Iserlohn vor dem Aus: SASE muss schließen bei wdr.de
  3. Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung vom 16. Oktober 2025
  4. https://www.ikz-online.de/lokales/iserlohn/article410319731/iserlohner-sase-bedauern-bei-den-letzten-besuchern.html

Koordinaten: 51° 22′ 30,8″ N, 7° 40′ 6,4″ O