Salomon Jüdel

Salomon Isaac Jüdel oder Salomon Jüdell (geboren vor 1798 in Peine; gestorben nach 1829) war ein deutscher Kaufmann, Wechsel-Händler und Fürstlich Lippischer Hofagent.[1]

Leben

Der im 18. Jahrhundert im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg wohlhabend gewordene Mann war 1798 in der Calenberger Neustadt vor Hannover Eigentümer des Hauses Calenberger Straße 186, in dem er sein Ladengeschäft betrieb.[1]

Um die sogenannte „Franzosenzeit“ im Königreich Westphalen geriet Jüdel im September 1810 in einen Konflikt mit dem hannoverschen Krameramt, da er – vor der Einführung der Patentverfassung – durch die Eröffnung eines zweiten Ladens in Hannovers Altstadt Am Markte gegen die alte Verfassung der hannoverschen Kaufmanns-Gilde verstoßen hatte, zumal Jüdel dort auch Tuche anbot. Sein im Dezember 1810 gestellter Antrag, in der Kommune als beeidigter Auktionsverwalter tätig werden zu dürfen, wurde abgelehnt.[1]

Religiös vertrat Jüdel die traditionellen Werte der hannoverschen Synagogengemeinde: Als deren Deputierter richtete er gemeinsam mit Leffmann Herz Cohen, Abraham Herz Cohen, David Jacqes und Ezechiel Simon eine Petition an die französische Regierung, durch die die Rücknahme der regierungsamtlich verordneten neuen Synagogenordnung vom 24. September 1810 bewirkt werden sollte. In der Folge blieb der bisherige Ritus in Hannover unverändert.[1]

Nach der Erhebung Kurhannovers zum Königreich Hannover wurde Jüdel im Jahr 1817 der Titel als Fürstlich Lippischer Hofagent verliehen, er kam aber wenige Jahre später in finanzielle Schwierigkeiten. 1823 verkaufte er sein Haus in der Calenberger Straße an den jüdischen „Negocianten“ Ephraim Meyer, um dann als „Oekonom“ beziehungsweise Gutsbesitzer in das Dorf Döhren zu übersiedeln.[1]

Jüdels Schulden, darunter im Salomon Michael David’schen Fideikommiss, wurden 1825 per „Exekution“ eingefordert. 1829 lebte Jüdel „im Holsteinischen“.[1]

Salomon Jüdel war in erster Ehe mit Breine oder Bresine Daniel verheiratet. Aus seinen beiden Ehen gingen insgesamt 9 Kinder hervor, darunter die späteren Juristen Moritz Jüdell und Marcus Jüdell.[1]

Siehe auch

Archivalien

Archivalien von und über Salomon Jüdel und seine Familie finden sich unter anderem

Commons: Salomon Issac Jüdell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j Sibylle Obenaus: Marcus (Max) Jüdell und Moritz Jüdell In: Werner Meiners, Herbert Obenaus (Hrsg.): Juden in Niedersachsen auf dem Weg in die bürgerliche Gesellschaft. Vorträge des Arbeitskreises Geschichte der Juden in der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen ( = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Bd. 275), Göttingen: Wallstein-Verlag, ISBN 978-3-8353-1533-4 und ISBN 3-8353-1533-1, v. a. S. 59f. und 71