St. Pius (Schippach)
St. Pius ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Schippach, einem Gemeindeteil der Marktgemeinde Elsenfeld im Landkreis Miltenberg (Unterfranken, Bayern). Sie gehört zur Pfarrei St. Pius Rück-Schippach in der Pfarreiengemeinschaft Christus Salvator Elsenfeld im Dekanat Obernburg des Bistums Würzburg. Kirchenpatron ist der heilige Papst Pius X.
Lage
Die Kirche befindet sich am südlichen Ortsrand von Schippach auf 168 m ü. NHN am Nordwesthang der Wendelshöhe (304 m) in beherrschender Lage über dem unteren Elsavatal im südwestlichen Spessart. Die Kirche liegt 250 Meter südöstlich und 25 Höhenmeter oberhalb der alten Pfarrkirche St. Antonius von Padua.
Baugeschichte
Sakramentskirche
Auf Initiative des von der Schippacher Seherin und Mystikerin Barbara Weigand gegründeten „Eucharistischen Liebesbundes“ wurde Anfang 1914 mit dem Bau einer „Sakramentskirche“ begonnen. Geplant war ein kolossaler neobarocker Kuppelbau, der von einer goldenen Monstranz hätte bekrönt sein sollen. Dem Bauvorhaben wurde im November 1915 vom Bischöflichen Ordinariat des Bistums Würzburg wegen religiöser Bedenken die kirchliche Bewilligung entzogen. Im März 1916 wurde der Bau polizeilich eingestellt. Entgegen der Prophezeiungen Weigands wurde der Bau, auch aus finanziellen Gründen, in den Jahrzehnten danach nicht weitergeführt. Auf dem Gelände liegen noch zahlreiche behauene Steinquader aus dieser Zeit.
Neubau
Erst 1954 hob der Würzburger Bischof Julius Döpfner das Bauverbot auf. Der Salvatorianerorden übernahm das Baugelände und ließ ab April 1959 ein modernes Kirchengebäude errichten, das am 2. Oktober 1960 als Pfarrkirche der neu errichteten Pfarrgemeinde St. Pius Rück-Schippach geweiht wurde. Der Würzburger Dombaumeister Hans Schädel gestaltete in Zusammenarbeit mit dem Architekten Fritz Ebert den halbkreisförmigen Rundbau über den Fundamenten der Sakramentskirche aus ineinandergreifenden Raumschalen mit indirekt belichtenden Glasfronten und Lichtbändern zum flach geneigten Pultdach in Schalbeton mit Sandsteinverkleidung. 1962 wurden der Kirche ein oktogonaler Kapellenanbau in Betonskelettanbauweise mit bemalten Glasflächenfenstern sowie ein Konventsgebäude der Salvatorianer angefügt, ein gestreckter zweigeschossiger Flachdachbau mit sandsteinverkleidetem Erdgeschoss und verputztem vorkragendem Obergeschoss. 2010 wurde neben dem Kirchengebäude ein Campanile errichtet, der ein sechsstimmiges Geläute enthält.
Die Kirche ist unter der Denkmalnummer D-6-76-121-34 als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen.
Literatur
- Eva Marie Schlicht: Barbara Weigand und „ihre“ Sakramentskirche. In: Dies.: Die Marktgemeinde Elsenfeld mit den Ortsteilen Rück, Schippach und Eichelsbach. Verlagsdruckerei Schmidt Neustadt a. d. Aisch, Hrsg. Markt Elsenfeld 1990, S. 363–373 (besonders S. 364–366).
Weblinks
- Kirchbaudatenblatt
- Information zum Glockenturm auf createsoundscape.de, abgerufen am 30. September 2025
- Pfarrei St. Pius Rück-Schippach
- Sakramentskirche in Schippach auf barbara-weigand.de, abgerufen am 1. Oktober 2025
Koordinaten: 49° 49′ 35,5″ N, 9° 12′ 19,6″ O