Saint-Viateur (Montreal)
Saint-Viateur (auch: Saint-Viateur d'Outremont) ist ein römisch-katholisches Kirchengebäude in der kanadischen Stadt Montreal. Die Kirche befindet sich an der Avenue Bloomfield im Arrondissement Outremont. Gewidmet ist sie dem 390 als Einsiedler verstorbenen Viator von Lyon.
Geschichte
Saint-Viateur wurde 1902 als älteste Pfarrkirche der 1895 zur Stadt erhobenen Siedlung „jenseits des Mont Royal“ gegründet. Den unmittelbaren Anlass für den 1911 begonnenen Kirchenbau bildete der 1910 von Erzbischof Paul Bruchési in Montreal einberufene 21. Eucharistische Weltkongress. Mit Planung und Ausführung des Kirchenbaus wurden die beiden Montrealer Architekten Louis-Zéphirin Gauthier und Joseph-Égilde-Césaire Daoust beauftragt. Die Weihe der Kirche fand am 26. Oktober 1913 statt.
Architektur
in neugotischen Formen errichtete Querhausbasilika mit asymmetrischer Zweiturmfassade. Neben dem seitlichen Turmportal ist im Mittelteil der Fassade eine übergiebelte Dreiportalgruppe angeordnet, bekrönt von einem sechsbahnigen Fenster in reichem Maßwerk, über dem die Statue des Titelheiligen angebracht ist. Der transparent wirkende Kirchenraum ist über schlanken Säulen mit reichen Blattkapitellen von Kreuzrippengewölben mit zusätzlichen Scheitelrippen überdeckt. Der in sieben Seiten des Zwölfecks geschlossene Chorraum ist von einem Umgang umgeben.
Ausstattung
Die Ausmalung der Kirche übernahm der seit 1914 in Montreal tätige Künstler Guido Nincheri (1885–1973). Im Vierungsgewölbe schuf er die Darstellung der Seligpreisungen der Bergpredigt. Von ihm stammten ferner die Entwürfe der in den Jahren 1914 bis 1916 ausgeführten Glasfenster, die dem Leben des Hl. Viator bzw. der eucharistischen Reformen des Papstes Pius X. gewidmet sind.
Orgel
Die Kirche erhielt 1913 als opus 520 ihre Orgel durch die Orgelbaufirma Casavant Frères. Eine Restaurierung unter Erweiterung um sechs Register erfolgte 1991 durch die Orgelbaufirma Guilbault-Thérien (St-Hyacinthe). Die Orgel ist in einem geteilten Prospekt seitlich des Fassadenfensters aufgestellt. Sie besitzt die folgende Disposition:[1]
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P
- Suboktavkoppeln: II/I, II/II
- Superoktavkoppeln: II/I, II/II
Einzelnachweise
- ↑ Angaben zur Orgel auf der Website musiqueorguequebec
Literatur
- André Croteau: Les belles églises du Québec: Montréal. Édition du trécarré, Saint-Laurent 1996, ISBN 2-89249-662-4, S. 140–143.
Weblinks
Koordinaten: 45° 31′ 1,2″ N, 73° 35′ 56,4″ W