Saint-Valery-en-Caux

Saint-Valery-en-Caux
Staat Frankreich Frankreich
Region Normandie
Département (Nr.) Seine-Maritime (76)
Arrondissement Dieppe
Kanton Saint-Valery-en-Caux (Hauptort)
Gemeindeverband Côte d’Albâtre
Koordinaten 49° 52′ N, 0° 42′ O
Höhe 0–80 m
Fläche 10,47 km²
Einwohner 3.851 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 368 Einw./km²
Postleitzahl 76460
INSEE-Code 76655
Website www.ville-saint-valery-en-caux.fr

Saint-Valery-en-Caux ist eine französische Gemeinde mit 3851 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Seine-Maritime in der Region Normandie. Sie liegt an der Alabasterküste, einem Teil der französischen Ärmelkanalküste. Sie ist Hauptstadt des Pays de Caux Hauptort des gleichnamigen Kantons.

Geografie

Die Gemeinde liegt jeweils 30 Kilometer von den Häfen Dieppe und Fécamp entfernt. Östlich und westlich des Ortes erheben sich steile Kreideklippen. Der geschützte Hafen beherbergt neben Fischerbooten vor allem Yachten.

Geschichte

Der Ort wurde erstmals im Jahr 990 urkundlich als Besitz der Benediktinerabtei von Fécamp erwähnt.

Als sich Frankreich im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung befand, kapitulierte hier 1940 die von den deutschen Truppen eingeschlossene britische 51st (Highland) Division. Im Kriegsverlauf wurden große Teile des Ortes zerstört. Am 17. Januar 1945 ereignete sich in Saint-Valery-en-Caux ein schwerer Eisenbahnunfall: Der Bahnhof von Saint-Valery-en-Caux bildete das Streckenende und war so ein Kopfbahnhof. Ein Zug überfuhr den das Gleis abschließenden Prellbock. 84 Menschen starben, 226 wurden verletzt.[1] Am 1. September 1944 konnte der Ort befreit werden.[2]

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Das Fachwerkhaus Maison Henri IV am Hafen stammt aus dem Jahr 1540 und beherbergt ein Museum und eine Touristeninformation.
  • Ein kleiner Leuchtturm an der Hafeneinfahrt stammt aus dem Jahr 1872.

Denkmäler

Auf der östlichen Klippe erinnert ein Gedenkstein an die britische 51. (Highland) Infanterie-Division. Daneben erinnert ein weiteres Denkmal an Dieudonné Costes und seinen Copiloten, die am 2. September 1930 auf der Route von Paris nach New York den Ort überflogen.

Partnerstädte

Inverness in Schottland und Sontheim an der Brenz in Deutschland sind Partnerstädte von Saint-Valery-en-Caux.

Bildergalerie

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus zählt heute zu den wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen. So befindet sich unterhalb der Kreidefelsen bei der Hafeneinfahrt ein gut ausgestatteter und kostenpflichtiger Wohnmobilstellplatz, der Platz für 20 Fahrzeuge bietet.

Sechs Kilometer südwestlich des Ortes liegt das Kernkraftwerk Paluel.

Söhne und Töchter

Commons: Saint-Valery-en-Caux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Peter W. B. Semmens: Katastrophen auf Schienen. Eine weltweite Dokumentation. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71030-3, S. 114.
  2. Jérémie Halais: Chroniques de la Libération : du Débarquement à Nuremberg. Éditions Larousse, Paris 2025, ISBN 978-2-03-607628-0, S. 129.