Said Karimulla Said Wachidullah Chalili

Said Karimulla Chalili
Voller Name Said Karimulla
Said Wachidullah Chalili
Verband Russland Russland
Geburtstag 2. September 1998 (27 Jahre)
Geburtsort Pereswet
Größe 178 cm
Gewicht 68 kg
Karriere
Beruf Athlet
Verein CSK Moskau
Trainer Juri Kaminski
Debüt im IBU-Cup 1. März 2019
IBU-Cup-Siege 1 Staffelsieg
Debüt im Weltcup 10. Januar 2020
Weltcupsiege 1 Staffelsieg
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × 0 × 1 ×
WM-Medaillen 0 × 0 × 1 ×
EM-Medaillen 0 × 2 × 1 ×
JOS-Medaillen 0 × 0 × 1 ×
JWM-Medaillen 3 × 2 × 1 ×
YWM-Medaillen 0 × 2 × 0 ×
JEM-Medaillen 2 × 1 × 0 ×
RM-Medaillen 6 × 5 × 4 ×
 Olympische Winterspiele
Teilnehmer für Olympia ROC
Bronze 2022 Peking Staffel
 Biathlon-Weltmeisterschaften
Bronze 2021 Pokljuka Staffel
 Biathlon-Europameisterschaften
Silber 2020 Minsk Mixedstaffel
Silber 2021 Duszniki-Zdrój Sprint
Bronze 2021 Duszniki-Zdrój Einzel
 Olympische Jugend-Winterspiele
Bronze 2016 Lillehammer Verfolgung
 Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften
Silber 2017 Brezno Einzel
Silber 2017 Brezno Staffel
Gold 2018 Otepää Staffel
Bronze 2018 Otepää Einzel
Gold 2019 Brezno Staffel
Silber 2019 Brezno Sprint
Gold 2020 Lenzerheide Staffel
Silber 2020 Lenzerheide Verfolgung
 Biathlon-Junioreneuropameisterschaften
Gold 2018 Pokljuka Einzel
Silber 2018 Otepää Sprint
Gold 2019 Sjusjøen Mixedstaffel
 Russische Meisterschaften
Bronze 2021 Chanty-Mansijsk Staffel
Gold 2022 Ufa Verfolgung
Silber 2022 Tjumen Staffel
Bronze 2022 Tjumen Sprint
Bronze 2022 Ufa Großer Massenstart
Silber 2023 Rybinsk Supersprint
Silber 2023 Ischewsk Superverfolgung
Silber 2023 Uwat Marathon
Bronze 2023 Ischewsk Einzel
Gold 2024 Tjumen Sprint
Gold 2024 Tjumen Massenstart
Gold 2024 Uwat Marathon
Gold 2025 Djomino Einzel
Gold 2025 Chanty-Mansijsk Sprint
Silber 2025 Chanty-Mansijsk Verfolgung
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup 30. (2021/22)
Einzelweltcup 06. (2021/22)
Sprintweltcup 42. (2021/22)
Verfolgungsweltcup 28. (2021/22)
Massenstartweltcup 37. (2020/21)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
Einzel 0 0 1
Staffel 1 1 2
IBU-Cup-Bilanz
Gesamt-IBU-Cup 12. (2019/20)
letzte Änderung: 31. März 2025

Said Karimulla Said Wachidullah Chalili (russisch Саи́д Каримулла́ Саи́д Вахидулла́ Халили́, wiss. Transliteration Said Karimulla Said Vachidulla Chalili, auch Karim Chalili/Кари́м Халили́; * 2. September 1998 in Pereswet, Oblast Moskau) ist ein russischer Biathlet. Er ist zweifacher Juniorenweltmeister und gewann sowohl bei den Olympischen Spielen 2022 als auch den Weltmeisterschaften 2021 Bronze mit der Staffel.

Werdegang

Anfänge und Erfolge im Juniorenbereich

Karim Chalilis Vater stammt aus Afghanistan und zog 1993 zum Studieren nach Russland, Chalili selbst war jedoch noch nie im Heimatland seines Vaters. Seine Mutter ist Französischlehrerin. 2008 kam Chalili erstmals mit dem Biathlonsport in Berührung, als er zusammen mit seiner Mutter ein Weltcuprennen im Fernsehen sah. In den folgenden Jahren sah er sich die Wettkämpfe nicht mehr nur im Fernsehen an, sondern war auch vor Ort, machte Fotos und erhielt Autogramme von Top-Athleten. 2010 trat er in einen Biathlonklub in Kontiolahti ein. 2014 begann Chalili schließlich, intensiv zu trainieren, wobei sein erster Trainer in einem Trainingslager in Estland der ehemalige russische Langläufer Jegor Sorin war.[1]

Chalili gab sein internationales Debüt im Rahmen der Olympischen Jugendspiele 2016. Nachdem er im Sprint Sechster wurde, konnte er in der Verfolgung überraschend die Bronzemedaille gewinnen. Seinen nächsten Auftritt hatte er bei den Jugendweltmeisterschaften 2017 und erreichte erneut sehr gute Platzierungen: Im Einzel- und Staffelwettbewerb gewann er jeweils die Silbermedaille, in der Verfolgung belegte er Rang vier. In der Saison 2017/18 wurde der Russe erstmals im IBU-Junior-Cup eingesetzt und konnte unter anderem mit einem zweiten Platz im Sprint von Ridnaun auf sich aufmerksam machen. Die Junioreneuropameisterschaften 2018 wurden zu einem weiteren Erfolg für Chalili, indem er Gold im Einzel und Silber im Sprint gewinnen konnte, bei der Juniorenweltmeisterschaft des gleichen Jahres ergatterte er darüber hinaus mit Wassili Tomschin, Wjatscheslaw Malejew und Igor Malinowski die Goldmedaille im Staffelwettkampf. Seine letzte Saison auf Juniorenebene bestritt Chalili 2018/19, siegte in Prémanon einmal im Juniorcup und belegte in der Endwertung ebenjener Rennserie Rang drei. Wie bereits im Vorjahr konnte er zudem bei den Juniorenweltmeisterschaften überzeugen, er gewann mit Gold in der Staffel und Silber im Sprint erneut zwei Medaillen. Das Debüt im IBU-Cup der Erwachsenen folgte Anfang März 2019 in Otepää, wo er in Supersprint und Sprint die Plätze 15 und 18 erreichte.

Medaillen bei Großereignissen

In der Saison 2019/20 wurde Chalili regelmäßig im IBU-Cup eingesetzt und konnte sich in seinen Leistungen steigern. Er erreichte mehrmals Platzierungen unter den besten Zehn, unter anderem auch einen Podestplatz als Zweiter beim Sprint von Martell hinter Jeremy Finello. Im Januar 2020 gab der Russe beim Sprintrennen in Oberhof seinen Einstand im Weltcup und belegte Platz 61, womit er das Verfolgungsrennen knapp verpasste. Er wurde auch als Startläufer der russischen Staffel eingesetzt, die das Rennen auf dem vierten Rang beendete. Chalilis letzte Juniorenweltmeisterschaften endeten mit der Goldmedaille im Staffelrennen und Silber im Verfolger gewohnt erfolgreich, ähnlich wie seine ersten Europameisterschaften: In allen Individualwettbewerben lief er in die Top 10 und gewann an der Seite von Kristina Reszowa, Wiktorija Sliwko und Eduard Latypow als Schlussläufer der Mixedstaffel die Silbermedaille. Am Saisonende war er schließlich wieder Teil der Weltcupmannschaft und gewann als 25. der Verfolgung von Kontiolahti seine ersten Weltcuppunkte.

Weitere Erfolge ließ Chalili im Winter 2020/21 folgen. Nach zwei missglückten Weltcupstarts im Dezember startete er im IBU-Cup und lief in fünf aufeinanderfolgenden Rennen unter die besten Zehn. Bei den Europameisterschaften gewann er im Sprint hinter Martin Jäger Silber, im Einzel Rang vier. Da der ursprüngliche Sieger Andrejs Rastorgujevs aber im Nachhinein disqualifiziert wurde, rückte der Russe auf den Bronzerang auf. Trotz fehlender Weltcupstarts wurde er daher erstmals für die Weltmeisterschaften nominiert und überraschte nach fehlerfreiem Schießen mit dem sechsten Platz im Einzel. Als Startläufer bestritt er folglich die Männerstaffel und gewann mit dieser hinter den Teams aus Norwegen und Schweden die Bronzemedaille. Einen weiteren Podestplatz mit der Staffel schaffte er im März 2021, als diese beim Weltcup in Nové Město den zweiten Platz belegte. Den Winter 2021/22 begann Chalili im Weltcup, konnte mit Ausnahme eines weiteren Staffelpodestplatzes zunächst nicht an die Vorleistungen anknüpfen. Verbessern konnte er sich am Wochenende von Le Grand-Bornand, als er im Sprint Elfter wurde und sich in der Verfolgung bis auf Rang acht verbesserte. Mitte Januar 2022 feierte der Russe gemeinsam mit Daniil Serochwostow, Alexander Loginow und Maxim Zwetkow in Ruhpolding seinen ersten Weltcupsieg; eine Woche später stieg er in Antholz erstmals in einem Individualwettkampf auf das Podest, als er im Einzel über zwanzig Kilometer hinter Anton Babikow und Johannes Thingnes Bø Rang drei belegte. Infolgedessen war Chalili Teil des russischen Aufgebotes für die Olympischen Spiele und wurde 34. im Einzel sowie dritter mit der Staffel, was mit dem Gewinn der Bronzemedaille einherging. Von den Rennen im Anschluss wurde er gesperrt, da aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine sämtliche Athleten aus Russland sowie Belarus ausgeschlossen wurden.[2]

Seit Ende 2022 läuft Chalili im für die ausgeschlossenen Nationen neu geschaffenen Commonwealth Cup und feierte bereits im Winter 2022/23 einen großen Erfolg, als er hinter Eduard Latypow den zweiten Rang in der Gesamtwertung erreichen konnte. Dabei lief er lediglich ein einziges Mal, beim Massenstart von Sotschi, auf das Podest, klassierte sich aber konstant unter den besten zehn Athleten. 2023/24 fiel der Russe im Gesamtklassement auf Platz zwölf zurück, feierte aber beim saisonschließenden Massenstart in Murmansk und der ebenfalls dort ausgetragenen Mixedstaffel seine ersten Siege. Wieder deutlich erfolgreicher verlief die Saison 2024/25, die er erneut als Zweiter und mit einem Abstand von knapp 200 Punkten auf Gesamtsieger Anton Smolski abschloss. Im Verlauf des Winters lief er fünfmal auf das Podest und siegte dabei sowohl im Kurzeinzel von Minsk als auch im Massenstart von Murmansk. 2024 und 2025 gewann er zudem insgesamt fünf Goldmedaillen bei nationalen Meisterschaften.

Persönliches

Seit August 2024 ist Chalili mit seiner Teamkollegin Anastassija Gorejewa verheiratet, die seinen Nachnamen annahm.[3]

Statistiken

Weltcupsiege

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 15. Jan. 2022 Deutschland Ruhpolding Staffel 1

Weltcupplatzierungen

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixed- und Single-Mixed-Staffeln
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 1 1
2. Platz 1 1
3. Platz 1 2 3
Top 10 2 1 6 9
Punkteränge 3 6 8 2 6 25
Starts 3 16 8 2 6 35
Stand: Saisonende 2021/22

Weltcupwertungen

Ergebnisse bei Biathlon-Weltcups (Disziplinen- und Gesamtweltcup) gemäß Punktesystem:

Saison Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Gesamt
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2019/20 54. 16 77. 16
2020/21 30. 38 56. 28 51. 25 37. 21 48. 112
2021/22 6. 62 42. 60 28. 88 41. 12 30. 222

Olympische Winterspiele

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Männerstaffel Mixedstaffel
Olympische Winterspiele 2022 | China Volksrepublik Peking 34. 3.

Weltmeisterschaften

Ergebnisse bei Weltmeisterschaften:

Weltmeisterschaften Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Jahr Ort Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Männerstaffel Mixedstaffel S.-M.-Staffel
2021 Slowenien Pokljuka 6. 63. 20. 3.

Europameisterschaften

Ergebnisse bei Europameisterschaften:

Europameisterschaften Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Jahr Ort Einzel Sprint Verfolgung Supersprint Mixedstaffel S.-M.-Staffel
2020 Belarus Minsk 8. 6. 7. 2.
2021 Polen Duszniki-Zdrój 3. 2. 16. N/A 7.

Jugend-/Juniorenweltmeisterschaften

Chalili nahm bis 2018 an den Jugend- und ab 2019 an den Juniorenwettkämpfen teil.

Weltmeisterschaften Einzelwettbewerbe Männerstaffel
Jahr Ort Einzel Sprint Verfolgung
2017 Slowakei Osrblie 2. 13. 4. 2.
2018 Estland Otepää 3. 27. 6. 1.
2019 Slowakei Osrblie 34. 2. 4. 1.
2020 Schweiz Lenzerheide 33. 5. 2. 1.

IBU-Cup-Siege

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 23. Jan. 2021 Deutschland Arber Mixedstaffel 1

Junior-Cup-Siege

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 21. Dez. 2018 Frankreich Prémanon Verfolgung

Einzelnachweise

  1. Biathlon Inside - Facebook. 25. Juni 2020, abgerufen am 17. Februar 2021.
  2. Russian and Belarussian biathletes banned from IBU events. IBU, 2. März 2022, abgerufen am 14. Oktober 2025 (englisch).
  3. ohne Titel. Instagram, abgerufen am 14. Oktober 2025.