Sabine Kotzur
Sabine Kotzur (* 1954 in Ost-Berlin[1]) ist eine deutsche Schauspielerin.
Leben
Sabine Kotzur absolvierte ihre Schauspielausbildung von 1974 bis 1978 an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig und schloss diese mit Diplom ab.[2] Während ihrer Ausbildung war sie zwei Jahre am Deutschen Nationaltheater Weimar engagiert.[2]
Anschließend erhielt sie ein Engagement am Schauspielhaus Erfurt, wo sie u. a. mit Christina Emig-Könning, Horst Mentzel, Wolfgang Hagemann und Götz Brandt arbeitete.[1][2] In der Spielzeit 1979/80 trat sie dort unter der Regie von Ekkehard Kiesewetter im Lustspiel Lystratrate von Aristophanes auf.[3] In der Spielzeit 1980/81 war sie unter Kiesewetters Regie als Jeléna Andréjewna in Onkel Wanja zu sehen.[4] In der Spielzeit 1981/82 spielte sie auf der Kleinen Bühne des Erfurter Schauspielhauses die Titelrolle in Fräulein Julie.[5] Zu ihren weiteren Bühnenhauptrollen am Theater Erfurt, wo sie in den 1990er Jahren weiterhin mit Stückverträgen verpflichtet war, gehörten die Molly Bloom in einer Ulysses-Adaption, Nell in Endspiel und die Iokaste in König Ödipus.[6]
Von 1993 bis 2001 gehörte sie zum Stammensemble der Störtebeker-Festspiele auf der Insel Rügen.[2][7][8][9][10][11][12][13][14]
Von 2001 bis 2012 war sie festes Ensemblemitglied am Theater Vorpommern.[1][2] Sie spielte dort unter der Regie von Christina Emig-Könning, Uta Koschel, Matthias Nagatis, Anton Nekovar, Tobias Sosinka und Nils Düwell.[1][6] Am Theater Vorpommern trat sie u. a. als Valerie in Geschichten aus dem Wienerwald, als Arkadina in Die Möwe, als Annie Wilkes in Misery und als Aase in Peer Gynt auf.[1][6][15] In der Spielzeit 2007/08 übernahm sie am Theater Vorpommern die Rolle des Führerschweins Napoleon in einer Bühnenfassung von George Orwells Roman Farm der Tiere.[16]
Sie gastierte außerdem an der Berliner Vagantenbühne, beim „Musical-Winter“ 1996/97 in Straubing und an verschiedenen weiteren Theatern.[2][17] Kotzur wirkte gelegentlich auch in TV- und Kinoproduktionen mit. Sie arbeitete im DEFA-Studio für Synchronisation, als Sprecherin beim Hörfunk und trat mit Chansonprogrammen und mit literarischen Lesungen auf.[2][18] Im November 2025 las sie im Rahmen eines zweitägigen Punk-Festivals Texte des slowenischen Schriftstellers Esad Babačić im Tommy-Weisbecker-Haus in Berlin-Kreuzberg.[19][20] Sie arbeitet auch als Schauspiellehrerin. Sie gibt Sprechunterricht und unterrichtet Einzel-Rollenstudium.[2]
Sabine Kotzur lebt in der Künstlerkolonie Berlin in Berlin-Wilmersdorf.[2][21]
Filmografie (Auswahl)
- 1990: Mondjäger (Fernsehfilm)
- 1992: Gute Zeiten, schlechte Zeiten (Fernsehserie, zwei Folgen)
- 1993: Wolffs Revier: Klassenkeile (Fernsehserie, eine Folge)
- 1994: Polizeiruf 110: Bullerjahn (Fernsehreihe)
- 1999: Einsatz Hamburg Süd: Bannmeile (Fernsehserie, eine Folge)
- 2002: Ein Sack voll Geld (Fernsehfilm)
- 2005: Liebe wie am ersten Tag (Fernsehfilm)
- 2006: Blond: Eva Blond!: Der sechste Sinn (Fernsehserie, eine Folge)
- 2018: Wohin – Von Blättern und Blumen (Whither: Of Leaves and Flowers, Kurzfilm)
- 2018: Der Enkel (Kurzfilm)
- 2025: What Liba felt (Kurzfilm)
- 2025: Der Zürich-Krimi: Borchert und der Schlüssel zum Mord (Fernsehreihe)
Weblinks
- Sabine Kotzur bei IMDb
- Sabine Kotzur bei filmportal.de
- Sabine Kotzur bei Crew United
- Sabine Kotzur bei Filmmakers
- Sabine Kotzur bei der Filmcommission Berlin-Brandenburg
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Sabine Kotzur bei Filmmakers. Vita und Profil Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e f g h i Sabine Kotzur. Vita. Offizielle Internetpräsenz StageFactory Berlin. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Lysistrate. Programmheft Nr. 4, Städtische Bühnen Erfurt 1979/80.
- ↑ Onkel Wanja. Programmheft, Premiere 22. November 1980, Spielzeit 1980/81, Heft 14.
- ↑ Erfurter Premiere für „Fräulein Julie". Aufführungskritik. In: Neues Deutschland vom 11. November 1981, Seite 4.
- ↑ a b c Sabine Kotzur bei schauspielervideos.de. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Die Kreuzritter. Foto mit Norbert Braun, Sabine Kotzur, Wolfgang Lippert, Freiluft-Theater in Ralswiek, Störtebeker-Festspiele (2000). Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Kampf um Stockholm, Störtebeker-Festspiele 1994. Programmheft.
- ↑ Sturm auf Gotland, Störtebeker-Festspiele 1995. Programmheft.
- ↑ Piraten der Westsee, Störtebeker-Festspiele 1996. Programmheft.
- ↑ Das Schwert des Henkers, Störtebeker-Festspiele 1997. Programmheft.
- ↑ Gesprengte Ketten, Störtebeker-Festspiele 1998. Programmheft.
- ↑ Die Kreuzritter, Störtebeker-Festspiele 2000. Programmheft.
- ↑ Hamburg – Hanse – Henker, Störtebeker-Festspiele 2001. Programmheft.
- ↑ Hannes Rittig und Sabine Kotzur anlässlich einer Probe zum Stück GESCHICHTEN AUS DEM WIENERWALD im Theater Greifswald. Probenfoto. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Arik Platzek: Theater: Bewusste Ernährung. Aufführungskritik. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Zornige Hausfrauen. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Kurt Tucholsky - Der Mensch. Tucholsky-Lesung mit Sabine Kotzur, Künstlerkolonie Berlin (2020). Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Tobias Damm: Sprengkraft im System. In: taz vom 10. November 2025. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ “Die Kinder des Sozialismus”. Programm. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
- ↑ Treffpunkt Künstlerkolonie Berlin: „Tresenlesen“ verbindet. Programmvorschau 2022. Abgerufen am 2. Dezember 2025.