Saalecker Werkstätten
Die Saalecker Werkstätten sind ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex in Saaleck, einem Ortsteil von Bad Kösen, einem Stadtteil der Stadt Naumburg (Saale) im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Er ist mit der Erfassungsnummer 094 95559 im Denkmalverzeichnis des Landes registriert.
Beschreibung
Nach der Gründung einer Künstler- und Architektenschule erwarb Paul Schultze-Naumburg im Jahr 1901 das Areal unterhalb der Burg Saaleck. Hier errichtete er bis 1914 ein Wohnhaus, Werkstätten und Wirtschaftsgebäude. Die heutige Form erhielt die Anlage in den Jahren 1923 und 1924. Um den schlossartigen Baukomplex mit seinen parkartigen Gartenanlagen wurde eine Mauer mit einem Torhaus errichtet. Die Architektur des Hauptgebäudes erinnert an die Zeit um 1800. Wenn auch die Innenräume in ihrer Gestaltung meist verändert wurden, gilt das gesamte Ensemble mit seiner landschaftlichen Einbindung als gut erhalten.
Im Jahr 2008 geriet eine Stiftung in Bad Kösen, die nach Schultze-Naumburgs einstiger Handwerkerschule, den "Saalecker Werkstätten" benannt wurde, wegen der "Schultze-Naumburg-Renaissance" und der Aktivitäten des Architekten Bernd D. Romswinkel in die Kritik.[1] Das Anwesen selbst, "wo Rasseideologen ein- und ausgingen", sollte aus Saaleck "einen Ort der Freiheit und Wachheit machen... Mit der architektonischen Verwandlung ist die dänische Architektin Dorte Mandrup beauftragt worden".[2]
Nachdem die „Saalecker Werkstätten“ in den Jahren um 2000 mehr als "zwielichtige Kult- denn als Kulturstätte betrieben" wurden, errichtete 2018 Egidio Marzona die „Marzona Stiftung neue Saalecker Werkstätten“.[3][4] Im April 2024 wurde dann in der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt in Berlin eine Absichtserklärung für die Initiierung eines neuen Forschungs-Residenzprogramms mit der Harvard Graduate School of Design im Architektenhaus der historischen Saalecker Werkstätten unterzeichnet[5] und im September zwei Zuwendungsbescheide durch Ministerpräsident Reiner Haseloff an die "Marzona Stiftung Neue Saalecker Werkstätten" überreicht. "Aus Mitteln des Bundes (6,8 Mio. €) und des Landes (6,6 Mio. €) stehen nun insgesamt 13,4 Mio. € zur Sanierung des Haupthauses, des Dokumentationszentrums und weiterer Teile der Anlagen zur Verfügung".[6]
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt 2, Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag München Berlin, ISBN 3-422-03065-4, S. 734
Weblinks
- Naumburg: Design Akademie Saaleck kämpft gegen NS-Erbe am 10. Januar 2025 auf tagesschau.de
Einzelnachweise
- ↑ Günter Kowa: In den Fängen eines Hobbyhistorikers. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Dezember 2008, abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Ulf Meyer: Erbe eines NS-Ideologen - Schultze-Naumburg wird entgiftet. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 15. Januar 2022, abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Günter Kowa: Neue Stiftung: Mäzen Marzona will "Saalecker Werkstätten" wieder aufleben lassen. In: Mitteldeutsche Zeitung. 16. Januar 2019, abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Collector Egidio Marzona buys eastern German castle to host design academy. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Harvard in Sachsen-Anhalt. In: www.mitteldeutsches-magazin.de. April 2024, abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ ppadmin: Förderung für Neue Saalecker Werkstätten / Haseloff: Stiftung setzt wichtige Impulse für Region. In: www.magdeburg-klickt.de. 30. September 2024, abgerufen am 11. Januar 2026.
Koordinaten: 51° 6′ 35,3″ N, 11° 41′ 54,2″ O