Saône-Rhône-Kultur
Die spätneolithische frühbronzezeitliche (französisch éolithique final valasian) Saône-Rhône-Kultur (etwa 2800–2400 v. Chr.) war in Ostfrankreich und der Westschweiz verbreitet und wird in verschiedene regionale Gruppen (Saône-, Chalain-, Hochsavoyen und Auvernier-Gruppe) gegliedert. Die Ackerbau und Viehhaltung betreibende Seeuferkultur ist primär aus Hort- und Grabfunden wie den Dolmen von Petit-Chasseur bekannt.
Funde einer bestimmten Kupfersorte deuten auf eine eigene Metallproduktion. Kontakte zu den schnurkeramischen Becherkulturen (Dolchfund aus Pressigny Feuerstein im Kanton Wallis) und Importe aus der norditalienischen Remedello-Kultur sind belegt.
Statuenmenhire sind wie die von Petit-Chasseur sind mit Dolchen, Gürteln, Doppelspiralschmuck und gemusterter Kleidung verziert.[1] Typisch ist eine grobe, schwach gebrannte Keramik, deren Leitform das tonnenförmige Gefäß mit breiten Griffknubben ist, sowie trianguläre Dolche, Gewandnadeln mit scheibenförmigem, getriebenem Kopf (aus Bronze) und schmale Randleistenbeile.
Literatur
- Werner E. Stöckli u. a. (Hrsg.): Die Schweiz vom Neolithikum bis zum frühen Mittelalter. Schweizerische Gesellschaft für Ur- u. Frühgeschichte, Basel 1995, ISBN 3-908006-51-1.
- Christian Strahm: Die Sâone-Rhône-Kultur. In: Leibniz-Zentrum für Archäologie (Hrsg.): Archäologisches Korrespondenzblatt. Heft 5, von Zabern, Mainz 1975, ISSN 0342-734X, S. 273–282.
Einzelnachweise
- ↑ La nécropole du Petit-Chasseur. In: Lieux Insolites en Suisse. 24. Februar 2015. Auf Lieux-Insolites.fr, abgerufen am 6. Dezember 2025 (französisch).