SS-20 (Band)

SS-20
Allgemeine Informationen
Herkunft Cincinnati (Vereinigte Staaten)
Genre(s) Hardcore, Punk
Aktive Jahre seit 1982
Auflösung
Website
Gründungsmitglieder
Gesang
Robert „Jughead“ Sturdevant
Gitarre
Pete Sturdevant
Aktuelle Besetzung
Gesang
Robert Sturdevant
Gitarre
Nate „Nato“ Halley
Bass
Mitchell Linz
Schlagzeug
Dave Blame
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Chris Donnelly
Gitarre
Billy Bronson
Bass
Karl Meyer (1983–1986)
Bass
Mike Martin
Bass
Pedro Dux
Bass
Pierre Andre
Schlagzeug
Nick Stavale
Schlagzeug
Dave Willman
Wayne Hartman

SS-20 ist eine US-amerikanische Punk- und Hardcore-Band aus Cincinnati. Sie ist die am längsten existierende Hardcore-Band der Region.

Geschichte

SS-20 wurde 1982 von den Brüdern Pete und Robert Sturdevant gegründet und ging aus der Band AK-47 hervor.[1] In den Folgejahren spielte die Band vorwiegend in der Metropolregion Cincinnati, unter anderem als Vorgruppe von Nirvana, den Ramones, Black Flag und den Circle Jerks.[2] Keimzelle und Zentrum der Punkszene der Region war der Jockey Club im Cincinnati am Ohio River gegenüberliegenden Newport, und SS-20 erarbeitete sich schnell einen Ruf als „Hausband“ des Clubs.[3] Die Band produzierte ihre Tonträger gemäß des in der Hardcore-Szene vorherrschenden Do-it-yourself-Gedankens auf ihrem eigenen Label No Pretense Records, auf dem sie auch Kompilationen mit Musik anderer nordamerikanischer Hardcore-, Punk- und Rockbands (unter anderem D.O.A.) und von lokalen Bands wie Pedro-X veröffentlichten.

1986 wurde ein Lied der Band (Radioactive Waste) für Fernsehwerbespots der Brauerei Hudepohl Brewing Company eingesetzt. Die Single Pope on Tour wurde 1987 vom Fernsehsender ABC zur Untermalung seines Fernsehprogramms anlässlich des Besuchs des damaligen höchsten geistigen Führers der Glaubensgemeinschaft der Katholiken, Johannes Paul II., eingesetzt. Der Videoclip wird seitdem in den Archiven des Vatikans aufbewahrt.[4] 2011 wurde die Band in der Kategorie „Punk/Post Punk“ für die Cincinnati Entertainment Awards nominiert.[5]

2025 war die Band mit einem Titel auf der Punk-/Hardcore-Anthologie We Were Living in Cincinnati Vol. 2 des Chicagoer Labels Hozac Records vertreten.[6]

Die Band spielt als Those Jughead Apaches langsamere Rockmusik und nahm unter diesem Namen auch einige Titel auf, so 1987 für die SS-20-EP Daddy’s Drunk on Christmas.[7]

Robert Sturdevant, der bis zum Erreichen des Rentenalters als Lehrer tätig war, sang in den 2010er-Jahren parallel für die Folk-Rock-Band Public Figure.[8] Karl Meyer ist mittlerweile als Bluesgitarrist tätig und spielte unter anderem mit Little Mack Simmons und Tail Dragger.[9] Dave Blame, Billy Bronson und Mitchell Linz gründeten 2016 gemeinsam mit Gang-Green-Sänger Chris Doherty die Streetpunk-Band Rat Trap.[10]

Stil und Rezeption

Das Maximumrocknroll-Fanzine bezeichnete die Musik der Debüt-EP The Wealth of Nations als „straffen, mächtigen und melodischen Thrash ’n’ Punk“.[11] Für das folgende Album More Government Now attestierte MRR der Band „ein gutes Maß an Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit“. Das Album biete eingängige, teils raffinierte Melodien gepaart mit ausgezeichneten Texten und sei „Punk seiner originären Bedeutung: Aggressiv, originell und engagiert“.[12] Das Trust-Magazin bescheinigte der Band zum Mitsingen animierende Hits, die politische und/oder gesellschaftskritische Inhalte transportierten.[4]

CityBeat, ein Kulturmagazin für die Metropolregion Cincinnati, bezeichnete SS-20 1996 als die Punkband der Region,[13] 2010 als „vielleicht größte Band der Jockey-[Club-]Ära“.[14] und 2016 als „Punk-Legenden“[15]. Die Band habe als eine der wenigen prominenten Bands der Region Hardcore-Elemente in ihre Musik integriert. Redakteur Mike Breen bezeichnete die Musik der Band als eine Mischung aus The Who und den Dead Kennedys, gepaart mit „intelligenten, hyper-sozialkritischen“ Texten.

Diskografie

  • 1985: The Wealth of Nations (No Pretense Records)
  • 1986: More Government Now (No Pretense Records)
  • 1986: Merry Christmas 1986: Is Santa Listening (No Pretense Records)
  • 1987: Daddy’s Drunk on Christmas (EP, No Pretense Records)
  • 1995: Capital Class (No Pretense Records)
  • 2010: Christmas Made in China (No Pretense Records)

Einzelnachweise

  1. PleaseKillMe.com: Peter Aaron of the Chrome Cranks Celebrates Cincinnati's Underground Sounds. (Autor: Eric Davidson). Abgerufen am 21. Oktober 2025.
  2. MattPeiken.com: Cincy Punk Fest: Not your parents’ clash and anarchy. Abgerufen am 8. Dezember 2016.
  3. ReverbNation.com: Artist Bio. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  4. a b Neu! In: Trust. Nr. 198, Oktober 2019, S. 65 (archive.org [PDF]).
  5. CincyGroove.com: Nominations for 2011 Cincinnati Entertainment Awards (CEA’s) Have Been Announced. Abgerufen am 5. Dezember 2016.
  6. YellowGreenRed.com: Reviews – October 2025. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  7. Allsa Schulman: SS-20: Daddy’s Drunk on Christmas EP. In: Maximumrocknroll. Nr. 58, März 1988 (maximumrocknroll.com).
  8. Cincinnati.com: Band brings a modern touch to folk music of the past. (Autor: Forrest Sellers). Abgerufen am 24. September 2025.
  9. SluggoCincinnati.com: Bios. Abgerufen am 7. Dezember 2016.
  10. CincyMusic.com: Rat Trap. Abgerufen am 24. Dezember 2025.
  11. Tim Yohannan: SS-20: The Wealth of Nations EP. In: Maximumrocknroll. Nr. 29, Oktober 1985 (maximumrocknroll.com).
  12. Tim Yohannan: SS-20: More Government Now LP. In: Maximumrocknroll. Nr. 40, September 1986 (maximumrocknroll.com).
  13. Mike Breen: More SS-20 Now. In: CityBeat. 11. Januar 1996, S. 18.
  14. CityBeat.com: Punk Pioneers Revisited at Jockey Club Reunion. (Autor: Mike Breen). Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  15. CityBeat.com: Local Holiday Tunes for Christmas. (Autor: Mike Breen). Abgerufen am 23. Oktober 2025.