SS-Ärztliche Akademie

Die SS-Ärztliche Akademie war ein Ausbildungszentrum der Schutzstaffel (SS), das 1937 in Berlin gegründet und während des Zweiten Weltkrieges 1940 nach Graz, Steiermark, verlegt wurde.

Geschichte

Die Ausbildung hatte zum Ziel, eine „ideale Verbindung von politischem Soldaten und Arzt“ zu erreichen. Dazu waren die Studierenden am Rosenberggürtel 12 (ehem. Taubstummeninstitut) kaserniert, wurden dort im ideologischen und militärischen Teil der Ausbildung unterwiesen; das eigentliche Medizin-Studium fand auf der medizinischen Fakultät der Grazer Universität statt.[1] Dabei wurden sie von drei SS-Dozenten unterwiesen.[2]

Zu Ausbildungszwecken wurden die Studierenden im KZ Dachau eingesetzt, wo sie Häftlinge als Übungsmaterial missbrauchten, oftmals mit tödlichen Folgen.[1] Zwischen Mai 1941 bis Ende 1942 geschah das bei etwa 500 Häftlingen.[2] Die medizinischen Präparate für die Ausbildung wurden in den KZ Mauthausen, Gusen und Buchenwald requiriert.[1]

Neben der Ausbildung zum SS-Arzt gab es Ausbildungsrichtungen zum SS-Zahnarzt und SS-Apotheker. Von den ca. 200 Studenten schlossen 15[2] oder 20 Personen ihr Studium in Graz ab.[1]

Gedenktafel

Auf dem Ulrichsberg in Kärnten befindet sich eine Gedenktafel, die an die Gefallenen der SS-ärztlichen Akademie erinnert. Die Inschrift – allerdings ohne SS-Insignien – lautet: „In Memoriam – den im Einsatz für Heimat und Vaterland gefallenen, vermißten und nach Kriegsende gewaltsam zu Tode gekommenen Ärzten, Schwestern und Sanitätsdienstgraden beider Weltkriege und der Abwehrkämpfe.[3]

Einzelnachweise

  1. a b c d 1940: Die SS-ärztliche Akademie in Graz. Abgerufen am 10. Oktober 2025.
  2. a b c SS-Ärztliche Akademie - NS Orte - Geidorf - Grätzelinitiative Margaretenbad. Abgerufen am 10. Oktober 2025.
  3. Wo geht's hier zum Ulrichsberg? - Texte und Hintergrund. Abgerufen am 10. Oktober 2025.

Koordinaten: 47° 4′ 52,7″ N, 15° 26′ 55,6″ O