SR-Klasse L1

SR L1
SR-Klasse L1 Nr. A757
Nummerierung: SR:
A753–A759, A782–A789
1753–1759, 1782–1789
BR: 31753–31759, 31782–31789
Anzahl: 15
Hersteller: NBL
Baujahr(e): 1926
Ausmusterung: 1959–1962
Bauart: 2’B h2
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 17,26 m
Dienstmasse: 58,7 t
Treibraddurchmesser: 2032 mm (6 ft 8 in)
Zylinderanzahl: 2 (innenliegend)
Zylinderdurchmesser: 495 mm (19 ½ in)
Kolbenhub: 660 mm (26 in)
Kesselüberdruck: 12,4 bar (180 psi)
Überhitzerfläche: 21,8 m²
(Bauart Maunsell)
Wasservorrat: 15 m³ (3500 imp gal)
Brennstoffvorrat: 5 t
Zugbremse: Vakuumbremse
Steuerung: Stephenson mit Kolbenschieber

Die Klasse L1 war eine Baureihe von 15 Dampflokomotiven mit der Achsfolge 2’B (American), die 1926 für den Schnellzugdienst auf der South Eastern Main Line der britischen Southern Railway gebaut wurden. Die Lokomotiven wurden von Richard Maunsell als Weiterentwicklung der SR-Klasse L von Harry Wainwright konstruiert und bei der North British Locomotive Company (NBL) in Glasgow gefertigt.

Geschichte

Harry Wainwright hatte zwischen 1902 und 1908 mehrere erfolgreiche Baureihen von American-Lokomotiven für die South Eastern and Chatham Railway (SECR) entwickelt, darunter die D-, E- und L-Klasse. Nach der Gründung der Southern Railway im Jahr 1923 übernahm Richard Maunsell die Funktion des Chefingenieurs und begann mit der Modernisierung des Dampflokbestandes.

1926 bestand ein dringender Bedarf an zusätzlichen Schnellzuglokomotiven für die Strecke von London nach Folkestone.[1.1] Anstatt die noch relativ neuen L-Klasse-Lokomotiven umzubauen, griff Maunsell auf deren Entwürfe zurück und entwickelte daraus die L1-Klasse mit leicht erhöhter Zugkraft und einigen äußerlichen Änderungen. Der Auftrag über 15 Lokomotiven wurde aus Kapazitätsgründen nicht in den eigenen Werkstätten gebaut, sondern vollständig an die North British Locomotive Company vergeben.[1.1] Die Lokomotiven mit den Nummern A753–A759 und A782–A789 wurden im März und April 1926 geliefert.[2]

Betrieb

Die L1-Lokomotiven wurden auf verschiedenen Hauptstrecken der Southern Railway eingesetzt, insbesondere in Kent. Nach der Verstaatlichung 1948 gingen sie an British Railways über und erhielten die neuen Nummern 31753–31759 und 31782–31789.[2]

Alle Maschinen blieben um die 35 Jahre im Dienst bevor sie in den Jahren 1959 bis 1962 ausgemustert wurden. Die letzte Lokomotive, Nr. 31786, wurde erst im Februar 1962 ausgemustert, nachdem sie noch für Sonderfahrten eingesetzt worden war.[1.1]

Technik

Die L1‑Klasse war eine Weiterentwicklung der L-Klasse. Die Lokomotiven hatten einen von 11 bar (160 psi) auf 12,4 bar (180 psi) erhöhten Kesseldruck, dafür kleinere Zylinder deren Durchmesser von 520 mm (20 ½ in) auf 495 mm (19 ½ in) reduziert wurde. Anstatt des Robinson-Überhitzers wurde eine von Maunsell selbst entwickelte Bauart verwendet, weshalb eine größere Rauchkammer mit einem Schornstein der Klasse N verwendet wurde. Weiter erhielten die Führerhäuser Seitenfenster. Die Lokomotiven wurden mit den gleichen Schlepptendern gekuppelt, die auch für die Mogul-Lokomotiven der N‑Klasse verwendet wurden.[1.1]

Literatur

  • D.L. Bradley: Locomotives of the Southern Railway, Part 2. RCTS, 1975.
  • H.C. Casserley & S.W. Johnston: Locomotives at the Grouping 1 – Southern Railway. Ian Allan, 1974.
Commons: SR-Klasse L1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. William Adams: Locomotives we have lost. Addlestone, Surrey : OPC, 2015, ISBN 978-0-86093-667-1 (archive.org [abgerufen am 31. Dezember 2025]).
    1. a b c d S.75
  2. a b SR Maunsell "L1" Class 4-4-0. In: BRDatabase. Abgerufen am 31. Dezember 2025.