S. N. Tripathi
Shri Nath Tripathi (Hindi श्री नाथ त्रिपाठी; * 14. März 1913 in Benares, heute Varanasi; † 28. März 1988 in Bombay, heute Mumbai) war ein indischer Komponist, Schauspieler und Filmregisseur. Zwischen den 1930er- und 1980er-Jahren wirkte er an über hundert Hindi-Filmen mit und zählt zu den prägenden Musikschaffenden des mythologischen und historischen Kinos in Indien.
Leben
Tripathi wurde in einer Brahmanenfamilie in Benares geboren. Sein Vater Damodar Dutt Thakur war Schulleiter, sein Großvater Ganesh Dutt Tripathi leitete die Sanskrit Vidyapeeth, eine Lehranstalt für klassische Sprachen und Philosophie.[1] Während der Schulzeit arbeitete er mit dem Komponisten Badriprasad an Bühnenproduktionen zusammen.[2] Nach dem Schulabschluss studierte er an der University of Allahabad (B. Sc.) und an Bhatkandes Morris College of Music, dem späteren Bhatkhande Music Institute, in Lucknow.[2][3] 1935 ging er nach Bombay und war dort als Assistent der Komponistin Saraswati Devi bei den Bombay Talkies tätig. Seine erste Arbeit in der Filmindustrie war Franz Ostens Jeewan Naiya (1936), in dem er als Sänger und Schauspieler in einer kleinen Nebenrolle auftrat.[2] 1939 wurde er mit dem Film Chandan von Dhirubhai Desai erstmals als eigenständiger Komponist tätig; sein erstes Lied war das Duett Nanha sa dil deti hun pardesi preet nibhana mit der Sängerin Rajkumari.[2]
Tripathi komponierte die Musik für Churiyan (1942), der sich am nordindischen Volkstheater Nautanki orientierte. Mitte der 1940er Jahre folgten weitere Arbeiten, darunter Bachpan (1945), Ramayani (1945) und Mansarover (1946). Für den Regisseur Sarvottam Badami schrieb er die Musik zu Uttra Abhimanyu, einem mythologischen Film mit Shanta Apte und Shahu Modak.[2] Tripathi arbeitete regelmäßig mit den Produzenten J. B. H. und Homi Wadia zusammen, komponierte für zahlreiche ihrer Filme und wirkte selbst in rund fünfzig Produktionen als Schauspieler sowie bei etwa fünfzehn Filmen als Regisseur mit.[3] In Wadias Shri Ram Bhakta Hanuman übernahm er zusätzlich die Titelrolle des Gottes Hanuman, die er auch in weiteren Produktionen verkörperte.
Ab den 1950er Jahren wandte sich Tripathi vermehrt historischen und aufwendig ausgestatteten Filmen zu, darunter Hatimtai (1956) und Janam Janam Ke Phere (1957). In dieser Zeit galt er als einer der produktivsten Komponisten der Hindi-Filmindustrie. Er verfügte über eine Ausbildung in nordindischer klassischer Musik, die er an der Prayag Sangeet Samiti in Allahabad mit den Abschlüssen Sangeet Visharad (entspricht etwa einem Bachelorabschluss) und Sangeet Praveen (vergleichbar mit einem weiterführenden Diplomabschluss) abschloss. Ab 1957 führte Tripathi auch Regie, beginnend mit Ram Hanuman Yuddha; insgesamt entstanden über fünfzehn Filme unter seiner Leitung.[1]
Im Laufe seiner rund fünfzigjährigen Laufbahn schrieb Tripathi die Musik zu über hundert Filmen, darunter Rani Roopmati (1959), Kavi Kalidas (1959), Lal Qila (1960) und Sangeet Samrat Tansen (1963).[2] Seine Kompositionen basierten häufig auf klassischen Ragas, den melodischen Grundstrukturen der nordindischen Kunstmusik, die er mit reduzierter Orchestrierung und klar konturierter Melodik verband.[3] Ab den 1960er Jahren komponierte er auch für Bhojpuri-Filme, eine Filmsparte in der im Bundesstaat Bihar gesprochenen Sprache Bhojpuri.[2] Ein wesentlicher Partner seiner Filmmusiken war der Liedtexter Bharat Vyas, mit dem Tripathi zahlreiche Produktionen der 1950er- und 1960er-Jahre gestaltete.[3] Er blieb bis in die 1980er Jahre filmisch aktiv; sein letztes Werk entstand 1985 für den Film Mahasati Tulsi. Tripathi starb 1988 im Alter von 66 Jahren.[2]
Filmografie (Auswahl)
Als Komponist
- Chandan (1941)
- Choodiyan (1942)
- Panghat (1943)
- Bachpan (1945)
- Mansarovar (1946)
- Shri Ram Bhakta Hanuman (1948)
- Rani Roopmati (1957)
- Janam Janam Ke Phere (1957)
- Lal Qila (1960)
- Sangeet Samrat Tansen (1963)
- Mahasati Tulsi (1985)
Als Schauspieler
- Jeevan Naiya (1936)
- Shri Ram Bhakta Hanuman (1948) – Rolle: Hanuman
- Piya Milan Ki Aas (1961)
- Naag Champa (1976)
- 108 Teerthyatra (1987)
Als Regisseur
- Ram Hanuman Yudh (1957)
- Kavi Kalidas (1959)
- Pakshiraj (1959)
- Rani Roopmati (1959)
- Amrit Manthan (1961)
- Piya Milan Ki Aas (1961)
- Sangeet Samrat Tansen (1962)
- Shiv Parvati (1962)
- Dev Kanya (1963)
- Bidesiya (1963)
- Seeta Maiyya (1964)
- Maharaja Vikram (1965)
- Kunwari (1966)
- Luv Kush (1967)
- Lahu Pukarega (1968)
- Nadir Shah (1968)
- Sati Sulochana (1969)
- Vishnu Puran (1973)
- Maya Machhindra (1975)
- Naag Champa (1976)
- Jai Ganesh (1977)
- Sant Dnyaneshwar (1981)
Literatur
- Tripathi, Sri Nath. In: Sanjit Narwekar: Directory of Indian Film-Makers and Films. Flicks Books, 1994, ISBN 0-313-29284-1, S. 333
Weblinks
- S. N. Tripathi bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ a b AK: SN Tripathi Part 1: The Vintage Years – A Multi-faceted Talent | Songs Of Yore. 28. März 2023, abgerufen am 13. November 2025 (britisches Englisch).
- ↑ a b c d e f g h The Emeritus Composer: S. N. Tripathi. In: Millennium Post. 2019, abgerufen am 13. November 2025 (englisch).
- ↑ a b c d Sivanandam Palamadai: S N Tripathi- a composer who deserved more. In: Music Unrestricted. 23. August 2025, abgerufen am 13. November 2025 (englisch).