Sühnekreuz (Lossa)
Das Sühnekreuz in Lossa ist ein denkmalgeschützter Stein in der Ortschaft Lossa der Gemeinde Finne in Sachsen-Anhalt, der von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Burgenlandkreises in die Liste der Kulturdenkmale eingetragen ist.
Lage
Das Kreuz befindet sich in der Mitte des Dorfes, in der Kölledaer Straße, in der Nähe eines Kriegerdenkmals.
Gestaltung und Geschichte
Das Kreuz entstand vermutlich im 15. Jahrhundert als Sühnemal für ein Verbrechen. Das eingravierte Schwert (mit der Spitze nach unten) könnte auf die Tatwaffe verweisen. Das Sühnekreuz hat eine Höhe von 154 cm und eine Breite von 67 cm. Es ist 27 cm stark und wurde als lateinisches Kreuz mit Kopfstützen gestaltet.
Das Steinkreuz bekam im Jahr 1879 an der Nordwestecke des neu erbauten Gemeindegasthauses seinen Platz. Das Kreuz soll bei Erdarbeiten für das neue Gemeindegasthaus gefunden worden sein. Vermutlich hatte das Kreuz sich davor im Nachbargebäude, einer Schösserei (Annahmestelle von Steuern) befunden. Ob das Kreuz ursprünglich in der Nähe des Berges Wolfsanger aufgestellt war, also an der Grenze der Gemarkung Lossa zur Gemarkung des Nachbardorfes Kahlwinkel, ist nicht nachweisbar.
Im Januar 2015 stürzte die südliche Seite des Gemeindegasthauses ein.[1] Infolge eines Notabrisses des Gasthauses wurde auch das Sühnekreuz beschädigt und war 10 Jahre lang für die Öffentlichkeit nicht sichtbar, da es durch den Ortsbürgermeister eingelagert wurde. Die Restaurierung wurde zunächst aufgeschoben, da am bisherigen Standort Straßenarbeiten anstanden.[2] Im Rahmen einer Bürgerinitiative wurde das Kreuz im Jahr 2025 geborgen, renoviert und neu eingeweiht.[3]
Im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt ist das Sühnekreuz als Gedenkstein und Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 83069 registriert.[4] 347
Literatur
- Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 9.1, Burgenlandkreis (I). Altkreise Naumburg und Nebra, erarbeitet von Mathias Köhler, fliegenkopf Verlag, Halle 2001, ISBN 3-910147-69-0, S. 347.
- Walter Saal: Steinkreuze und Kreuzsteine im Bezirk Halle, Hrsg.: Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle (Saale), 1989, ISBN 3-910010-01-6, Seite 29.
Weblinks
- Lossa, kreuzstein.eu
Einzelnachweise
- ↑ Dieter Jäger: Unglück in Lossa: Ehemaliges Gasthaus stürzt teilweise ein. In: mz.de. Mitteldeutsche Zeitung, 5. Januar 2015, abgerufen am 7. November 2025 (mit Foto, auf dem man das Steinkreuz an der Nordwestecke stehen sieht).
- ↑ Andreas Löffler: Lossa: Gutem Willen soll Tat folgen. In: mz.de. Mitteldeutsche Zeitung, 6. März 2019, abgerufen am 7. November 2025.
- ↑ Andreas Löffler: Sühnekreuz in Lossa wiedereingeweiht. Erst kein Glück und dann noch Pech: Warum gute Tat sechseinhalb Jahre braucht. In: mz.de. Mitteldeutsche Zeitung, 15. September 2025, abgerufen am 7. November 2025.
- ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 7. November 2025 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 656).
Koordinaten: 51° 13′ 15,4″ N, 11° 24′ 40,1″ O