Süffisanz

Süffisanz (französisch suffisance ‚Selbstgefälligkeit‘) ist im weitesten Sinn eine Art spöttischer Humor. Das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm beschreibt das Adjektiv süffisant als „anmaszend, dünkelhaft, eingebildet“ auch „selbstgefällig, selbstzufrieden“ und gibt an, es sei im 18. Jahrhundert aus dem Französischen entlehnt.[1]

Kennzeichnung

Süffisante Bemerkungen, Kommentare oder Zwischenrufe sind spöttisch, abwertend oder verächtlich gemeinte Aussagen, die sich meist auf Handlungen oder Werke anderer beziehen. Mithin bedarf es für Süffisanz eines gewissen Hochmuts (Synonym: Überheblichkeit), einer Überlegenheitsdarstellung, des Spottes und/oder der Schadenfreude.

Das Damen Conversations Lexikon von 1834 bemerkte dazu:

„Süffisance, jene Selbstgefälligkeit, die, sich stets selbst genug, selten anderen genügt – ein Egoismus, der sich selbst zum Spiegelbilde einer wonniglichen Betrachtung macht, ein geistiger Narziss, der sich selig vertieft in dem Anschauen seiner eigenen Gestalt.“

Damen Conversations Lexikon[2]

In Knaurs Deutschem Wörterbuch wird süffisant auch als „dünkelhaft“ und „spöttisch-überheblich“ beschrieben.[3]

Jugendwort

2008 wurde süffisant mit der Bedeutung „amüsant durch viel Alkohol[4] zum Jugendwort des Jahres.[5]

Einzelnachweise

  1. süffisant, adj. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 20: Strom–Szische – (X, 4. Abteilung). S. Hirzel, Leipzig 1942, Sp. 1003 (woerterbuchnetz.de).
  2. Süffisance. In: Carl Herloßsohn (Hrsg.): Damen Conversations Lexikon. Band 9: Rubens – Tabernakel. Adorf Verlags-Bureau, Leipzig 1837, S. 475 (Digitalisat. zeno.org).
  3. Ursula Hermann: Knaur: Das deutsche Wörterbuch. München 1985, DNB 890280223, S. 934.
  4. Jugendwort 2008: „Ey, du Zornröschen“ – so reden die Teenager. In: Welt Online. 4. September 2008, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  5. Deutschland: Jugendwort des Jahres 2008 gekürt. In: Deutsche Allgemeine Zeitung. 27. Februar 2009, abgerufen am 5. Oktober 2025.