Südwestmetall

Südwestmetall – Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e. V. ist die arbeits- und sozialpolitische Interessenvertretung der tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg. Der 1947 gegründete Wirtschaftsverband ist Teil eines Netzwerkes der deutschen Arbeitgeberverbände, der sozialpolitischen Interessenvertretung der Unternehmerschaft und Mitglied von Gesamtmetall, dem Dachverband der Metall- und Elektroindustrie.

Organisation und Tätigkeit

Der Verband unterstützt seine mehr als 900 Mitgliedsbetriebe im Umgang mit Gewerkschaften und Betriebsräten, in der Gestaltung der betrieblichen Arbeitsbeziehungen und in der Prozessvertretung vor den Arbeits- und Sozialgerichten. Es bestehen 13 Bezirksgruppen im Verbandsgebiet.

Seit 1998 engagiert sich der Verband für Bildung und Qualifizierung entlang der Bildungsbiografie mit der Initiative „Südwestmetall macht Bildung“, um etwa Jugendliche für eine Ausbildung im Metall- oder Elektrobereich zu qualifizieren.

Im Juni 2008 geriet der Verband durch den Versand eines Fragebogens an die Auszubildenden der im Verband organisierten Unternehmen in die Kritik. In diesem Fragebogen wurden neben Fragen zum Kirchen- und Moscheenbesuch oder Drogenkonsum auch Fragen zur finanziellen Situation der Eltern, ihres Bildungsniveaus und der Mediennutzung gestellt. Der Verband widersprach den Vorwürfen, da das Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse die Chancen benachteiligter Jugendlicher verbessern helfen solle und das unter anderem vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) begleitet wird, absolute Anonymität gewährleiste. Die Fragen seien zudem an andere Untersuchungen wie die Pisa-Studie und das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) angelehnt.[1][2]

Der Verband gehörte zu den größten juristischen Spendern in Deutschland und hat ab 2002 mehr als 3 Millionen Euro an die Bundestagsparteien gespendet. Der Hauptanteil dieser Spendensumme kam der CDU zugute. Im Jahr 2013 wurden die folgenden Parteien mit 50.000 Euro übersteigenden Spenden bedacht: CDU 150.000 Euro, FDP 80.000 Euro, Bündnis 90/Die Grünen 60.000 Euro, SPD 55.000 Euro.[3]

2007 erhielt das vom Architekten Dominik Dreiner aus Gaggenau entworfene Gebäude der regionalen Südwestmetall-Geschäftsstelle in Heilbronn den Architekturpreis „Nike“ in der Kategorie „beste ökologische Konzeption“. Der Bau wurde außerdem mit dem Deutschen Fassadenpreis für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) 2005 ausgezeichnet.[4]

Der Verband ist auch Kooperationspartner beim Projekt Junior-Ingenieur-Akademie der Deutschen Telekom Stiftung.

Südwestmetall spendet seit Jahrzehnten an politische Parteien im Landtag, so auch 2018[5]: Wie auch 2017 erhielten die CDU 150.000 Euro, Bündnis 90/Die Grünen sowie FDP jeweils 110.000 Euro und die SPD 60.000 Euro. Im Februar 2021 verkündete Südwestmetall, die Parteispenden einzustellen.[6]

Vorsitzende ab 2000

Einzelnachweise

  1. Metallbranche: Arbeitgeber schnüffeln im Privatleben von Lehrlingen. In: Spiegel Online. 14. Juni 2008, abgerufen am 9. Juni 2018.
  2. (Memento vom 5. Juni 2015 im Internet Archive)
  3. Bundestag Parteienfinanzierung
  4. https://www.fvhf.de/Fassade-bilder/docs/Prospekte/FVHF_Doku_Fassadenpreis_2005.pdf
  5. Südwestmetall beschließt Parteispenden für 2018. Abgerufen am 5. August 2019.
  6. Südwestmetall will Parteien nicht mehr mit Spenden unterstützen. Abgerufen am 31. März 2021.