Südsee-Raupenfänger
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Südsee-Raupenfänger (Lalage maculosa), Weibchen bei Nahrungssuche | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lalage maculosa | ||||||||||||
| (Peale, 1848) |
Der Südsee-Raupenfänger (Lalage maculosa), auch Südsee-Lalage genannt, ist eine weitverbreitete Singvogelart aus der Familie der Raupenfänger (Campephagidae). Er kommt in Vanuatu, Fidschi, Wallis und Futuna, Tonga, Amerikanisch-Samoa, Samoa, Niue und auf vielen kleinen Inseln in Ozeanien vor.[1][2][3][4]
Merkmale
Der Südsee-Raupenfänger ist ein langschwänziger und langflügeliger Vogel.[3] Er erreicht eine Gesamtlänge von 18 cm[4] und er wird durchschnittlich 30 g schwer.[2] Er hat einen kurzen, gedrungenen Kopf mit einem schwarzen Scheitel. Der Augenstreif ist schwarz und über dem Auge verläuft ein markanter, weißer Überaugenstreif. Der Rücken und der Schwanz sind schwarz gefärbt. Die Flügel besitzen einen breiten, weißen Flügelstreifen. Die Unterseite ist weiß gefärbt, mit einer oft braunen oder grauen Bänderung. Das Weibchen ähnelt dem Männchen mit seiner Gefiederfärbung. Die Grundfarbe des Weibchens ist jedoch rostbraun statt schwarz.[3]
Bei der Gefiederfärbung sind Variationen je nach Unterart vorhanden. Die Männchen des Südsee-Raupenfängers aus Samoa, Tonga und Niue sind einfarbig schwarz-weiß, beziehungsweise die Weibchen braun-weiß gefärbt, mit einigen Querbändern an der Brust, den Seiten und Flanken. Südsee-Raupenfänger aus Fidschi haben eine gebänderte Unterseite, und Individuen aus Rotuma sind auf der Unterseite gelblich-braun gefärbt.[4]
Eine Verwechselung des Südsee-Raupenfängers ist mit dem Graubürzel-Raupenfänger (Lalage leucopyga) möglich. Als Unterscheidungsmerkmale für den Südsee-Raupenfänger dienen der weiße Überaugenstreif, die Unterseitenbänderung und das arttypische Flügelmuster.[3]
Unterarten
Bisher wurden folgende Unterarten veröffentlicht:[5]
- Lalage maculosa futunae Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa keppeli Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa maculosa (Peale, 1848)
- Lalage maculosa melanopygia Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa mixta Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa modesta Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa nesophila Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa pumila Mayr & Ripley, 1927
- Lalage maculosa rotumae Mayr & Ripley, 1927
- Lalage maculosa soror Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa tabuensis Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa ultima Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa vanikorensis Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa vauana Mayr & Ripley, 1941
- Lalage maculosa whitmeei Sharpe, 1878
- Lalage maculosa woodi Wetmore, 1925
Verbreitung
Seine Hauptverbreitung hat der Südsee-Raupenfänger auf den Inseln in Fidschi, Wallis und Futuna, Niue, Samoa, den Salomonen, Tonga und Vanuatu. Er kommt auch auf eher kleinen Inseln wie zum Beispiel Tanna, Tongoa, Ambrym, Utupua, Aneityum, Aniwa, Maéwo, Malakula, Pentecost und Ouvéa vor.[2]
Lebensraum
Der Südsee-Raupenfänger ist in den meisten Lebensräumen auf den verschiedenen Inseln verbreitet, einschließlich der von Menschen angelegten Gärten und Parkanlagen.[3][4] Es werden Höhenlagen von Meereshöhe bis 500 m[2] und teilweise bis 1740 m besiedelt. Im natürlichen Lebensraum erreicht der Südsee-Raupenfänger ein durchschnittliches Lebensalter von drei bis vier Jahren.[1]
Lebensweise
Die Lebensweise ist nur wenig erforscht. Die Art ist vermutlich standorttreu. Die Ernährung besteht aus Insekten und bevorzugt werden Raupen vertilgt, die von den Blättern gepickt werden. Die Nahrungssuche findet bevorzugt in den Baumkronen statt. Sind keine Bäume im Lebensraum vorhanden, wird die Nahrung auch am Boden oder an hoher Vegetation erbeutet.[2]
Fortpflanzung
Südsee-Raupenfänger erreichen ihre Geschlechtsreife ungefähr nach eineinhalb Lebensjahren. Das napfartige Nest wird in Bäumen errichtet und das Gelege besteht aus einem bis zwei Eiern.[2] Die Nestlinge haben oft ein weißes Gefieder, welches in der Mauser gegen ein dem Weibchen ähnliches Gefieder gewechselt wird.[6]
Lautäußerungen
Die Rufe des Südsee-Raupenfängers sind ein lautes, tadelndes „tchick“ und ein klingendes „pee-chew“. Der Gesang ist ein mehrfach, meist dreifach, hintereinander vorgetragenes „pee-chew-pee-chew-pee-chew“ oder „chip-chip-chip“.[3] Nach anderen Informationen wird ein hohes und schnelles „weetweetweet“ über eine Dauer von circa fünf Sekunden oder ein „tutjew“ vorgetragen.[4] Vom Menschen werden sie meist als scharfe oder kreischende Töne wahrgenommen.[4][6]
Gefährdung
Von der Weltnaturschutzunion IUCN wird der Südsee-Raupenfänger in der Roten Liste gefährdeter Arten geführt und mit dem Status als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Der Populationstrend wurde mit abnehmend veröffentlicht.[1]
Literatur
- Norman Arlott, Ber van Perlo: Collins Birds of the World. 1. Auflage. William Collins, London 2021, ISBN 978-0-00-817399-9, S. 730 & 733.
- Bernhard Grzimek, Wilhelm Meise, Günther Niethammer und Joachim Steinbacher: Grzimeks Tierleben, Band 9. 1. Auflage. Kindler Verlag AG, Zürich 1970, ISBN 3-463-16909-6, S. 187, 188.
Weblinks
- Lalage maculosa Eintrag in der Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 24. Dezember 2025
- Südsee-Raupenfänger (Lalage maculosa) bei Avibase
- Südsee-Raupenfänger (Lalage maculosa) auf eBird.org
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Südsee-Raupenfänger (Lalage maculosa)
- Lalage maculosa in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2023.1. Eingestellt von: BirdLife International, 2024. Abgerufen am 24. Dezember 2025.
Einzelnachweise
- ↑ a b c Lalage maculosa in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN.
- ↑ a b c d e f Südsee-Raupenfänger (Lalage maculosa) bei Avibase
- ↑ a b c d e f Südsee-Raupenfänger (Lalage maculosa) auf eBird.org
- ↑ a b c d e f Norman Arlott, Ber van Perlo: Collins Birds of the World. 1. Auflage. William Collins, London 2021, ISBN 978-0-00-817399-9, S. 730 & 733.
- ↑ Lalage maculosa Eintrag in der Global Biodiversity Information Facility
- ↑ a b Bernhard Grzimek, Wilhelm Meise, Günther Niethammer und Joachim Steinbacher: Grzimeks Tierleben, Band 9. 1. Auflage. Kindler Verlag AG, Zürich 1970, ISBN 3-463-16909-6, S. 187, 188.