Sächsische IIb
| ab 1896: IIb bis 1896: H IVb bis 1871: H IV | |||
|---|---|---|---|
Lok CAINSDORF um 1900 | |||
| Anzahl: | 5 | 10 | 6 |
| Hersteller: | Hartmann, Chemnitz | ||
| Indienststellung: | 1858/62 | 1864/67 | 1872 |
| Ausmusterung: | um 1900 | um 1910 | |
| Achsformel: | 1’B n2 | ||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||
| Fester Radstand: | 1560 mm | ||
| Dienstmasse | 28,8 t | 31,4 t | 35,5 t |
| Reibungsmasse: | 22,7 t | 25,7 t | 27,1 t |
| Radsatzfahrmasse | 11,4 t | 12,9 t | 13,6 t |
| Treibraddurchmesser: | 1370 mm | 1390 mm | |
| Laufraddurchmesser: | 765 mm | 805 mm | |
| Steuerungsart: | Stephenson | Allan | |
| Zylinderanzahl | 2 | ||
| Zylinderdurchmesser | 381 mm | ||
| Kolbenhub | 560 mm | ||
| Kesselüberdruck | 7,0 bar | 8,5 bar | |
| Rostfläche | 1,1 m² | ||
| Verdampfungsheizfläche | 78,3 m² | 77,5 m² | 88,9 m² |
| Bremsbauart | ohne | Dampfschlitten | Dampfschlitten Gegendruck |
Die Sächsische II b bezeichnete eine Gattung Schlepptenderlokomotiven der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen.
Geschichte
Die Lokomotiven waren insbesondere für die bogen- und neigungsreichen Strecken in Westsachsen konzipiert. Im Gegensatz zur Gattung II erhielten sie für eine bessere Bogenläufigkeit einen beweglichen Laufradsatz. Insgesamt wurden von Hartmann in Chemnitz 21 Stück in drei Lieferserien gebaut.
Die erste Lieferserie umfasste sechs Maschinen, von denen 1858 fünf und 1862 eine an die Westliche Staatsbahn geliefert wurden. Die LONDON wurde auf der Weltausstellung 1862 in London präsentiert.[1]
Im Jahr 1864 wurden die ersten acht Maschinen der zweiten Lieferserie geliefert, die nun auch ein Führerhaus besaßen. Selbiges wurde nun auch bei der ersten Lieferserie nachgerüstet. Zwei weitere Fahrzeuge der zweiten Serie folgten 1867. Die technisch etwas veränderte dritte Serie umfasste sechs Fahrzeuge, die alle 1872 in Betrieb gingen.
Die Lokomotiven trugen mehrheitlich Namen nach Orten des Verkehrsgebietes. Ausnahmen davon waren die HUNDERT mit der Fabriknummer 100 des Herstellers sowie die auf der Weltausstellung präsentierte LONDON. Die Lokomotiven KOMOTAU und SAATZ trugen Namen von Städten im benachbarten Böhmen.
Nach der Indienststellung stärkerer Lokomotiven wurden die IIb in untergeordnete Dienste verdrängt. Neun Lokomotiven wurden vor 1900 ausgemustert, die letzte schied 1911 aus. Museal blieb keine erhalten.
Technische Merkmale
Die Lokomotiven hatten einen Dampfdom mit Federwaagensicherheitsventil (das zweite später nachgerüstete Sicherheitsventil entsprach der Bauart Ramsbottom) und waagerechte Außenzylinder. Die ersten beiden Lieferserien besaßen einen Gabelrahmen, die letzte einen Blechrahmen.
Umbau der WILDECK
Die WILDECK, benannt nach dem Schloss Wildeck, wurde 1882 in eine Tenderlokomotive der Bauart 1’B1’ n2t umgebaut. Dazu erhielt die Lok hinten einen Laufradsatz nach dem System Novotny, vorn behielt sie ihr Bisselgestell. Sie wurde in die Gattung VIIIbb T. eingeordnet. Ab 1892 trug sie die Bahnnummer 1700. Im Umzeichnungsplan von 1900 war die Lokomotive nicht mehr vorhanden.
Literatur
- Dietrich Kutschik, Fritz Näbrich, Günter Meyer, Erich Preuß: Lokomotiven sächsischer Eisenbahnen – Schnellzug- und Personenzuglokomotiven, 2. bearbeitete Auflage, transpress, Berlin 1995, ISBN 3-344-71009-5
Einzelnachweise
- ↑ Manfred Weisbrod: Sachsen-Report Band 3 Sächsische Eisenbahngeschichte. Hermann Merker Verlag, Fürstenfeldbruck 1995, ISBN 3-922404-82-0, S. 20