Dálnice 48

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/CZ-D
Dálnice D48 in Tschechien
 
Karte
Basisdaten
Betreiber: Ředitelství silnic a dálnic ČR
Straßenbeginn: Bělotín
Straßenende: Žukov, Übergang in
Gesamtlänge: 70 km
  davon in Betrieb: 65,4 km
  davon in Bau: 3,7 km
  davon in Planung: 3,8 km

Kraj (Region):

Region Mährisch-Schlesien

Die D48 bei Nový Jičín
Straßenverlauf
(1)  Bělotín  
(2)  Bělotín-jih
Luha
(3)  Bělotín-východ
(8)  Dub
Übergang in
geplante Fertigstellung 2026
Palačov  
Starý Jičín
Jičínka
Ausbau geplant 2026–2029
Nový Jičín-západ
Nový Jičín-východ
Rybí 482 (Wegfall 2029)
Übergang aus
(30)  Příbor-západ
Lubina
(32)  Příbor-východ
Ondřejnice
(38)  Rychaltice 486
Chlebovice
Grünbrücke Zahradnická (160 m)
(46)  Frýdek-Místek-západ
(48)  Frýdek-Místek-jih
Ostravice
Morávka
(52)  Frýdek-Místek-východ
(54)  Dobrá
(57)  Nošovice
(62)  Tošanovice
(63)  Třanovice
(70)  Žukov
Übergang in
  • In Bau
  • In Planung
  • Die Dálnice 48 (tschechisch für „Autobahn 48“) ist eine Autobahn in Tschechien. Sie zweigt bei Bělotín von der D1 ab und führt über Nový Jičín, Frýdek-Místek nach Český Těšín. Die Umgehung von Český Těšín ist nur als Silnice I/48 gewidmet und als Kraftfahrstraße gekennzeichnet. An der tschechisch-polnischen Grenze wird die Strecke fortgesetzt als S52.

    Die Autobahn ersetzt die heute zu Gemeindestraßen herabgestufte Fernverkehrsstraße 48.

    Maut- bzw. vignettenpflichtig sind die Teilabschnitte Bělotín – Jeseník nad Odrou (Ausfahrten 1–8), Palačov – Nový Jičín-centrum (km 12 – Ausfahrt 21), Rybí – Frýdek-Místek-východ (km 24 – Ausfahrt 52) sowie Dobrá – Žukov (Ausfahrten 54–70).[1]

    Geschichte

    Obwohl nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei durch den deutschen NS-Staat und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen eine Ausdehnung der Planungen zum Bau von Reichsautobahnen auf besetzte Gebiete außerhalb des Deutschen Reichs erfolgte, enthielt der Netzplan vom Mai 1941 lediglich eine Verbindung von Königsberg in Ostpreußen über Allenstein, Litzmannstadt, Tschenstochau, Kattowitz bzw. Gleiwitz, Mährisch Ostrau weiter entlang der March bis in den Raum nördlich Wien, wo sie an die bereits im Bau befindliche Reichsautobahn Wien–Breslau anbinden sollte. Eine weitere Strecke zwischen dem Raum Olmütz und Mährisch Ostrau in Richtung Krakau war hingegen nicht vorgesehen.[2]

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann sich in den 1950er-Jahren der Verkehr in der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik stärker zu entwickeln. Insbesondere um die wirtschaftlichen Ballungsgebiete wie Ostrava entstand daher ein Bedarf am Ausbau des Straßennetzes. Durch Beschluss Nr. 286 vom 10. April 1963 und durch Beschluss Nr. 24 vom 29. Januar 1987 der tschechoslowakischen Regierung wurde der Bau der Schnellstraße 48 im Abschnitt Bělotín – Staatsgrenze zu Polen genehmigt. Nach dem Zerfall der Tschechoslowakei und der Gründung der Tschechischen Republik zum 1. Januar 1993 hielt die Regierung in Prag im Wesentlichen an der Planung fest. Mit dem Regierungsbeschluss Nr. 741 vom 21. Juli 1999 wurde der Bau einer Rychlostní silnice 48, allerdings mit einer südlichen Umgehung von Frýdek-Místek bestätigt. Dementsprechend begannen bereits in den 1970er-Jahren die Arbeiten an der Schnellstraße:[3]

    Abschnitt Länge Fertigstellung Querschnitt Entwurfs-
    geschwindigkeit
    Sonstiges
    Bělotín – Polom u Hranic 4 km 1976 S15,0 100 mit Anschlussstelle Polom an die bisherige Silnice I/48
    Polom – Dub 2,2 km 1985/86 mit Anschlussstelle Dub
    Dub – Palačov 6 km 1988 mit Anschlussstelle Palačov und Anbindung an alte Silnice I/48 bei Janovice
    Palačov bzw. Janovice – Starý Jičín 2,8 km 1990 mit Anschlussstelle Starý Jičín
    Starý Jičín – Nový Jičín 4,2 km 1982 mit Anschlussstelle Nové Jičín-západ
    Umgehung Nový Jičín 1,8 km 1978 mit Anschlussstelle Nový Jičín-východ
    Nový Jičín – Příbor 9,4 km 1972/73 mit Anschlussstellen Libhošť und Příbor-sever (Silnice I/58)
    Umgehung Příbor 1,2 km 1991 S16,5
    Anschlussstelle Příbor-východ 0,9 km 1988
    Příbor – Rychaltice 4,1 km 1995 mit Anschlussstelle Hájov
    Anschlussstelle Rychaltice 0,6 km September 2000 R22,5/S11,5

    Zwar wurde der Abschnitt Bělotín – Příbor – Rychaltice vierstreifig (2+2) errichtet, jedoch aufgrund des geringen Querschnitts ohne bauliche Trennung der Richtungsfahrbahnen, ohne Standstreifen sowie in der Regel ohne Beschleunigungsstreifen und Verzögerungsstreifen. Daher wird dieser Abschnitt im Zuge der Höherstufung zur Autobahn D48 schrittweise umgebaut.

    1991 wurde dem Verkehr ein ein Kilometer langer Abschnitt über die tschechoslowakisch-polnische Staatsgrenze bei Český Těšín, darunter die 760 Meter lange Grenzbrücke über die Olsa, die Grenzkontrollstelle mit Zollamt und ein Teil der Anschlussstelle Český Těšín-sever übergeben. Der Abschnitt ist im Querschnitt S 11.5 mit der Entwurfsgeschwindigkeit 80 km/h konzipiert. Er ist bis heute weder als Autobahn, noch als Kraftfahrstraße gewidmet. 1997 folgte die nächste Teilstrecke zwischen Český Těšín-sever und Český Těšín-západ, allerdings vierstreifig und autobahnähnlich mit dem Regelquerschnitt 22,5.[3] 2001 beschloss die polnische Regierung, die S1 von Pyrzowice über Dąbrowa Górnicza, Bielsko-Biała und Cieszyn zur Staatsgrenze nach Tschechien zu führen, um sie dort an die Schnellstraße nach Brünn anzubinden.[4] Zwischen 2001 und 2007 eröffnete Tschechien weitere Teilabschnitte der R48 zwischen Frýdek-Místek und Český Těšín. Ab 2007 begann der Neu- und Ausbau der Abschnitte zwischen Bělotín und Frýdek-Místek, der noch nicht abgeschlossen ist.

    Zum 1. Januar 2016 wurde die bisherige Rychlostní silnice 48 zur Autobahn D 48 durch das Gesetz Nr. 268/2015 vom 15. September 2015 umklassifiziert. Das Autobahnende der D48 ist an der Ausfahrt 70, Žukov, festgelegt. Folgende Abschnitte sind daher nicht Bestandteil der D48 geworden, sondern als Silnice I/48 gewidmet:

    Abschnitt Länge Status Baubeginn Fertigstellung Querschnitt Entwurfs-
    geschwindigkeit
    Český Těšín – Žukov
    (3. Bauabschnitt)
    01,200 km unter Verkehr Juni 2004 29. November 2007 S22,5 80
    Český Těšín – Žukov
    (2. Bauabschnitt)
    01,740 km 20. September 2001 31. Juli 2004
    Český Těšín – Žukov
    (1. Bauabschnitt)
    02,200 km November 1995 17. Oktober 1997

    Am 19. Mai 2016 änderte die polnische Regierung ihre Schnellstraßenplanung dahingehend, dass nunmehr die S52 an der Staatsgrenze bei Cieszyn beginnen und über Bielsko-Biała, Głogoczów (S7), Balice (A4), Nordumgehung Kraków bis zum Kreuz mit der S7 (Richtung Zastów) verlaufen soll.[5]

    Bauabschnitte

    Der Bau der D48 hat folgenden Stand erreicht:[6]

    Abschnitt Länge Status Baubeginn Fertigstellung Querschnitt Entwurfs-
    geschwindigkeit
    Sonstiges
    Zubringer Bělotín 01,600 km unter Verkehr 26. November 2004 25. November 2008 R24,5 100 Neubau; Errichtung im Zusammenhang mit dem Abschnitt Nr. 4704 der damaligen Dálnice 47, der heutigen Dálnice 1[7]
    Umfahrung Bělotín 01,559 km 12. Mai 2004 2. August 2007 R22,5 100 Neubau
    Bělotín – Rybí
    (1. Bauabschnitt, 1. Teil Bělotín–Dub)
    05,036 km 10. Juni 2021 21. Dezember 2023 D25,5 120[8] Ausbau der ursprünglich im SQ 15/100 errichteten Trasse
    Dub – Palačov (mit Abschnitt der I/35 Palačov–Lešná von 5,200 km) 03,695 km im Bau 5. Juni 2023 geplant: 2026 R25,5 100 Ausbau der ursprünglich im SQ 15/100 errichteten Trasse; Verlegung im Bereich der Anschlussstelle zur I/35; im Dezember 2023 ist eine Fahrbahn unter Verkehr genommen worden[9]
    Bělotín – Rybí
    (1. Bauabschnitt, 2. Teil Palačov–Šenov)
    08,151 km unter Verkehr 10. Juni 2021 19. Dezember 2024 D25,5 120[10] Ausbau der ursprünglich im SQ 15/100 errichteten Trasse
    Bělotín – Rybí
    (2. Bauabschnitt Šenov–Rybí)
    03,793 km planfestgestellt und Ausschreibung erfolgt geplant: 2026 geplant: 2029 D25,5 120 Ausbau der im SQ 15/100 bestehenden Trasse; Abzweig nach Rybí (Silnice II/482) fällt im Laufe der Umsetzung weg[11]
    Umfahrung Příbor 01,447 km unter Verkehr 16. April 2009 24. November 2011 R25,5 100[12] Ausbau der im SQ 16,5/100 bestehenden Trasse
    Rybí – Rychaltice 11,528 km 19. Mai 2017 15. Dezember 2020 R25,5 120 Ausbau der im SQ 16,5/100 bestehenden Trasse[13]
    Rychaltice – Frýdek-Místek 07,137 km 8. Oktober 2009 13. Dezember 2012 R25,5 120[14] Neubau
    Umfahrung Frýdek-Místek, 1. Bauabschnitt 04,250 km 22. Mai 2018 2. September 2022 R25,5 120[15][16] Neubau; Ersatz der bisherigen vierstreifigen Ortsdurchfahrt
    Umfahrung Frýdek-Místek, 2. Bauabschnitt 04,316 km 25. September 2019 1. Fahrbahn: 22. Dezember 2022; 2. Fahrbahn: 24. Juli 2023 R25,5 120 Neubau; Bauverzögerung aufgrund eines Erdrutsches; Ersatz der bisherigen vierstreifigen Ortsdurchfahrt[17]
    Frýdek-Místek – Dobrá 05,623 km 25. Juni 2002 26. Oktober 2004 R22,5 100 Neubau
    Dobrá – Tošanovice 06,880 km 20. Mai 2004 31. Oktober 2006 Neubau; zwischen 2028 und 2030 ist die Errichtung einer neuen Ausfahrt 57 Nošovice geplant[18]
    Tošanovice – Žukov 07,850 km 4. April 2005 29. November 2007 Neubau
    Commons: Dálnice 48 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    1. Karte der vignettenpflichtigen Strecken. Státní fond dopravní infrastruktury, abgerufen am 21. Dezember 2025.
    2. Infrastruktur der Motorisierung: Autobahnen. Funktionen der Reichsautobahnen. Deutsches Online-Museum für Public Relations, abgerufen am 21. Dezember 2025.
    3. a b Rychlostní silnice R 48 Bělotín - Nový Jičín - Frýdek-Místek - Český Těšín - státní hranice ČR/Polsko. dalnice-silnice.cz, 28. Juni 2015, abgerufen am 14. Dezember 2025.
    4. Beschluss des Ministerrates vom 29. September 2001. 2001; (polnisch).
    5. Beschluss des Ministerrates vom 19. Mai 2016. 2016; (polnisch).
    6. Novinky z D48. In: ceskedalnice.cz. 25. Juli 2023, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    7. ProjektD47/Dálnice D1: km 296,5 – 376,7. Lipník n. Bečvou–státní hranice Česko/Polsko. U příležitosti napojení Ostravy na dálniční síť. stavba 4704 D47 Lipník n. Bečvou–Bělotín. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., 25. November 2009, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    8. Dálnice D48 MÚK Bělotín–Rybí, I. etapa (Bělotín–Dub). Informační leták. Uvedeno do provozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., Dezember 2023, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    9. Dálnice D48 Dub – Palačov (I/35 Lešná – Palačov). Informační leták. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., September 2025, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch). (PDF; 0,98 MB)
    10. Dálnice Dálnice D48 MÚK Bělotín–Rybí, I. etapa (Palačov–Šenov u N. J.). Informační leták. Uvedeno do provozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., Dezember 2024, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    11. Dálnice D48 MÚK Bělotín–Rybí II. etapa. Informační leták. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., Dezember 2025, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    12. silnice I/58 Příbor – obchvat. Informační leták. Uvedeno do provozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., November 2011, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    13. Dálnice D48 Rybí–MÚK Rychaltice. Informační leták. Uvedeno do provozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., Dezember 2020, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    14. Rychlostní silnice R48 Rychaltice – Frýdek-Místek. Informační leták. Uvedeno do provozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., Dezember 2012, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    15. Dálnice D48 Frýdek-Místek, obchvat I. etapa. Informační leták. Uvedeno do provozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., September 2022, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    16. Dálnice D48. Frýdek-Místek, obchvat. Technická průvodka stavby. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., Januar 2016, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    17. Dálnice D48 Frýdek-Místek, obchvat II. etapa. Informační leták. Uvedeno do provozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., Juli 2023, abgerufen am 21. Dezember 2025 (tschechisch).
    18. Dálnice D48 MÚK Nošovice. Informační leták. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., November 2025, abgerufen am 27. Dezember 2025 (tschechisch).