Rycbrachting

Rycbrachting (auch Rykbrachting, Ribbertinck, Ribberting o. ä.) ist der Name eines erloschenen westfälischen Adelsgeschlechts.

Geschichte

Das Geschlecht stammt von einem namensgebenden Gut in der Havixbecker Bauerschaft Herkentrup, das in den 1990er Jahren Hof Henrichmann genannt wurde.[1][2]

Jacobo dicto Rybrandinch und seine Frau Hildegund kauften 1328 einige Äcker namens dat lant uppen Bleke. Unter den Zeugen der Kaufurkunde befinden sich auch Liebhard genannt Rycbrachting sowie die Brüder Werner und Heinrich genannt Rycbrachting.[3] Am 22. Februar 1329 kaufte derselbe Knappe Jacobo dicto Rycbrachting von Ritter Hermann de Sconenbeke das Haus Welending im Kirchspiel Havixbeck. Nur zwei Tage später verkaufte er Haus Welending mit Zustimmung seiner Frau Hildegund dem Münsteraner Bürger Godefrido dicto Gleyforn.[4] Ein Jahr zuvor hatte der Käufer Godfried von Clevorn schon den Zehnten zu Nartorp, Kirchspiel Havixbeck, von Johann von Beveren erworben. 1338 kauften Jakob genannt Ribbertinck, seine Frau Hildegund und ihre Kinder Zehntrechte aus den Kirchspielen Havixbeck und Billerbeck. Unter den in der Kaufurkunde genannten Zeugen findet sich u. a. ein Hermann von Wickede. 1354 schenkte Leyfhardus Rycbertingh der Kirche zu Hohenholte zu seinem Seelenheil und zum Gedenken an seine Eltern eine jeweils am St.-Martinstag zu zahlende Jahresrente aus seinem Kamp zu Ribbertinck (Ricbertingh) in der Bauerschaft Hollenbeck im Kirchspiel Altenberge. 1355 bestätigte der für Graf Ludolf von Steinfurt tätige Freigraf Friedrich von Emmern, dass Jacobus Ribbertinch und seine Frau Hildegund in Übereinstimmung mit Jacobus’ Brüdern Liebhard und Eberhard der Priorin und dem Konvent des Klosters Hohenholte eine im Kirchspiel Havixbeck in der Bauerschaft Lasbeck gelegene Hufe mit allem Zubehör und Rechten geschenkt hatten. 1361 verkauften Eberhard Ribbertinch und seine Frau Amele der Äbtissin Gertrud von Scheven und dem ganzen Konvent des Klosters Hohenholte den Wevers Kotten in der Bauernschaft Aulendorf im Kirchspiel Billerbeck. Unter den Zeugen wird an erster Stelle ein Jacobo Ribbertinch genannt.[5]

Wappen

Blasonierung: Von Schwarz über Gold geteilt; oben zwei silberne in die Ecken geneigte Lilien. Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein schwarzes ovales Schirmbrett mit drei silbernen Lilien belegt.[6]

Aufgrund der Wappenübereinstimmung bzw. -ähnlichkeit vermutet Anton Fahne eine Stammesverwandtschaft mit den von Herbern aus Herbern (Ascheberg) und den in Wickede ansässigen Bogmann (auch: Bocgemann, Boggemann, Bockmann, Bodgemann o. ä.).[7] Letztere wiederum hält Johann Dietrich von Steinen für stammesverwandt mit den wappenähnlichen von Wickede (Rot über Silber mit goldener Lilie; alternativ auch zwei Lilien).[8]

Literatur

  • Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 345 (Google Bücher).
  • Erwin Dickhoff: Ricbrachtinc – Ribbertinck – Ribbert. Zur Geschichte eines münsterländischen Hofes und seiner Familien. In: Geschichtsblätter des Kreises Coesfeld, Nr. 21 (1996), S. 79–114.
  • Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 105 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfln. 262 (hhu.de).

Einzelnachweise

  1. Dickhoff (1996).
  2. Hugo Kemkes, Manfred Wolf (Bearb.): Die Lehnregister der Bischöfe von Münster 1379–1450 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XXVIII: Westfälische Lehnbücher, Bd. 3), Münster 2007, S. 58.
  3. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 211u / Stift Hohenholte / Urkunden, Nr. 23, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  4. Vereinigte Westfälische Adelsarchive, HarKe.Möl.Uk / Haus Möllenbeck, Urkunden, Nr. HarKe.Möl.Uk - 2 und 3, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  5. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 211u / Stift Hohenholte / Urkunden, Nr. 26, 32, 33 und 35, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  6. Spießen (1901–1903), S. 105.
  7. Fahne (1858), S. 345. Zu den von Bogmann siehe ebenda, S. 65 und zu den von Herbern/Herborn ebenda, S. 213.
  8. Johann Dietrich von Steinen: Westphälische Geschichte mit vielen Kupfern, 2ter Teil. Meyer, Lemgo 1755, S. 759 ff. (Google Bücher). Zu den von Wickede siehe auch: Anton Fahne: Die Herren und Freiherren v. Hövel nebst Genealogie der Familien, aus denen sie ihre Frauen genommen haben, 1. Band, II. Abteilung, 1860, S. 202–206 (hhu.de).