Ruth Crepon

Ruth Crepon (* 7. August 1934 in Lößnitz als Ruth Leonhardt; † 3. März 2025 in Neubrandenburg) war eine deutsche Kunstwissenschaftlerin und Museumsdirektorin.

Leben und Werk

Ruth Crepon war die Tochter eines Zimmermanns. Sie machte das Abitur und studierte von 1967 bis 1971 in Berlin an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED. Dort wurde sie als Mitglied eines Kollektivs zum Dr. phil. auf dem Gebiet der Kultur- und Kunstwissenschaft promoviert. Am Institut lernte sie den späteren Schriftsteller Tom Crepon kennen, den sie 1971 heiratete. Die Ehe wurde später geschieden.

Von 1971 bis 1972 hatte sie eine Dozentur an der Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt. Von 1971 bis 1981 war sie Direktorin des Zentrums Bildende Kunst Neubrandenburg und von 1981 bis 1998 Gründungsdirektorin der neu aufgebauten Kunstsammlung Neubrandenburg, deren frühere Bestände seit den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs verschollen sind. Sie setzte sich u. a. für die Rückführung der Arbeiten regionaler Künstler, darunter Paul Holz und Marie Hager, ein. Viele Ankäufe und Schenkungen sind ihr zu verdanken, und die Sammlung ist bis heute von ihrer Sammelarbeit geprägt. 1977 wurde sie mit dem Fritz-Reuter-Kunstpreis des Rates des Bezirkes Schwerin geehrt.

Die Tochter Ruth Crepons, Jana Crepon, ist Landschaftsarchitektin und Hochschullehrerin in Amsterdam.

Ruth Crepon wurde in Amsterdam beigesetzt.

Rezeption

„Ruth Crepon war eine gestandene Museumsfrau, die für das Museum und die bildende Kunst brannte, begeistern konnte, leidenschaftlich für die Kunstsammlung Neubrandenburg kämpfte und sich schützend vor sie stellte.“

Elke Pretzel, Kunstwissenschaftlerin[1]

Publizierter Essay

  • Zur Arbeit des Zentrums Bildende Kunst Neubrandenburg. In: Bildende Kunst, Berlin, 1973, S. 610–614

Einzelnachweis

  1. Susanne Schulz: Ein Leben für die Kunst: Trauer um Ruth Crepon. 4. März 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025.