Rutger I. (Kleve)

Rutger I. von Kleve (auch Roger) gilt als der erste Graf von Kleve, die im Zusammenhang mit der Aufteilung der Grafschaft Hamaland um 1020/25 entstand.

Die adligen Gebrüder Gerhard Flamens und Rutger Flamens stammten aus Flandern. Als Balduin IV. von Flandern die Mark Ename (Grafschaft Aalst) im Brabantgau Zug um Zug eroberte, sahen sie sich dort geschädigt und beschwerten sich um 1020 bei Kaiser Heinrich II. Weil die Grafschaft Hamaland nach dem Mord am Immedinger Dietrich von Hamaland um 1017 frei geworden war, regelte der Kaiser die Verhältnisse. Gerhard war Schwiegersohn des letzten Grafen von Hamaland. Er wurde mit der Burg Wassenberg und Umfeld im Hettergau belehnt und erhielt den Anspruch auf das südliche Hamaland. In der Folge wurde er zum Ahnherrn der Grafen von Geldern. Das lange umkämpfte nördliche Hamaland wurde am Ende zu Grafschaft Zutphen.

Rutger erhielt die bisherige Gaugrafschaft Kleve, die sich südlich vom Rhein etwa bis Kalkar erstreckte, und wurde zum Ahnherrn der Grafen von Kleve. Die Dauer von Rutgers Regierung ist ungewiss und wird nur vage auf etwa 1020–1050 datiert. Seine Frau hieß Wazela von Lotharingen, vermutlich eine der unehelichen Töchter des rheinischen Pfalzgrafen Ezzo († 934).

Der Sohn Rutger II. (ca. 1050–1075 ?) wurde sein Nachfolger, von dem kaum etwas bekannt ist.

Literatur

  • Thomas R. Kraus: Studien zur Frühgeschichte der Grafen von Kleve und der Entstehung der klevischen Landesherrschaft. In: Rheinische Vierteljahrsblätter. Band 46, 1982, S. 1–47.
  • H.H. Joengbloed: Immed „von Kleve“ (um 950). AHVN Heft 209, S. 13–44 (2006)
  • Heinz Wolter: Ezzo | Portal Rheinische Geschichte. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
VorgängerAmtNachfolger
Graf von Kleve
um 1020/25–1050
Rutger II.