Präsidentschaftswahl in Russland 1991

Präsidentschaftswahl in Russland 1991
StaatRussland
Datum12. Juni 1991
Wahlbeteiligung74,7 %
KandidatenBoris JelzinNikolai Ryschkow
StellvertreterAlexander RuzkoiBoris Gromow
ParteienParteilosKPdSU
Stimmen45.552.041
58.6 %
13.359.335
17.2 %
Mehrheiten nach Föderationssubjekten
← - 1996

Die Präsidentschaftswahl in Russland 1991 fand am 12. Juni 1991 statt. Sie gilt als die erste demokratische Präsidentschaftswahl in der Geschichte Russlands.

Seit 1994 ist der 12. Juni als Tag Russlands einer der Feiertage in Russland.

Hintergrund

Bei der Wahl der Mitglieder der unteren Kammer des Obersten Sowjets Russlands des Kongresses der Volksabgeordneten Russlands im Rahmen der russischen Parlamentswahl 1990 gewannen kommunistische Kandidaten 86 % der Sitze.[1] Am 31. Mai 1990 wurde Boris Jelzin von den Mitgliedern dieses Gremiums zum Vorsitzenden des Obersten Sowjets der Russischen Föderation gewählt; dies machte ihn de facto zum Anführer der Russischen SFSR. Die Abstimmung endete relativ knapp, da der sowjetische Führer Michail Gorbatschow erfolglos versucht hatte, genügend Mitglieder des Obersten Sowjets davon zu überzeugen, gegen Jelzin zu stimmen. Jelzin bemühte sich aktiv darum, die Schaffung eines Präsidentenamtes und die Abhaltung einer Volkswahl zu dessen Besetzung voranzutreiben. Viele Bürger sahen darin den Wunsch Jelzins, ein Mandat und eine von der gespaltenen Legislative unabhängige Macht zu besitzen.[2] Es gelang ihm schließlich, am 14. März 1991 in Russland ein Referendum darüber abzuhalten, ob Russland die Ämter des Präsidenten und des Vizepräsidenten schaffen und Wahlen zu dessen Besetzung abhalten sollte.[3] Die Bevölkerung stimmte mit 71,4 % für die Schaffung dieser Ämter und die Abhaltung von Wahlen zu deren Besetzung.[4]

Am 4. April ordnete der Kongress der Volksabgeordneten die Ausarbeitung von Gesetzen an, um die Wahl zu genehmigen. Obwohl noch kein offizieller Termin für die Wahl festgelegt wurde, setzte der Kongress der Volksabgeordneten die Wahl vorläufig auf den 12. Juni fest.[5] Es sollten parallel Präsident und Vizepräsident der Russischen SFSR für eine Amtszeit von jeweils fünf Jahren gewählt werden.[6] Am selben Tag sollten außerdem die Bürgermeisterwahlen von Moskau und Leningrad sowie Exekutivwahlen der Föderationssubjekte wie Tatarstan abgehalten werden.[7] Auch eine Reihe von Referenden waren angesetzt, bei denen etwa Einwohner bestimmter Städte abstimmen konnten, ob diese zu den historischen Stadtnamen zurückkehren wollten.[8]

Ergebnis

Kandidat (Präsident) Kandidat (Vizepräsident) Anzahl der Stimmen % der Stimmen
Boris Jelzin Alexander Ruzkoi 45.552.041 58,56
Nikolai Ryschkow Boris Gromow 13.359.335 17,22
Wladimir Schirinowski Andrei Sawidija 6.211.007 7,98
Aman Tulejew Wiktor Botscharow 5.417.464 6,96
Albert Makaschow Alexei Sergejew 2.969.511 3,82
Wadim Bakatin Ramasan Abdulatipow 2.719.757 3,50
„Gegen alle“ 1.525.410 1,96
79.507.282 100,00
Wahlbeteiligung 106.484.518 74,67

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Электоральная статистика - Республика Алтай. Archiviert vom Original am 24. November 2003; abgerufen am 9. Dezember 2025.
  2. YELTSIN IS HANDILY ELECTED LEADER OF RUSSIAN REPUBLIC IN SETBACK FOR COMMUNISTS (Published 1991). 14. Juni 1991 (nytimes.com [abgerufen am 9. Dezember 2025]).
  3. A defining moment in the Soviet breakup. In: The Washington Post. 10. Juni 2011, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 9. Dezember 2025]).
  4. Сообщение об итогах референдума РСФСР. Archiviert vom Original am 8. Januar 2012; abgerufen am 9. Dezember 2025.
  5. F&P; RFE/RL Archive. Archiviert vom Original am 17. September 2018; abgerufen am 9. Dezember 2025.
  6. A defining moment in the Soviet breakup. In: The Washington Post. 10. Juni 2011, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 9. Dezember 2025]).
  7. RBTH, Sergei Markedonov, Special to Russia Now: The man behind the Tatarstan model. 29. Januar 2010, abgerufen am 9. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  8. F&P; RFE/RL Archive. Archiviert vom Original am 21. September 2018; abgerufen am 9. Dezember 2025.