Rukshana Kapali
Rukshana Kapali (Newari रुक्शना कपाली; * 1999) ist eine nepalesische Menschenrechtlerin aus der indigenen Newar-Gemeinschaft, die sich in ihrer Heimat für die Rechte transgeschlechtlicher Menschen einsetzt.[1] Sie wurde 2023 in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.[2] 2024 zählte sie TIME zu den TIME100 Next.[1]
Leben
Kapali gehört der indigenen Newar-Gemeinschaft an.[1] Als Schülerin war sie Anfeindungen und Ausgrenzung ausgesetzt, die sie im Alter von 14 Jahren in einem Schreiben an ihre Schule dokumentierte.[3] Sie studierte zunächst Linguistik und Soziologie an der Tribhuvan-Universität, wo ihr wegen widersprüchlicher Angaben in Schulzeugnissen eine reguläre Registrierung verweigert wurde.[4] Später wechselte sie ins Jurastudium am Chakrabarti Habi Education Academy College of Law in Kathmandu.[5] Zugleich beschäftigte sie sich mit Nepal Bhasa und veröffentlichte ein kleines Wörterbuch zu Begriffen rund um Gender und Sexualität in dieser Sprache.[5] In Kathmandu setzt sie sich überdies in zivilgesellschaftlichen Zusammenschlüssen wie der Queer Youth Group, welche die Trans Pride Parade organisiert.[6]
Wirken
Seit 2021 strengte Kapali zur Durchsetzung einer auf Selbstbestimmung beruhenden rechtlichen Anerkennung von Geschlechtsidentität mehr als 50 Verfahren gegen staatliche Stellen an.[7] Im Zuge dieser Kampagne wandte sie sich an den Obersten Gerichtshof, nachdem Universitäten und Behörden sie wegen nicht angepasster Dokumente benachteiligt hatten.[8] Am 6. November 2023 entschied der Oberste Gerichtshof Nepals in ihrem Fall, dass sie auf allen amtlichen Dokumenten als Frau anzuerkennen ist und dass hierfür keine medizinischen Nachweise verlangt werden dürfen; die Veröffentlichung der schriftlichen Begründung folgte 2024.[8][7] Das Gericht bekräftigte dabei das in Artikel 16 der Verfassung verankerte Recht auf Würde und Selbstbestimmung und stellte mit der verweigerten Registrierung durch die Tribhuvan-Universität eine Verletzung ihres Rechts auf Bildung fest.[8] Zwar gilt das Urteil unmittelbar nur für Kapali, andere Transpersonen müssen ihre Anerkennung weiterhin in eigenen Verfahren erstreiten;[7] juristische Beobachter ordneten die Entscheidung jedoch als wichtigen Präzedenzfall ein.[9] Für ihre Arbeit erhielt Kapali internationale Anerkennung, darunter die Aufnahme in die BBC-Liste 100 Women im Jahr 2023 und in die Liste TIME100 Next im Folgejahr.[2][1]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Rukshana Kapali. In: time.com. 2. Oktober 2024, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b Nepal’s Ruksana Kapali listed in BBC 100 Women 2023. In: myrepublica.nagariknetwork.com. 21. November 2023, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Nepal Promised Trans Students Protection. They’re Still Waiting. In: globalpressjournal.com. 4. Mai 2023, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Tribhuvan University system doesn’t recognise transgender student. In: kathmandupost.com. 9. Juni 2022, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b FII Interviews: In Conversation With Nepal’s Transgender Rights Activist Rukshana Kapali. In: feminisminindia.com. 18. März 2024, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Championing change. In: kathmandupost.com. 9. Dezember 2023, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b c Nepal Supreme Court Rules Trans Woman Is a Woman. In: hrw.org. 31. Juli 2024, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
- ↑ a b c SC rules in favour of gender change. In: thehimalayantimes.com. 29. Juli 2024, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Nepal Supreme Court grants legal recognition to transgender woman without medical verification. In: jurist.org. 1. August 2024, abgerufen am 2. Januar 2026 (englisch).