Rufin Gawrilowitsch Sudkowski

Rufin Gawrilowitsch Sudkowski (russisch Руфин Гаврилович Судковский, ukrainisch Руфін Гаврилович Судковський; * 7. Apriljul. / 19. April 1850greg. in Otschakow, Gouvernement Cherson, Russisches Kaiserreich; † 4. Februarjul. / 16. Februar 1885greg. ebenda) war ein russischer Landschaftsmaler, der sich auf Marine- und Seestücke spezialisierte. Rufin Sudkowski war außerdem als erster Ehemann der bekannten Illustratorin Jelena Samokisch-Sudkowskaja bekannt.

Leben

Sudkowski kam in Otschakow, einer Stadt an der Mündung des Dnepr-Bug-Limans ins Schwarze Meer in der heutigen Ukraine als Kind einer Priesterfamilie zur Welt. Die Familie des Künstlers gehörte über mehrere Generationen hinweg dem orthodoxen Klerus an. Sein Großvater war einer der ersten Priester von Otschakow. Der Familientradition folgend, besuchte er ab 1862 die theologische Schule in Odessa und nach zwei Jahren das theologische Seminar Cherson, ebenfalls in Odessa. Während seines Studiums begann er zu malen, kam mit der Künstlerszene in Odessa in Kontakt und beschloss schließlich, Maler zu werden. Im Juli 1868 brach er das theologische Seminar ab und ging nach Sankt Petersburg, wo er ein Studium an der Kaiserlichen Kunstakademie begann. Nachdem sich seine finanzielle Situation und seine Gesundheit während des Studiums an der Akademie verschlechtert hatte, zog er im Frühjahr 1871 nach einer Studienzeit von zwei Jahren und zwei Monaten zurück nach Otschakow.

Dort begann er nun eigenständig künstlerisch zu arbeiten. Obwohl seine kreative Arbeit zumeist an seinem Heimatort stattfand, beteiligte er sich stets am künstlerischen Leben von Sankt Petersburg, wo er 1877 als Künstler 2. Grades und zwei Jahre darauf als Künstler 1. Grades als Mitglied in die Akademie der Künste aufgenommen wurde. 1874 und 1880 bereiste er Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien. Aus diesen Reisen schöpfte er viel Inspiration, die er in seine folgenden Arbeiten einfließen ließ. 1880 und 1881 gab es Ausstellungen seiner Gemälde in Sankt Petersburg und Moskau, wobei unter anderem der Kunstmäzen und -sammler Pawel Tretjakow Gemälde von ihm für seine Kunstsammlung erwarb. Seine Werke wurden des Weiteren in Antwerpen, Berlin, Odessa, Charkow und Jekaterinburg ausgestellt. Während der Organisation einer von Mykola Muraschko angeregten Ausstellung in Kiew erkrankte Sudkowski an Typhus und kehrte nach Otschakow zurück, wo er dreizehn Tage später 34-jährig starb. Auf Sudkowskis Grab, das sich auf dem Gelände des Militärhistorischen Museums Otschakow befindet, wurde eine Büste des Künstlers errichtet, die nach einem Modell seiner Ehefrau gegossen wurde (ein Werk des Bildhauers Boris Eduards).

Werk

Sudkowski entwickelte in seiner heimatlichen Küstenstadt gleichzeitig zwei Themen: Die Steppe und das Meer. Viele seiner Werke spiegelten auch das ukrainische Volksleben. Sein Hauptthema war jedoch das Element Wasser. Er stellte das Meer in unterschiedlichen Farb- und Lichteffekten, zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten und in vielfältigen Zuständen dar. Die berühmtesten seiner Werke sind: Klares Wasser (1879–1884), Bucht von Otschakow (1881), Das Schweigen des Meeres (1883) und Ruhe von 1884. Am 28. April 1982 wurde in seinem Wohnhaus ein ihm gewidmetes Museum eingerichtet.

Gemälde von Rufin Sudkowski befinden sich heute unter anderem im Nationalen Kunstmuseum der Ukraine und dem Kiewer Nationalen Kunstgalerie (Національний музей «Київська картинна галерея») in Kiew, im Russischen Museum in Sankt Petersburg[1][2], im Kunstmuseum von Nikolajew[3] und im Kunstmuseum von Lugansk.[4]

Commons: Rufin Sudkowskyj – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Biografie Rufin Sudkowski auf der Webseite der Bibliothek der Oblast Chmelnyzkyj; abgerufen am 28. Januar 2017 (ukrainisch)
  2. Biografie Rufin Sudkowski auf Schulungsunterlagen online -Провідники духовності в Україні; abgerufen am 28. Januar 2017 (ukrainisch)
  3. Artikel zum Kunstmuseum Mykolajiw in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 27. Januar 2017 (englisch)
  4. Artikel zum Kunstmuseum Luhansk in der Encyclopedia of Ukraine; abgerufen am 27. Januar 2017 (englisch)