Rue Madame de Sévigné

Rue Madame de Sévigné
Lage
Arrondissement 3. 4.
Viertel Saint-Gervais Archives
Beginn Rue de Rivoli Rue Saint-Antoine
Ende Rue du Parc Royal
Morphologie
Länge 386 m
Breite 10 m
Geschichte
Entstehung 1854
Benennung 2023
Ursprungsnamen Rue de la Culture Sainte-Catherine
Rue de la Couture Sainte-Catherine
Rue du Val
Rue de Sévigné (27. Februar 1867–15. Dezember 2023)
Koordinaten
48° 51′ N, 2° 22′ O
Kodierung
Paris 8583[1]
Commons: Rue Madame-de-Sévigné (Paris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die Rue Madame de Sévigné ist eine Straße im 3. und 4. Arrondissement von Paris. Die Arrondissementgrenze ist durch die Rue des Francs-Bourgeois markiert.

Lage

Die Straße führt als Einbahnstraße von Nord nach Süd. Sie beginnt an der Kreuzung zur Rue Saint-Antoine und endet am Square Léopold Achille an der Kreuzung mit der Rue du Parc-Royal.

Namensursprung

Die Straße ist nach Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné (1626–1696) benannt. Sie wohnte im Hôtel Carnavalet von 1677 bis zu ihrem Tod. Dieses Hôtel ist 1880 zum Musée historique de la ville de Paris (Musée Carnevalet) geworden.

Geschichte

Die Straße entstand durch die Zusammenfassung zweier Straßen:

  • Rue de la Culture Sainte-Catherine oder Rue de la Couture Sainte-Catherine
  • Rue du Val, unter dem frühere Name des Abschnitts zwischen der Rue des Francs-Bourgeois und der Rue du Parc-Royal

Die Straße wurde 1545 als Verlängerung einer Sackgasse, die aus einem Patrouillenweg der Stadtmauer Philipps II. August entstand, eröffnet und führte zur Kirche Sainte-Catherine.[2]

Durch Beschluss des Stadtrats von Paris vom 15. Dezember 2023 wird die Rue de Sévigné zur Rue Madame de Sévigné.[3]

Sehenswürdigkeiten

  • Am 13. Juni 1392 wurde der Konstabler Olivier V. de Clisson am Eingang zur Rue Culture-Sainte-Catherine von Pierre de Craon angegriffen. Er wurde schwer verletzt, überlebte aber. An der Ecke der Straße und der Rue Saint-Antoine steht eine Statue der Heiligen Katharina.
  • Nr. 1 bis 7: An dieser Stelle befand sich die Stadtmauer Philipps II. August.[4]
  • Nr. 5: Eine Plakette zeigt an, dass hier die Klinik von François-Vincent Raspail war.[5]
  • Nr. 7: Hôtel de Chavigny, ehemaliges Hôtel d’Évreux (zu dem auch Nr. 9 gehörte), dann Hôtel Poulletier; das Gebäude steht unter Denkmalschutz. In den Kellern der Nummer 7 befinden sich Reste eines Turms aus der Stadtmauer Philipps II. August[5]. Heute ist hier eine Feuerwache.
    • Auf dem Bürgersteig steht noch ein alter Feuermelder. Dieses Modell wurde 1947 hergestellt. Nach dem Einschlagen der Scheibe wird ein Telefonalarm ausgelöst, der mit der nächsten Feuerwache verbunden ist. Eine Nachricht verkündet: „Sobald der Alarm verstummt, rufen Sie deutlich in die Sprechmuschel des Telefons die Art des Feuers, die Straße und die Nummer. Wiederholen Sie diese Anweisungen, bis ein surrendes Geräusch zu hören ist, das anzeigt, dass die Feuerwehrleute abziehen.“[6]
  • Nr. 13: An der Stelle der Scheune des Klosters Sainte-Catherine-du-Val-des-Écoliers wurde das Hotel Poulletier errichtet, das Léon Bouthillier de Chavigny gleichzeitig mit seinem Hotel in der Hausnummer 7 erwarb. Rechts im Hof steht noch die alte Orangerie des Hotels Chavigny[7]. Mehrere Elemente stehen unter Denkmalschutz. Insbesondere im hinteren Teil des Hofes befindet sich diese seltsame Holzdatscha aus dem frühen 20. Jahrhundert, die einem Unternehmen gehört, das künstlerische Veranstaltungen organisiert.
  • Nr. 21: Denkmalgeschützte Ladenfront
  • Nr. 23: Musée Carnavalet
  • Nr. 46–48: Ehemaliges Hotel Neaulieu, Nebenstelle des Ateliers der schönen Künste der Stadt Paris
  • Nr. 52: Hôtel de Flesselles, in dem Jacques de Flesselles, der letzte Vorsteher der Pariser Kaufleute, residierte. Das 1908 zerstörte Portal des alten Hotels wurde am Eingang des 1968 errichteten Gebäudes rekonstruiert.

Einzelnachweise

  1. www.capgeo.sig.paris.fr/
  2. Jacques Hillairet, Dictionnaire historique des rues de Paris, Éditions de Minuit, S. 515
  3. Protokoll
  4. Renaud Gagneux, Denis Prouvost und Emmanuel Gaffard: Sur les traces des enceintes de Paris: promenades au long des murs disparus. Hrsg.: Parigramme. 2004, ISBN 978-2-84096-322-6, S. 39.
  5. a b Jacques Hillairet, Dictionnaire historique des rues de Paris, Bd. 2, S. 515
  6. Hélène Hatte und Valérie Rialland-Addach: Patrimoine insolite du Paris d'autrefois. In: Christine Bonneton (Hrsg.): Guide insolite. 2015, ISBN 978-2-86253-669-9.
  7. Alexandre Gady,: Le Marais: guide historique et architectural. Hrsg.: Carré. 1994, ISBN 978-2-908393-09-5.