Rudolf von Arps-Aubert

Ernst Rudolf von Arps-Aubert (* 10. April 1894 in Halle (Saale); † 15. November 1945 in Bautzen[1]) war ein deutscher Kunsthistoriker, Museumsleiter und SD-Agent im Rang eines SS-Sturmbannführers. Er war von 1936 bis 1945 Direktor des König-Albert-Museums in Zwickau.

Leben

Arps-Aubert war ein Sohn des Geheimen Konsistorialrats Arnold Arps, der 1912 in den erblichen Adelsstand erhoben wurde,[2] und wuchs in vermögenden Verhältnissen auf. Nach dem Schulbesuch in Berlin-Lichterfelde diente er als Unteroffizier im Ersten Weltkrieg, geriet aber nach wenigen Monaten in russische Gefangenschaft, die er in Sibirien verbrachte. Nach seiner Rückkehr studierte er drei Semester Rechtswissenschaften (ohne Abschluss) und war dann als Bankangestellter tätig. Ab 1926 studierte er Kunstgeschichte an der Universität Halle und schloss dieses Studium 1931 mit seiner Promotion zum Dr. phil. ab. Thema seiner Dissertation war die Entwicklung des Tierbilds bei dem niederländischen Barockmaler Paulus Potter.[1]

Rudolf von Arps-Aubert heiratete 1929 die Sozialbeamtin Luise Mathilde Gertrud Matz (1900–1991), Enkelin des Berliner Architekten Martin Gropius. Das Paar bekam zwei Söhne.[1]

Von 1932 bis 1936 war er wissenschaftlicher „Hilfsarbeiter“ des Grünen Gewölbes in Dresden. Zum 1. Mai 1933 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 2.454.113),[3] er war Schulungsleiter und Blockwart.[4] 1936 wurde er als Nachfolger von Sigfried Asche Direktor des König-Albert-Museums in Zwickau. Seine Karriere im Kulturbereich wurde durch den Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (SD), dessen Informant er in Sachsen war, aktiv befördert. In der internen SD-Korrespondenz wurde er als einer „der besten V-Männer der Außenstelle Zwickau“ bezeichnet.[1]

Bereits vor dem Tod des schwer erkrankten Direktors des Grünen Gewölbes Erich Haenel bemühte sich von Arps-Aubert ausweislich seiner SD-Personalakte um dessen Nachfolge in Dresden und erfuhr in dieser Richtung die volle Unterstützung des SD. Als Kenner barocker Möbel und ehemaliger Mitarbeiter in Dresden schien er auch seinem Netzwerk im SD durchaus geeignet. Die Stelle von Haenel in Dresden wurde jedoch nach seinem Tod 1940 während des Zweiten Weltkrieges nicht neu besetzt. Nach Kriegsende 1945 wurde von Arps-Aubert als Direktor in Zwickau entlassen. Er starb im November 1945 im sowjetischen Speziallager Nr. 4 in Bautzen.[1]

Am Grab seiner Witwe Luise von Arps-Aubert auf dem Parkfriedhof Lichterfelde (Abt. 16-999) in Berlin-Steglitz wird an ihn erinnert.

Schriften

  • Die Entwicklung des reinen Tierbildes in der Kunst des Paulus Potter. Halle (Saale) 1932.
  • Carl Gottlob Mittenzwey: ein Zwickauer Porträtmaler des 19. Jahrhunderts; Verzeichnis seiner Werke anläßlich der Ausstellung im König-Albert-Museum zu Zwickau vom 17. Oktober bis 21. November 1937. Zwickau 1937.
  • 25 Jahre König-Albert-Museum, Zwickauer Kreismuseum. König-Albert-Museum, Zwickau 1939.
  • Sächsische Barockmöbel, 1700–1770. Deutscher Verein für Kunstwissenschaft, Berlin 1939.

Literatur

  • Carsten Schreiber: Elite im Verborgenen. Ideologie und regionale Herrschaftspraxis des Sicherheitsdienstes der SS und seines Netzwerks am Beispiel Sachsens, Oldenbourg Verlag, München 2008, S. 433–434 (Google Books).
  • Karin Müller-Kelwing: Rudolf von Arps-Aubert, In: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Stand 9. Januar 2023.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Karin Müller-Kelwing: Rudolf von Arps-Aubert, In: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Stand 9. Januar 2023.
  2. Preussischer Adelsstand 13. August 1912.
  3. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/760204
  4. Karin Müller-Kelwing, Gilbert Lupfer: Zwischen Kunst, Wissenschaft und Politik - Die Staatlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft in Dresden und ihre Mitarbeiter im Nationalsozialismus. Köln 2020. S. 258