Rudolf Wasserlof
Rudolf Wasserlof (* 1. August 1931 in Wien; † 11. November 2025 ebenda) war ein österreichischer Opernsänger (Bassbariton) und Schauspieler. Von 1973 bis 2011 war er Ensemblemitglied an der Volksoper Wien.
Leben
Wasserlof studierte am Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel, Schauspielengagements führten ihn ans Stadttheater St. Pölten, ans Theater in der Josefstadt und das Kabarett Simpl. Unter dem Pseudonym Rudolf „Rudi“ Walter trat er in den 1950er-Jahren in Spielfilmen in Erscheinung.[1][2]
An der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien absolvierte er parallel zum Schauspielstudium eine Gesangsausbildung. Als Sänger stand er unter anderem an der Wiener Kammeroper auf der Bühne, am Theater an der Wien war er in Musicals wie Der Mann von La Mancha, My Fair Lady und Anatevka (1997) zu sehen.[1][2] 1995 gehörte er als Maurice zur Premierenbesetzung von Die Schöne und das Biest am Raimund Theater.
1973 holte ihn Direktor Karl Dönch an die Volksoper Wien, wo er bis 2011 Ensemblemitglied war und in 2585 Vorstellungen in Opern, Operetten und Musicals auf der Bühne stand. Er wirkte an 26 Premieren mit und absolvierte mit der Volksoper 13 Auslandsgastspiele. Unter anderem war er als Alfred P. Doolittle in My Fair Lady, als Großfürst in Der Zarewitsch, als Kagler in Wiener Blut, als Schneck in Der Vogelhändler, als Vandergelder in Hello, Dolly!, als Enterich in Der Bettelstudent, als Doc in der West Side Story sowie als Zirkusdirektor in Die verkaufte Braut zu erleben.[1][2] 1973 wirkte an der Uraufführung von Kleider machen Leute von Marcel Rubin mit, in der österreichischen Erstaufführung von Boris Blachers Preußisches Märchen übernahm er 1987 den Trödler und in der österreichischen Erstaufführung von Franz Schrekers Irrelohe den Anselmus. Seinen Abschied von der Volksoper gab er am 12. Dezember 2011 als Frosch in der Fledermaus.[1][2]
1987 wurde ihm der Berufstitel Österreichischer Kammersänger verliehen, 1999 erhielt er das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, außerdem war er Ehrenmitglied der Volksoper Wien.[1][2][3]
Wasserlof starb im November 2025 im Alter von 94 Jahren in Wien.[4]
Filmografie (Auswahl)
- 1955: Gasparone
- 1956: Liebe, die den Kopf verliert
- 1956: Liebe, Sommer und Musik
- 1957: Wer die Heimat liebt
- 1957: Lachendes Wien
- 1972: Sorbas (Fernsehfilm)
- 1982: Tatort: Mordkommando
- 1997: Die Bernauerin (Fernsehfilm)
Hörspiele (Auswahl)
- 1959: Werner Wollenberger, Guido Baumann: Unsere kleine Stadt. Musikalisch-kabarettistischer Bilderbogen einer Ortschaft namens Zürich (Züricher Bewohner) – Regie: Nicht angegeben (Kabarett – BR/WDR/Schweizerische Rundspruchgesellschaft) (gelistet als Rudi Walter)
- 1970: Ferdinand von Saar: Leutnant Burda (Hauptmann) – Regie: Hans Krendlesberger (Hörspielbearbeitung – ORF Wien)
- 1972: Peter Slavik: Amo Amas Amat (Polizist) – Regie: Hans Krendlesberger (Hörspiel – ORF)
- 1974: Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit – Regie: Hans Krendlesberger (Hörspielbearbeitung – ORF Wien)
Quellen: ARD-Hörspieldatenbank und Ö1-Hörspieldatenbank
Diskographie (Auswahl)
- 1985: Die Csárdásfürstin, Orchester und Chor der Volksoper Wien unter Rudolf Bibl, Hamburg, TELDEC
- 1996: Die Schöne und das Biest, Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter Caspar Richter, Hamburg, Polygram
- 2005: Johann Strauss: Der Zigeunerbaron, Orchestre national de France und Chor von Radio France unter Armin Jordan (vom Montpellier Festival), Naïve 5002
Auszeichnungen
- 1987: Verleihung des Berufstitels Österreichischer Kammersänger[2]
- 1999: Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst[3]
- Ehrenmitglied der Volksoper Wien[2]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Musik als Lebensraum: Rudolf Wasserlof mit 94 Jahren gestorben. In: DerStandard.at/APA. 11. November 2025, abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ a b c d e f g Die Volksoper trauert um ihr Ehrenmitglied KS Rudolf Wasserlof. In: volksoper.at. 11. November 2025, abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ a b 10542/AB XXIV. GP - Anfragebeantwortung. In: parlament.gv.at. 23. April 2012, abgerufen am 11. November 2025.
- ↑ Rudolf Wasserlof hat der Bühne des Lebens Adieu gesagt. In: Salzburger Nachrichten/APA. 11. November 2025, abgerufen am 11. November 2025.