Rudolf Wachsmuth
Rudolf Wachsmuth (* 31. Dezember 1828 in Leipzig; † 26. Juli 1890 ebenda) war ein deutscher Jurist.
Leben
Wachsmuths Vater war der Historiker Wilhelm Wachsmuth. Von 1840 bis 1846 besuchte er die Alte Nikolaischule in Leipzig, bevor er an den Universitäten Leipzig und Heidelberg Jura studierte. Anschließend arbeitete er in verschiedenen Anwaltskanzleien in Leipzig, bevor er sich 1855 als Rechtsanwalt und Notar selbstständig machte. 1856 wurde er als juristischer Beirat für die Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt berufen.
Wachsmuth saß in den Verwaltungsräten mehrerer Eisenbahngesellschaften und gründete 1872 die Leipziger Immobiliengesellschaft. Seit 1875 war er Vorsitzender der Leipziger Handelskammer. Außerdem saß er im Stadtparlament von Leipzig, im Kirchenvorstand der Nicolai-, später der Thomaskirche und in der Direktion der Gewandhauskonzerte. 1877 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Leipziger Universität.
1885 wurde Wachsmuth österreichischer Konsul, 1889 wurde er Mitglied der ersten Kammer des sächsischen Landtags.
Wachsmuth war mit Franziska Poeppig, einer Tochter des Naturforschers Eduard Friedrich Poeppig, verheiratet. Noch zu Lebzeiten Wachsmuths starben alle seine Geschwister, drei seiner Kinder und seine Ehefrau.
Literatur
- Karl W. Whistling: Dr. Rudolf Wachsmuth: ein Erinnerungsblatt. Giesecke & Devrient, Leipzig 1890 (Digitalisat).
- Margarete Wachsmuth (Hrsg.): Rudolf Wachsmuth: Gedenkblätter für seine Freunde. Hirzel, Leipzig 1891 (Digitalisat).
- Gustav Wustmann: Wachsmuth, Karl Ernst Rudolf. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Bd. 55 (1910), S. 352–354 [Online-Version: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117077232.html#adbcontent]