Rudolf Schneider (Politiker)

Rudolf Heinrich Schneider (* 29. November 1874 in Arnsdorf bei Haida, Österreich-Ungarn; † 22. Januar 1944 in Haida, Reichsgau Sudetenland) war ein tschechoslowakischer Politiker (Deutsche Nationalpartei) deutscher Nationalität. Er war von 1925 bis 1929 Abgeordneter der Nationalversammlung der Ersten Tschechoslowakischen Republik.

Leben und Wirken

Er war der Sohn des Glasmalers Anton Schneider aus Arnsdorf im Amtsbezirk Haida und dessen Ehefrau Maria, der Tochter des Glasschneiders Johann Ullmann.[1] Wie sein Vater erlernte Schneider nach dem Besuch der Volksschule den Beruf des Glasmalers und lebte in Arnsdorf. Nach der Gründung der Tschechoslowakei trat er der ebenfalls neugegründeten Deutschen Nationalpartei bei. Nach dem Mandatsverzicht von Alfred Rosche am 10. Juli 1928 rückte Schneider am 15. September 1928 in das Abgeordnetenhaus in Prag nach.[2] Bei den Wahlen 1929 wurde er nicht mehr wiedergewählt.

Nach dem Münchner Abkommen 1938 und der Bildung des Reichsgaus Sudetenland wurde er deutscher Staatsbürger. Am 28. Mai 1940 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Oktober desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.079.153).[3] Vier Jahre später starb er in Haida.[4] Er war zweimal verheiratet.

Literatur

  • Mads Ole Balling: Von Reval bis Bukarest. Statistisch-biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1919–1945. 1991. S. 316.

Einzelnachweise

  1. Eintrag in der Geburtsmatrik im Staatlichen Archiv Leitmeritz
  2. Eintrag beim Parlament der Tschechischen Republik
  3. Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/38890543
  4. Balling nennt Arnsdorf als Sterbeort. Laut Eintragung in der Geburtsmatrik erfolgte der Tod Schneiders 1944 jedoch in Haida, wohin Arnsdorf seit 1942 und auch noch heute eingemeindet ist.