Rudolf Rempel (Chemiker)
Rudolf Arnold Rempel (* 1. Februar 1859 in Bielefeld; † 21. Juli 1893 in Gelsenkirchen-Ückendorf) war ein deutscher Chemiker und Erfinder.
Rempel war ein Sohn des Bielefelder Unternehmers Rudolf Rempel. Die philosophische Fakultät der Universität Zürich promovierte Rempel am 19. Dezember 1883 zum Doktor.[1]
Er arbeitete bei der AG für Kohlendestillation[2] in Bulmke bei Gelsenkirchen, deren Direktor Albert Hüssener[3] war. In seiner Freizeit experimentierte er zusammen mit seiner Frau Maria Rempel um ein Einkochverfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln zu finden, wobei er auf den Erkenntnissen von Nicolas Appert aufbaute. In den 1880er Jahren entwickelte er Gläser, deren Ränder glatt geschliffen waren und mit Gummiringen und Blechdeckeln verschlossen wurden. Rempel konstruierte auch Apparate, um die Gläser während des Einkochens geschlossen zu halten. Diese Erfindung ließ er sich 23. April 1892 als Apparat zum selbstthätigen Schließen und Entluften von Sterilisirgefäßen[4] patentieren.[5] Nach Rempels frühem Tod verkaufte seine Witwe das Patent an Albert Hüssener. Zu den ersten Kunden gehörte Johann Carl Weck, der das Patent und das Alleinverkaufsrecht an seinen Gläsern und Geräten erwarb, bekannt machte und das dem Verfahren seinen Namen gebende Unternehmen J. Weck & Co. gründete. Bis 2023 J. Weck GmbH & Co. KG.
Veröffentlichungen
- Derivate der Korksäure, Inaugural-Dissertation der philosophischen Fakultät der Universität Zürich, Stuttgart 1883 Google Digitalisat
- Nachweisung mikroskopischer Organismen in Getreide und Futtermitteln
- Ein neuer Extraktionsapparat, insbesondere für experimentelle Untersuchungen
- Die Ursachen der Bildung von schlechtem Rohspiritus bei der ununterbrochenen Destillation; 1885
Weblinks
- Eine kurze Geschichte des Einkochens auf der Website der RWTH Aachen; abgerufen am 30. Dezember 2025.
- Martina Meißner: 22.05.1895: Johann Weck erwirbt das Patent für ein Einkochverfahren. Zeitzeichen der Geschichts-Podcast vom 22. Mi 2025.
- Patent DE000000066898A in der Datenbank DEPATISnet des Deutschen Patent- und Markenamtes
Einzelnachweise
- ↑ Bericht des academischen Senates an die hohe Direction des Erziehungswesens über die Wirksamkeit der Universität von Ostern 1883 bis Ostern 1884. S. 26.
- ↑ Bild einer Aktie dieser AG mit einer kurzen Firmengeschichte.
- ↑ Gertrud Milkereit: Hüssener, Albert. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 9. Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 746 (deutsche-biographie.de).
- ↑ Radiosendung WDR Zeitzeichen vom 24. April 2007
- ↑ Patentschrift DE000000066898A mit beigefügter Zeichnung.