Rudolf Nemmer
Rudolf Nemmer (* 3. Juli 1911 in Miltach; † unbekannt) war ein Politiker der CSU und von 1952 bis 1970 Landrat des Landkreises Kötzting.
Leben
Nach dem Besuch der Realschule in Cham war er Bankangestellter. 1932 trat er in die Reichswehr ein und war Kriegsteilnehmer im Zweiten Weltkrieg. Nemmer war nach dem Krieg Landwirt am elterlichen Hof und Kaufmann. 1948 wurde er Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Miltach.
Im Rahmen der Landrats- und Kreistagswahl 1952 wurde er zum Landrat im Landkreis Kötzting gewählt, wobei der Kandidat der Bayernpartei, Ludwig Volkholz, von der Wahl ausgeschlossen worden war.[1] Bei den anschließenden Wahlen in den Jahren 1956, 1960 und 1964 wurde Nemmer in seinem Amt bestätigt.
Paula Volkholz besiegte 1970 bei den Landratswahlen Rudolf Nemmer. Das war umso bemerkenswerter, weil eigentlich ihr Mann Ludwig Volkholz für den Landratsposten kandidiert hatte, aber aufgrund des „Lex Volkholz“ nicht antreten durfte.[2] Sie wurde am 8. März 1970 mit 8354 Stimmen gegen 7333 Stimmen für Nemmer gewählt und war damit die erste Landrätin Bayerns.[3] Zugleich war sie letzter Landrat des Landkreises Kötzting bis zu dessen Auflösung 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern.
Ehrungen
- Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (21. August 1969)
Einzelnachweise
- ↑ Kötztinger Geschichte(n): Kötzting vor 70 Jahren - die Jahreschronik von 1952. In: Kötztinger Geschichte(n). 13. Mai 2022, abgerufen am 24. Dezember 2025.
- ↑ 1970 gab es Bayerns erste Landrätin. In: Mittelbayerische Zeitung. 16. Februar 2020, abgerufen am 2. September 2025.
- ↑ Heimlicher Sieger. In: Der Spiegel. 15. März 1970, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 2. September 2025]).