Rudolf Mallinger

Rudolf Mallinger (* 1956 in Grieskirchen, Oberösterreich) ist ein österreichischer Mediziner und Hochschullehrer. Er ist seit 2013 Rektor der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL) in Krems an der Donau und war deren Gründungsrektor. Mallinger war zuvor in verschiedenen Leitungsfunktionen an der Medizinischen Universität Wien tätig.

Leben und Laufbahn

Rudolf Mallinger studierte von 1975 bis 1980 Medizin an der Universität Wien und promovierte dort zum Dr. med. univ. im Dezember 1980. In der Folgezeit war er fast zwei Jahrzehnte am Institut für Histologie und Embryologie tätig.[1]

1992 habilitierte er sich für das Fach Histologie und Embryologie an der damaligen Medizin-Fakultät der Universität Wien und 1993 wurde er außerordentlicher Professor. Im Jahr 1999 wurde er Vorsitzender der Studienkommission für die Diplomstudien Human- und Zahnmedizin sowie das Doktoratsstudium Humanmedizin. in dieser Zeit war er federführend an der Implementierung des neuen Medizin-Curriculums und an der Ausgliederung der medizinischen Fakultät aus der Universität Wien zur eigenständigen Medizinischen Universität Wien beteiligt.[2][3]

Von 2003 bis 2011 war Mallinger Vizerektor für Studium und Lehre der medizinischen Universität Wien.[4] Er war u. a. gemeinsam mit Manfred Dierich von der Medizinischen Universität Innsbruck maßgeblich daran beteiligt, dass im Jahr 2006 Zulassungsbeschränkungen für medizinische Fächer eingeführt werden konnten. Ziel war es, die Studienqualität zu sichern – u. a. im Hinblick auf die sogenannten „NC-Flüchtlinge“ aus Deutschland, welche die Ausbildungskapazitäten überlasteten. In Zusammenarbeit mit der Schweiz wurde mit dem Eignungstest für das Medizinstudium ein bewährtes Zulassungskriterium innert kürzester Zeit an den medizinischen Universitäten Innsbruck und Wien übernommen und bis 2012 fortgeführt.[5][6]

Anschließend übernahm er Aufgaben bei der Gründung und Etablierung der Karl Landsteiner Privatuniversität: von Juli 2012 an wirkte er zunächst als Geschäftsführer der Errichtungsgesellschaft, im April 2013 wurde er zum ersten Rektor der Universität bestellt.[7]

Im Februar 2026 wird Mallinger emeritiert, seine designierte Nachfolgerin Andrea Olschewski in den Leitungsfunktionen wurde im Juni 2025 gewählt.[8]

Akademische und administrative Tätigkeiten

Mallinger hat in ein wissenschaftliches Profil in den Bereichen Histologie und Embryologie. In der Lehre an der Medizinischen Universität Wien von 1984 bis 2006 hielt er Vorlesungen, Seminare und Übungen zu diesen Themen ab.[9] In seiner akademischen Laufbahn kombinierte er Forschung, Lehre und administrative Verantwortung.

Mallinger war von 2008 bis 2011 Mitglied des Beirates „Eignungstest“ der Schweizerischen Universitätskonferenz zur Koordinierung des gemeinsamen Testeinsatzes.[10] Zwischen 2013 und 2023 war Mallinger Mitglied des Kultursenats der Niederösterreichischen Landesregierung (NÖ Kultursenat).[11]

Ehrungen

Im Jahr 2012 erhielt Mallinger ein Ehrendoktorat der rumänischen Medizin-Universität in Timisoara für eine seit 2005 bestehende Kooperation, vor allem der Entwicklung eines national wie international abgestimmten Curriculums an der rumänischen Universität.[12]

Ein Ehrendoktorat der rumänischen „Iuliu Hatieganu“ Universität für Medizin und Pharmazie in Cluj-Napoca erhielt er 2013, ebenfalls vor allem für die Entwicklung eines Curriculums und dem Aufbau eines Doktoratsstudiums.[2]

Commons: Rudolf Mallinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rudolf Mallinger Email & Phone Number | Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften President Contact Information. Abgerufen am 12. November 2025 (englisch).
  2. a b Medizinischen Universität Wien: Rudolf Mallinger erhält Ehrendoktorat der Medizin-Universität Cluj-Napoca. Abgerufen am 12. November 2025.
  3. CV deutsch REKTOR RUDOLF MALLINGER. (PDF) In: europaorum.at. Abgerufen am 12. November 2025 (deutsch, englisch).
  4. Landsteiner-Privatuni: Rektor inauguriert. 13. März 2014, abgerufen am 12. November 2025.
  5. R. Mallinger u.a.: EMS Eignungstest für das Medizinstudium in Österreich Medizinische Universität Innsbruck Medizinische Universität Wien 2006. (PDF) In: Bericht auf unifr.ch. 2006, abgerufen am 12. November 2025.
  6. Mallinger, R. u.a.: EMS Eignungstest für das Medizinstudium in Österreich mit einem Bericht über die Pilotstudie 2 zum Self-Assessment „Studienrelevante Persönlichkeitsmerkmale und Interessen“. (PDF) Medizinische Universität Innsbruck und Medizinische Universität Wien, 2011, abgerufen am 12. November 2025.
  7. Rudolf Mallinger ist erster Rektor der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften*. Abgerufen am 12. November 2025.
  8. Univ.-Prof.in DDr.in Andrea Olschewski MSc als KL-Rektorin designiert | Karl Landsteiner Privatuniversität. Abgerufen am 12. November 2025.
  9. ao. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Mallinger. u:find Vorlesungsverzeichnis, abgerufen am 12. November 2025.
  10. K.-D. Hänsgen und B. Spicher: EMS Eignungstest für das Medizinstudium 2008. (PDF) In: Bericht 14 (2008). 2008, abgerufen am 12. November 2025.
  11. NÖ Kultursenat - Land Niederösterreich. In: Berichte 2013 bis 2018 und 2019 bis 2023. Abgerufen am 26. November 2025.
  12. Medizinische Universität Wien: Rudolf Mallinger erhielt Ehrendoktorat der Medizin-Universität Timisoara. Abgerufen am 12. November 2025.