Rudolf Kosiek
Rudolf Kosiek (* 27. April 1902 in Altendorf, Landkreis Grafschaft Bentheim; † 27. April 1991 in Herford) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).
Leben
Rudolf Kosiek war ein Sohn des Lehrers Johann Heinrich Kosiek und besuchte nach seiner Schulausbildung das Lehrerseminar an der Präpandie Herford. Wegen schlechter Berufsaussichten wechselte er in die Kommunalverwaltung, wo er zunächst Beamtenanwärter bei der Kreissparkasse Ballenstedt im Harz wurde. 1922 wechselte er zur Kreisverwaltung Herford und wurde 1930 Kreisobersekretär (Beamter im mittleren Verwaltungsdienst). Seine Karriere wurde beflügelt durch seine politischen Aktivitäten[1]. Von 1921 bis 1926 war er im Jungdeutschen Orden aktiv, trat 1923 der NSDAP bei und gründete den Völkisch-sozialen Block. Nach der Aufhebung des Verbots der NSDAP trat er zum 7. Mai 1925 der neugegründeten Partei bei (Mitgliedsnummer 16.117).[2] Von September 1932 bis zum 8. September 1933 war er NSDAP-Kreisleiter in Herford-Stadt. Wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Plakatkleber der KPD wurde er vom Bielefelder Sondergericht am 23. September 1932 zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten verurteilt. Er bestimmte Ernst Nolting zu seinem Vertreter und wurde wenig später amnestiert. 1933 kandidierte er für den Preußischen Landtag und wurde am 3. Mai des Jahres zum Bürgermeister in Herford ernannt. Dieses Amt übte er bis Ende März 1938 aus und wechselte am 1. April 1938 als Bürgermeister zur Stadt Paderborn. Von 1936 bis 1938 war er Kreishauptamtsleiter im Personalamt der NSDAP Herford und war Kreisamtsleiter für Kommunalpolitik (1938). 1938 stand er in der „Liste des Führers zur Wahl des Großdeutschen Reichstages am 10.4.1938“ auf Platz 1.208[3].
Vom 13. Mai 1942 an musste Kosiek Kriegsdienst leisten und kam in französische Kriegsgefangenschaft. Im Entnazifizierungsverfahren wurde er am 12. September 1949 durch den Hauptausschuss Paderborn in die Kategorie IV (Mitläufer) eingestuft. Gegen diese Einstufung wehrte er sich durch Wiederaufnahmeanträge, die alle abgelehnt wurden.
Kosiek verdiente seinen Lebensunterhalt im Nachkriegsdeutschland zunächst als landwirtschaftlicher Arbeiter und Gartenarbeiter, war dann bis zur Währungsreform Montagearbeiter für eine Bayreuther Firma in Niedersachsen und Westfalen. Im Sommer 1948 wurde er Erntearbeiter und lebte von September 1949 an von einem Ruhegehalt der Stadt Paderborn. Er betätigte sich weiterhin politisch und wurde im Mai 1950 Geschäftsführer des FDP-Kreisverbandes Herford und ab Juli 1950 für den FDP-Bezirksverband Ostwestfalen.
Sein Sohn war der Publizist und NPD-Politiker Rolf Kosiek (1934–2023).
Siehe auch
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 162 (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Neue Westfälische Zeitung vom 31. Januar 2013: Die steile Karriere des Rudolf Kosiek Digitalisat
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/22490106
- ↑ Der Grossdeutsche Reichstag. 1943 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).