Rudolf Kitschelt
Rudolf Kitschelt (* 10. Februar 1839 in Wien[1]; † 18. Juni 1927 ebenda) war Fabriksbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[2]
Leben
Rudolf Kitschelt war Sohn des Eisenmöbelfabrikanten August Kitschelt († 1863). Er besuchte Kunstakademien in Wien, Berlin, Dresden und München, studierte dort Bildhauerei, blieb allerdings ohne Abschluss. Im Jahr 1863 übernahm er nach dem Tod seines Vaters dessen Eisenmöbelfabrik, wurde Gesellschafter und 1864 Alleineigentümer der „Erste Eisenmöbelfabrik und Metallgießerei des August Kitschelts Erben Rudolf Kitschelt“ (seit 1921 Eisenmöbel- und Messingmöbel-Fabrik) in Wien. Ab der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1923 war er dessen Präsident. Von 1897 bis 1927 war er auch Präsident der AG der Emailwerke und Metallwarenfabriken „Austria“. Von 1892 bis 1920 war er auch Vizepräsident der Handels- und Gewerbekammer Wien.
Er starb am 18. Juni 1927 im Alter von 88 Jahren im Sanatorium der Wiener Kaufmannschaft.
Er war evangelisch A.B. und ab 1865 verheiratet mit Emma Kauffmann († 1923), mit der er eine Tochter und zwei Söhne hatte.
Rudolf Kitschelt war von 1884 bis 1902 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (V., VI. und VII. Wahlperiode), als liberaler Abgeordneter der Handels- und Gewerbekammer.
Politische Funktionen
Rudolf Kitschelt war vom 20. Oktober 1899 bis zum 30. Januar 1907 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (IX. und X. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Handels- und Gewerbekammer Wien zuständig. Er war der Nachfolger des Max Mauthner, der ins Herrenhaus berufen wurde.
Klubmitgliedschaften
Rudolf Kitschelt war ab 1899 Mitglied bei der Freien Deutschen Vereinigung und ab 1901 bei der Deutschen Fortschrittspartei.
Literatur
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 96
- Reichsrathswahl der Wiener Handelskammer. In: Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 19. Oktober 1899, S. 4 rechts oben (online bei ANNO).
- Telegramme des Correspondenz-Bureau – Wien – Freie deutsche Vereinigung. In: Grazer Volksblatt, 20. Oktober 1899, S. 4 links (online bei ANNO).
- Kommerzialrat Rudolf Kitschelt †. In: Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe), 19. Juni 1927, S. 6 rechts (online bei ANNO).
- Vizepräsident Kitschelt gestorben. In: Der Tag, 19. Juni 1927, S. 11 rechts unten (online bei ANNO).
- Kitschelt Rudolf In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0016, XVI. Session, S. 225 (online bei ANNO).
- Kitschelt Rudolf In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0017, XVII. Session, S. 1621–1624 (online bei ANNO).
Weblinks
- Kitschelt, Rudolf, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
Einzelnachweise
- ↑ Matricula Online – Wien-Innere Stadt (Lutherische Stadtkirche, Original), Taufbuch, 1838–1840, Seite 167, Eintrag Nr. 23, 2. Zeile
- ↑ Kitschelt, Rudolf, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments, abgerufen am 7. Januar 2026.