Rudolf Jahn (Autor)
Rudolf Jahn (* 4. April 1911 in Asch, Österreich-Ungarn; † 5. Oktober 1989 in Sinzheim) war ein sudetendeutscher Lehrer und Autor. Bekannt wurde er durch seine 1938 erschienene Biografie über den sudetendeutschen Politiker Konrad Henlein.
Leben und Wirken
Er wurde 1911 in Asch in Nordwestböhmen als Sohn des Expedienten Eduard Jahn geboren, studierte Germanistik, Slawistik und Leibesübungen, promovierte 1935 zum Dr. phil. und war danach als Lehrer in der Tschechoslowakei tätig. In den 1930er Jahren engagierte er sich im Umfeld der sudetendeutschen Turn- und Jugendbewegung, die stark völkisch geprägt war und ideologisch in der Nähe der Sudetendeutschen Partei (SdP) unter Konrad Henlein stand.
Jahn zählte offenbar zum engeren Bekanntenkreis Henleins und beteiligte sich an dessen Bemühungen, die sudetendeutsche Bewegung kulturell und ideologisch zu untermauern. Mitte der 1930er Jahre wirkte er an der Publikation Konrad Henlein spricht. Reden zur politischen Volksbewegg der Sudetendeutschen mit, deren erste Auflage von den tschechoslowakischen Behörden beschlagnahmt wurde. Erst die zweite Auflage 1937 kam in den Buchhandel.
1938 veröffentlichte Jahn die Biografie Konrad Henlein. Leben und Werk des Turnführers im Adam-Kraft-Verlag (Karlsbad-Drahowitz/Leipzig). Das Werk stellt Henlein im Geiste der damaligen Zeit als idealisierten „Führer“ der sudetendeutschen Turn- und Volksbewegung dar und diente der propagandistischen Selbstdarstellung der SdP im Vorfeld des Münchner Abkommens.
Über Jahns Leben nach 1938, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, liegen kaum gesicherte Informationen vor. Er ließ sich nach der Vertreibung aus der Tschechoslowakei in Westdeutschland nieder, wo er mehrfach über Leibesübungen publizierte.
Werke (Auswahl)
- Die hussitische Legende in der neueren tschechischen Epik und Dramatik. o. O., [1935].
- (Mitwirkung): Konrad Henlein spricht. Reden zur politischen Volksbewegg der Sudetendeutschen. 2. Aufl. nach der Beschlagnahme, K. Frank, Karlsbad, Leipzig 1937.
- Konrad Henlein. Leben und Werk des Turnführers. 2., erw. Aufl. Adam-Kraft-Verlag, Karlsbad-Drahowitz/Leipzig 1938.[1]
- Konrad Henlein an der Front. K. Frank, Karlsbad, Leipzig [1938].
- (mit Karl Reutzler): Kleines Lexikon der Leibesübungen. Wiesbaden 1951.
- (Hrsg.): Sudetendeutsches Turnertum. 1. Teil. Frankfurt 1958.
Literatur
- Martin Klement: Völkisch nach Rudolf Jahn: Konrad Henlein und die Turnbewegung. In: Brücken. Germanistisches Jahrbuch Tschechien–Slowakei, 2022, S. 77–92.
Weblinks
- Rudolf Jahn in der Deutschen Digitalen Bibliothek