Rudolf Hartung (Komponist)
Rudolf Hartung (* 28. September 1886 in Braunschweig; † 23. Januar 1975 in Bad Harzburg) war ein deutscher Komponist.
Leben
Hartung war ein Sohn des Rechtsanwalts und Notars Ernst Hartung, des Vorsitzenden des Braunschweiger Anwaltsvereins und dessen Frau Auguste Mathilde Clara (geborene Satzinger). Er hatte mehrere Geschwister, die Konzertpianistin Käthe Hartung (1885–1976), Marianne Gertrud Johanna Hartung (1893 – 16. Dezember 1981), verheiratet mit Hugo Weitz, und den Juristen Georg Paul Günther Manfred Hartung (* 29. Juni 1896 – 16. September 1986). Er besuchte im Anschluss an die Bürgerschule ab Michaelis 1896 bis 1905 das humanistische „Herzogliche Neue Gymnasium“ (Wilhelm-Gymnasium). Nach dem Abitur ging er nach München, um Rechtswissenschaften zu studieren. Nach dem Abbruch des Jurastudiums nach nur einem Semester wechselte er zur Münchner Akademie der Tonkunst, um Musik zu studieren. Bereits im Oktober 1906 ging er nach Berlin an die Akademische Hochschule für Musik, wo er sich von Max Bruch und Paul Juon im Komponieren ausbilden zu lassen. Musikwissenschaften hörte er bei Hermann Kretzschmar. Besonders beeinflusst wurde er durch den Unterricht bei Max Friedlaender. Im September 1909 wechselte er kurzzeitig an die Akademie für Musik in Leipzig, wo er bei Hugo Riemann Musiktheorie hörte und von Karl Pembaur am Klavier unterrichtet wurde. Anschließend erhielt er im Herbst 1909 Unterweisungen in Kompositionslehre bei Anton Beer-Walbrunn.[1] Ab 1916 arbeitete er als Korrepetitor, Chorleiter und Kapellmeister am Staatstheater Braunschweig.
Seit Mai 1932 gehörte Hartung der SA an, aus der er wegen seiner Logenzugehörigkeit September 1935 ausgeschlossen wurde. 1939 ging er als Dozent für Komposition und Dirigieren an die neu gegründete „Braunschweigische Staatsmusikschule“, an der er bis 1947 tätig war.
1998 wurde die Rudolf Hartung Stiftung gegründet. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Kunst und Kultur durch die Bewahrung und Verbreitung seines Lebenswerks sowie die Förderung der Bildung und Erziehung durch die Unterstützung der musikalischen Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen.[2]
Werk
Hartung orientierte sich als Komponist an der Spätromantik, nahm aber auch Elemente der Neuen Musik auf. Sein musikalischer Nachlass wird im Braunschweigischen Landesmuseum verwahrt.
Familie
Hartung war mit Margarethe „Grete“ Auguste (geborene Giesel; * 11. Februar 1885 – 1955) verheiratet, einer Tochter des Braunschweiger Physikers Friedrich Oskar Giesel und dessen Frau Martha. Sie brachte aus ihrer ersten Ehe mit dem Chemiker Walter Weimann oder Weihmann († 18. September 1909) zwei Kinder mit in die Ehe: Heinz (* 24. Januar 1907) und Ilse (* 7. August 1908). Mit ihr hatte er einen gemeinsamen Sohn:
- Fritz Hartung (* 18. Oktober 1920)
Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 28. Juni 1958 die 30 Jahre jüngere Elisabeth Kahmann (1906 – 13. Juli 2002), eine ehemalige Schülerin von ihm.
Literatur
- Rainer Boestfleisch: Hartung, Rudolf Wilhelm Albert. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 248–249.
Weblinks
- Werke von und über Rudolf Hartung im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website der Rudolf Hartung Stiftung mit Biographie
Einzelnachweise
- ↑ Biographie – Rudolf Hartung. (rudolf-hartung.de).
- ↑ Rudolf Hartung Stiftung www.buergerstiftungbraunschweig.de ( des vom 14. Dezember 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.