Rotgesicht-Honigfresser

Rotgesicht-Honigfresser

Rotgesicht-Honigfresser (Gymnomyza aubryana)

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Meliphagoidea
Familie: Honigfresser (Meliphagidae)
Gattung: Gymnomyza
Art: Rotgesicht-Honigfresser
Wissenschaftlicher Name
Gymnomyza aubryana
(Verreaux & Des Murs, 1860)

Der Rotgesicht-Honigfresser (Gymnomyza aubryana) ist eine vom Aussterben bedrohte Vogelart aus der Familie der Honigfresser (Meliphagidae), die auf Grande Terre, der Hauptinsel von Neukaledonien vorkommt.

Beschreibung

Die Vögel sind sehr große, krähenartige Honigfresser, die eine Gesamtlänge von 35 bis 42,5 Zentimeter erreichen. Männchen sind mit einem Gewicht von 211 bis 284 Gramm deutlich schwerer als die Weibchen, die ein Gewicht von 150 bis 160 Gramm erreichen. Der kräftige, spitze Schnabel ist leicht gebogen. Das Männchen ist deutlich größer als das Weibchen, bei dem die glänzend schwarze Gefiederfärbung auch weniger ausgeprägt sein soll als beim Männchen. Auffallend ist ein großer gelber bis orangeroter fleischiger Augenring, der am hinteren Rand unterbrochen ist und in gleichfarbige fleischige Lappen hinter den Augen übergeht. Die Flügel sind lang und abgerundet. Der Schwanz ist lang, seine Federn sind abgestuft. Flügel- und Schwanzfedern sind glänzend bräunlich-schwarz. An Kopf, hinterem Hals, Kehle, Brust und Bauch haben die Federn hellgelbliche Schäfte, so dass sich aus der Nähe betrachtet ein fein gestreiftes Aussehen ergibt. Die Iris ist dunkelbraun. Der Oberschnabel und Spitze des Unterschnabels sind schwarz bis grauschwarz gefärbt. Die Basis des Unterschnabels ist gelblich bis orangefarben. Die Beine sind blaugrau oder hellgelb bis gelb-orange. Jungvögel haben gelbe Federbüschel auf den Ohrdecken.[1]

Lebensraum und Lebensweise

Der Rotgesicht-Honigfresser kommt in dichten, feuchten Primärregenwäldern, bei Pouembout auch in Trockenwäldern, in von Myrtenheiden und Melaleuca leucadendra geprägten Savannenwäldern und in den stark bedrohten Hartlaubwäldern, sowie in isolierten Waldinseln innerhalb von Macchie vor. Die Höhenverbreitung liegt zwischen 100 und 850 Meter über dem Meeresspiegel. Wahrscheinlich ist er ein Standvogel. Rotgesicht-Honigfresser ernähren sich von Insekten, Spinnen und Nektar. Ihre Nahrung suchen die Vögel im Blätterdach oder im mittleren Stockwerk der Wälder, oft in blühenden Bäumen. Sie sind scheu und sind meist einzeln oder zu zweit (vermutlich Paare) zu sehen. Die Fortpflanzungsbiologie der Vögel ist bisher kaum untersucht worden. Im September 1982 wurde ein im Bau befindliches Nest bemerkt. Es befand sich etwa 20 Meter über dem Boden, war becherförmig und dickwandig und wurde offenbar von mehreren dünnen Ästen gestützt. Ein brütender Vogel wurde in einem anderen Nest Mitte Oktober beobachtet. Außerhalb der Brutzeit sind Rotgesicht-Honigfresser still. Während der Brutzeit beginnen sie ihren Gesang morgens, etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang. Der Gesang ist laut und klingt melodisch. Außerdem geben Rotgesicht-Honigfresser krähenartige Rufe und im Flug ein raues Quaken von sich.[1]

Systematik

Der Rotgesicht-Honigfresser wurde 1860 durch die französischen Ornithologen Jules Verreaux und Marc Athanase Parfait Œillet Des Murs erstmals wissenschaftlich beschrieben.[2] Die Gattung Gymnomyza wurde 1914 durch den deutschen Ornithologen Anton Reichenow eingeführt. Sie umfasst vier Arten, die auf Neukaledonien, den Fidschiinselnn und Samoa vorkommen.[1]

Gefährdung

Die IUCN gibt an, dass der Bestand des Rotgesicht-Honigfressers vom Aussterben bedroht ist und schätzte 2018, dass es nur noch 50 bis 250 geschlechtsreife, ausgewachsene Exemplare gibt. Die Art kommt nur noch in wenigen, eng begrenzten Gebieten auf Neukaledonien vor.[3]

Einzelnachweise

  1. a b c Higgins, P. J., L. Christidis, H. Ford und C. J. Sharpe (2020). Crow Honeyeater (Gymnomyza aubryana), Version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Hrsg.). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi: 10.2173/bow.crohon1.01
  2. Louis Pierre Vieillot und Marc Athanase Parfait Œillet Des Murs: Oiseaux de la Nouvelle-Calédonie; espèces nouvelles décrites par MM. Jules Verreaux et O. Des Murs. In: Revue et magasin de zoologie pure et appliquée. Band 12, 1860, S. 280 (biodiversitylibrary.org).
  3. Gymnomyza aubryana in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2018. Eingestellt von: BirdLife International, 2018. Abgerufen am 05. Dezember 2025.