Rotes Schloss (Lindow (Mark))
Das Rote Schloss ist ein Wohn- und Geschäftshaus in der Straße des Friedens 24 in Lindow (Mark). Das Haus steht unter Denkmalschutz.[1]
Das Gebäude prägt wesentlich das Lindower Stadtbild ist einherausragendes Beispiel eines Wohn- und Geschäftshauses des späten 19. Jahrhunderts und Zeugnis einer Wohnkultur und eines Repräsentationsanspruches einer bürgerlichen Bevölkerung in der Stadt. Es legt Zeugnis ab für das Wirken von Maurermeister Th. Drescher, der das Baugeschehen in Lindow Ende des 19. Jahrhunderts prägte.[1]
Der Vorgängerbau, ein zweigeschossiger Fachwerkbau, war 1878 abgebrannt. Auf der Grundlage von Neubauentwürfen von Th. Drescher wurde der Bau von 1880 bis 1882 ausgeführt, 1985 und 1996/97 restauriert. Das Haus überragt als dreigeschossiger Massivbau mit repräsentativer Hauptfassade die umstehenden Häuser. Wegen seiner roten Fassade wird das Haus im Volksmund „Rotes Schloss“ genannt.
Die palastartig gestaltete Hauptfassade ist mit reichem spätklassizistischem Dekor geschmückt. Die Wandflächen sind mit rötlichen Klinkern verkleidet. Seitlich befinden sich jeweils zweigeschossige Standerker mit Pilaster- und Säulenschmuck. Im Erdgeschoss waren ursprünglich zwei rundbogige Durchfahrten vorhanden. Links davon befindet sich ein Geschäft. Um 1900 wurde die rechte Durchfahrt zu Gunsten eines Ladengeschäfts geschlossen. Das erste Obergeschoss ist als Beletage mit aufwendigen Fenstereinfassungen gestaltet. Den oberen Abschluss bildet ein Kranzgesims. DIE durchfahrt im Erdgeschoss ist mit Lisenen und Rundbogengliederung an den Wänden versehen.
Hinten, nach links eingerückt, befindet sich eine mehrläufige Treppe mit Traljengeländer. In den Geschossen, einschließlich der Seitenflügel, sind mehrere Mietwohnungen. Im gesamten Haus sind bauzeitliche Ausstattungsdetails vorhanden (Tore, Türen, Dielungen, Deckenstuck). Das gesamte Haus ist unterkellet. Der Hof ist eingefasst von zwei dreigeschossigen massiven Seitenflügeln, die jeweils mit separatem Treppenhauslift erschlossen sind. Die Seitenflügel und die Hofseite des Vorderhauses sind mit gelblichen Klinkerfassaden verkleidet. 1996/97 wurden die Seitenflügel umgebaut. Hinter dem Haus befindet sich ein neu gestalteter Wohngarten mit kleinem Pavillon. An der Promenade ist eine Einfahrt mit schmiedeeisernem Einfahrtstor.
Weblinks
- Rotes Schloss in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg
Einzelnachweise
- ↑ a b Ulrike Schwarz und Matthias Metzler: Denkmale in Brandenburg, Landkreis Ostprignitz-Ruppin. In: Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. 1. Auflage. Band 13.2. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms am Rhein 2003, ISBN 3-88462-191-2, S. 87 f.
Koordinaten: 52° 58′ 16,4″ N, 12° 59′ 18″ O