Rotem Sorek
Rotem Sorek (hebräisch רותם שורק; * 16. März 1975 in Tel Aviv[1]) ist ein israelischer Genetiker und Molekularbiologe am Weizmann-Institut für Wissenschaften.
Leben und Wirken
Rotem Sorek erwarb 2000 einen Bachelor in Lebenswissenschaften, 2002 einen Master in Genetik und 2007 einen Ph.D. in Humangenetik, jeweils an der Universität Tel Aviv. Von 2000 bis 2005 arbeitete er in der genomischen Grundlagenforschung für das israelische Unternehmen Compugen Ltd., von 2006 bis 2008 am Lawrence Berkeley National Laboratory in den USA, zum Teil als Postdoktorand. Seit 2008 ist er am Weizmann-Institut für Wissenschaften, zunächst als Forschungsgruppenleiter, seit 2014 als Associate Professor, seit 2018 auf einer ordentlichen Professur. 2023 kam er mit dem Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis auf eine Gastprofessur an die Ludwig-Maximilians-Universität München.
Soreks wissenschaftlichen Beiträge führten zu einem tieferen Verständnis des „Immunsystems“ von Bakterien. Durch die Verbindung von computergestützter Genomik mit Methoden der Mikrobiologie, Genetik und Biochemie untersucht er, wie Phagen Bakterien angreifen und wie diese sich dagegen verteidigen. Insbesondere hat er zahlreiche Immunitätsmechanismen entdeckt, die Bakterien einsetzen, um sich gegen Bakteriophagen zu schützen. Inzwischen sind mehr als 200 solche System bekannt.[2] Soreks Arbeiten legten unerwartete evolutionäre Verbindungen zwischen bakterieller und eukaryotischer Immunität offen und zeigten, dass zentrale Komponenten des menschlichen angeborenen Immunantwort ihren Ursprung in bakteriellen Verteidigungssystemen haben. Darüber hinaus konnte Soreks Labor erstmals nachweisen, dass Viren untereinander kommunizieren können: Phagen nutzen kleine Signalmoleküle, um ihre Infektionsdynamik zu koordinieren.[3][4]
Sorek hat laut Google Scholar einen h-Index von 83,[5] laut Datenbank Scopus einen von 74[6] (jeweils Stand November 2025). Er gehört zu den Herausgebern von Cell, Genome Biology and Evolution und BioEssays.
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2018 Mitglied der European Molecular Biology Organization[7]
- 2022 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina[8]
- 2023 Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis[3]
- 2023 HFSP Nakasone Award[9]
- 2024 Rothschild-Preis[10]
- 2025 Robert-Koch-Preis
- 2025 Selman A. Waksman Award in Microbiology[4]
- 2025 Gruber-Preis für Genetik[2]
- 2025 Mitglied der National Academy of Sciences[11]
Weblinks
- Prof. Rotem Sorek und The Sorek Lab beim Weizmann-Institut für Wissenschaften (weizmann.ac.il)
- Curriculum Vitae Professor Dr Rotem Sorek, Ph.D. bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (leopoldina.org)
Einzelnachweise
- ↑ Prof. Rotem Sorek | International Board 2018. In: weizmann.ac.il. Weizmann-Institut für Wissenschaften, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ a b 2025 Gruber Genetics Prize. In: gruber.yale.edu. Gruber Foundation, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Auszeichnung für die Erforschung des bakteriellen Immunsystems. In: mpg.de. Max-Planck-Gesellschaft, 12. September 2023, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ a b Selman A. Waksman Award in Microbiology. In: nasonline.org. National Academy of Sciences, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ Rotem Sorek. In: scholar.google.de. Google Scholar, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ Sorek, Rotem. In: scopus.com. Scopus, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ Rotem Sorek. In: embo.org. European Molecular Biology Organization, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ Mitglieder: Rotem Sorek. In: leopoldina.org. Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 16. November 2025.
- ↑ 2023 - Rotem Sorek. In: hfsp.org. Human Frontier Science Program, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ The Rothschild Prize. In: yadhanadiv.org. Yad Hanadiv, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
- ↑ Rotem Sorek. In: nasonline.org. National Academy of Sciences, abgerufen am 16. November 2025 (englisch).