Rosa Markmann
Rosa Markmann Reijer (* 30. Juli 1907 in Taltal; † 12. Juni 2009 in Santiago de Chile) war von 1946 bis 1952 als Ehefrau des Präsidenten Gabriel González Videla die Primera Dama von Chile.
Leben
Rosa Markmann wurde in Taltal im Norden Chiles als Tochter von Ladislao Markmann Villagrán, einem leitenden Angestellten der Banco de Chile deutschstämmiger Herkunft, und Ana Reijer Silva niederländischer Abstammung geboren. Ihr Großvater väterlicherseits, Wilhelm Markmann, war ein Arzt aus Hamburg, der nach Chile auswanderte und an der Gründung des Krankenhauses von San Fernando beteiligt war.[1] Seit ihrer Kindheit war sie unter ihrem Spitznamen „Miti“ bekannt.[2]
Geboren in einer evangelisch-lutherischen Familie und der väterlichen Familientradition folgend, wurde ihr während des Ersten Weltkriegs aufgrund ihrer deutschstämmigen Herkunft der Zugang zur Britischen Schule in Antofagasta verwehrt, sodass sie Privatunterricht im Elternhaus erhielt. Auch der Zugang zu katholischen Schulen war ihnen verwehrt. Da jedoch eine formale Schulbildung gefordert wurde, wurden sie gemeinsam mit ihrer Schwester am Liceo de Hombres de Taltal (Jungengymnasium) eingeschrieben und waren ausnahmsweise die einzigen zugelassenen Schülerinnen.[2]
1926 heiratete sie Gabriel González Videla und konvertierte zum römischen Katholizismus, der Religion ihres Mannes.[2] Zu dieser Zeit war ihr Mann ein junger Anwalt, der in La Serena praktizierte.
Nach der Amtsübernahme ihres Mannes als Präsident von Chile engagierte sich Rosa Markmann für die Rechte der Frauen und das Frauenwahlrecht. Im Jahr 1949 versammelte sie eine Gruppe von Frauen, um vor dem Nationalkongress Chiles aufzutreten und Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Noch im selben Jahr wurde das Gesetz zum Frauenwahlrecht verabschiedet, womit sie eines ihrer zentralen Ziele erreichte.[3] Sie war außerdem die erste First Lady in der Geschichte Chiles, die ein eigenes Büro im Präsidentenpalast La Moneda einrichtete, um sich über ihre zeremonielle Rolle hinaus aktiv sozial zu engagieren.[4] Im Gesundheitsbereich leitete sie eine internationale Kampagne zur Bekämpfung der Tuberkulose in Chile und organisierte Medikamentenspenden, die zur Bekämpfung der Krankheit beitrugen.[5]
Sie gehörte zu den ersten Frauen, die die Antarktis erreichten, als sie 1948 ihren Mann in seiner Funktion als Präsident Chiles auf einem Besuch des Kontinents begleitete, und war damit die erste First Lady weltweit, die die Antarktis besuchte. González Videla war zudem der erste amtierende Staatschef der Welt, der den Kontinent betrat.[6]
Rosa Markmann starb am 12. Juni 2009 in Santiago im Alter von 101 Jahren in ihrem Privathaus in der Kommune Las Condes.[7]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Hopsital San Fernando: Ayúdanos a mantener el legado y la historia de nuestro Hospital. In: www.hospitalsanfernando.cl. Abgerufen am 27. September 2025 (spanisch).
- ↑ a b c Dokumentationszentrum für chilenisches Kulturerbe: Rosa Markmann Reijier de González Videla. Ministerium für Kultur, Kunst und Kulturerbe von Chile, abgerufen am 27. September 2025 (spanisch).
- ↑ Javier Valladares: Rosa Markmann, la primera dama que jugó rol clave en voto femenino. In: Radio Concierto Chile. 31. Mai 2019, abgerufen am 27. September 2025 (spanisch).
- ↑ Mujeres en política: los derechos con corsé, el voto femenino y su participación en cargos de poder. In: Senat von Chile. 27. März 2020, abgerufen am 27. September 2025 (spanisch).
- ↑ María Cecilia Moran Tello: Gestiones de la Primera Dama Rosa Markmann en torno a la “droga milagrosa”. Soluciones al flagelo de la tuberculosis al margen de la política pública institucional en el Chile de principios de los años cincuenta. In: Tiempo Histórico. Nr. 24, 30. Juni 2022, ISSN 0719-5699, S. 15–41, doi:10.25074/th.v0i24.2004 (academia.cl [abgerufen am 27. September 2025]).
- ↑ Carlos Saldivia Rojas: El itinerario del primer presidente en territorio antártico. In: Revista de Marina. Chilenische Marine, 29. April 2025, abgerufen am 27. September 2025 (spanisch).
- ↑ A los 101 años falleció viuda de ex Presidente González Videla. In: La Tercera. 13. Juni 2009, abgerufen am 27. September 2025 (spanisch).