Romuald Wiesław Gutt


Romuald Wiesław Gutt (* 28. August 1921 in Biłgoraj; † 8. August 1988 in Szczecin) war ein polnischer Medizinhistoriker.

Leben

Romuald Wiesław Gutt, Sohn des Mathematiklehrers Wacław Gutt und seiner Ehefrau Maria (geb. Mastalerz), besuchte das Gymnasium in Królewska Huta und legte das Abitur 1939 in Bielsko ab. Er erhielt die Zulassung zum Medizinstudium an der Schule für Sanitätsunteroffiziere des Sanitätsausbildungszentrums (Centrum Wyszkolenia Sanitarnego) in Warschau, konnte das Studium jedoch nicht aufnehmen, da er zum Verteidigungskrieg von 1939 eingezogen wurde. Ab Sommer 1944 diente Gutt im Sanitätsdienst einer Artillerieeinheit in Włodawa und Toruń. Infolge einer schweren Verwundung wurde er am 30. Juli 1945 als Kriegsinvalide aus dem Militärdienst entlassen. Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges, ab Herbst 1945, konnte er Medizin an der Universität Warschau sowie an der Jagiellonen-Universität in Krakau studieren; währenddessen war er journalistisch tätig. Später arbeitete Gutt als Internist und Hämatologe in zahlreichen Krankenhäusern und Laboratorien in Wrocław und Schlesien, darunter in Bielsko-Biała.[1] Gutt habilitierte und war schließlich Leiter der Einrichtungen für Medizingeschichte an den medizinischen Akademien in Wrocław und Szczecin. In den Jahren 1981 bis 1988 war er Chefredakteur der Fachzeitschrift Archiwum Historii i Filozofii Medycyny (Archiv für Geschichte und Philosophie der Medizin).[2]

Gutt verfasste mehrere Bücher; zu seinen wichtigsten Werken zählen Dzieje nauki o krwi (Geschichte der Blutforschung), Historia patologii w XIX wieku (Geschichte der Pathologie im 19. Jahrhundert) und Propedeutyka Lekarska (Medizinische Propädeutik).[2]

Veröffentlichungen

  • Einige Bemerkungen über Fortschritt und Medizin, Lüdin, Liestal, 1964
  • Medizingeschichtliche Abrechnungen, Lüdin, Liestal, 1965
  • Die ärztliche Bildung und die Bedeutung der paramedizinischen Lektüre, Lüdin, Liestal, 1966
  • Krótki zarys dziejów nauki o krwi, Państwowy Zakład Wydawnictw Lekarskich, Warszawa, 1970
  • Dzieje nauki o krwi, Państwowy Zakład Wydawnictw Lekarskich, Warszawa, 1975
  • O zdrowych i chorych, Wydaw. Literackie, Kraków, 1977

Literatur

  • Tadeusz Marcinkowski. Romuald Wiesław Gutt (1921–1988) w świetle swoich „Wspomnień i refleksji“. Bios, 1992. 16 Seiten.

Einzelnachweise

  1. GUTT, R W. Państwowy zakład wydawnictw lekarskich. 1985. ISBN 978-83-200-1003-9
  2. a b Andrzej Kierzek: Profesor doktor habilitowany nauk medycznych Romuald Wiesław Gutt (1921–1988) w źródłach archiwalnych i wspomnieniach. In: Archiwum Historii i Filozofii Medycyny. Band 87, 2024, S. 45–67, doi:10.12797/AHiFM.87.2024.87.05.