Romería (Film)
| Film | |
| Titel | Romería – Das Tagebuch meiner Mutter |
|---|---|
| Originaltitel | Romería |
| Produktionsland | Spanien, Deutschland |
| Originalsprache | Spanisch, Katalanisch, Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 115 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Carla Simón |
| Drehbuch | Carla Simón |
| Produktion | María Zamora |
| Musik | Ernest Pipó |
| Kamera | Hélène Louvart |
| Schnitt | Sergio Jiménez, Ana Pfaff |
| Besetzung | |
| |
Romería – Das Tagebuch meiner Mutter[1] (Originaltitel Romería, span. für „Pilgerfahrt“) ist ein Filmdrama von Carla Simón. Es handelt sich um den letzten Film einer Trilogie, die von der großen Familiengeschichte der katalanischen Regisseurin inspiriert ist und mit Fridas Sommer und Alcarràs – Die letzte Ernte begann. Er ist eine Mischung aus Thriller, Autofiktion und fiktiver Archivarbeit. Im Film spielt die Newcomerin Llúcia Garcia eine junge Frau, die versucht, eine Geschichte über ihren Vater und die Liebesgeschichte ihrer Mutter zu rekonstruieren. Romería feierte im Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere und kam am 5. September 2025 in die spanischen Kinos. Der Kinostart in Deutschland ist für den 2. April 2026 geplant.[1]
Handlung
Im Sommer 2004. Die 18-jährige Cineastin Marina hat gerade die Highschool abgeschlossen und bereitet sich auf ihr Filmstudium in Barcelona vor. Als sie quer durchs Land nach Vigo reist und versucht, mit der Familie ihres verstorbenen Vaters in Kontakt zu treten, um von ihnen eine Unterschrift für ein Stipendium einzuholen, die eine Verwandtschaft anerkennt, und mehr über ihre Eltern und deren Liebesgeschichte herauszufinden, wird sie von ihrem Onkel Lois und einer Schar von Cousins zu einem entspannten Tag bei den malerischen Cíes-Inseln eingeladen. Als sie zu ihren Großeltern gebracht wird, stößt der Teenager jedoch auf Widerstand. Sie versuchen die Erinnerungen an den Drogensüchtigen, der an AIDS starb, so gut wie möglich zu verdrängen. Die Scham ist einfach zu groß.
Was sie in der Hafenstadt erlebt und erfährt, hält Marina mit ihrer Digitalkamera in einem Videotagebuch fest.[2][3][4]
Produktion
Filmstab, Idee und Filmtitel
Regie führte Carla Simón, die auch das autobiografische Drehbuch schrieb.[5] Es handelt sich um den letzten Film einer Trilogie, die von der großen Familiengeschichte der katalanischen Regisseurin inspiriert ist und mit Fridas Sommer und Alcarràs – Die letzte Ernte begann.[6] Die Idee für Romería entstand aus einigen Briefen, die Carla Simóns Mutter von vielen Orten aus geschrieben hatte, viele davon aus Vigo, wo sie mit Simóns drogenabhängigen Vater lebte. Beide starben im Sommer 1993 an AIDS.[6] Aus den Briefen schrieb sie das halb-fiktive Tagebuch von Marinas Mutter, das sie aus dem Off verliest.[7][8]
Den Tod ihrer Eltern verarbeite Simón bereits im ersten Teil der Trilogie, in dem sie ihre Gefühlswelt als damals Sechsjährige filmisch rekonstruierte.[9] Romería knüpft somit an die Prämisse des ersten Films an.[10] Sowohl für Fridas Sommer als auch für Alcarràs – Die letzte Ernte wurde die Regisseurin mit dem Goya ausgezeichnet. Filmeditorin Ana Pfaff, die gemeinsam mit Sergio Jiménez den Filmschnitt übernahm, war bereits für letzteren Film tätig.
Der spanische Begriff Romería bezeichnet auf der Iberischen Halbinsel eine religiöse Prozession oder eine Pilgerfahrt, die bei einem heiligen Ort, einer Wallfahrtskapelle oder einer Ermita endet beziehungsweise stattfindet.
Besetzung, Dreharbeiten und Filmförderung
Die Newcomerin Llùcia Garcia spielt die Protagonistin Marina, Simóns Alter Ego. Die 2006 in Barcelona geborene Garcia spielt auch Marinas Mutter als junge Frau.[11][7] Tristán Ulloa, bekannt aus Serien wie Berlín und Der Fall Asunta, spielt ihren Onkel Lois und Marina Troncoso und José Ángel Egido ihre Großmutter und ihren Großvater. Der 2003 in Madrid geborene Mitch Robles spielt ihren ältesten Cousin Nuno und zudem Marinas Vater.[4][7] Er ist der Sohn der Journalistin Marta Robles, ist Musiker und spielt und singt in den drei Bands Boston Babies, Escarlata und Análisis.[11] Eine weitere Rolle wurde mit Janet Novás besetzt, die in Jaione Cambordas Film O Corno in der Hauptrolle zu sehen war.[6] Weiter auf der Besetzungsliste finden sich Celine Tyll, Miryam Gallego, Sara Casasnovas und José Ángel Egid.[2] Das Casting übernahm María Rodrigo.
Die Dreharbeiten für Romería wurden Anfang August 2024 begonnen[2][5] und fanden in Vigo in der spanischen Provinz Pontevedra in der autonomen Region Galicien statt.[6] Aus dem auch als „Olivenstadt“ bezeichneten Vigo stammte der Vater der katalanischen Regisseurin.[12] Als Kamerafrau fungierte die Französin Hélène Louvart, die in der Vergangenheit mit Filmemacherinnen wie Eliza Hitman, Lynne Ramsay und Alice Rohrwacher zusammenarbeitete.[6]
Romería erhielt von der Filmförderungsanstalt eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 200.000 Euro.[13]
Filmmusik und Veröffentlichung
Auch mit Filmkomponist Ernest Pipó arbeitete Simón bereits für Alcarràs zusammen. Der 80er-Jahre-Hit Bailaré sobre tu tumba, der im Film während eines Fests gespielt wird, stammt von der galicischen Punkrock-Band Siniestro total, die wie Simóns Mutter aus Vigo stammt.[7]
Die Premiere des Films war am 21. Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er im Wettbewerb um die Goldene Palme konkurrierte.[14] Hier stellte mk2 Films Romería auch beim Marché du film vor.[15] Im Juli 2025 wird er bei Nowe Horyzonty gezeigt und im August 2025 beim Melbourne International Film Festival.[16][17] Am 5. September 2025 kam er in die spanischen Kinos. Ebenfalls im September 2025 wurde er bei der Filmkunstmesse Leipzig und beim Filmfest Hamburg gezeigt.[18][19] Anfang Oktober 2025 erfolgten Vorstellungen beim New York Film Festival und hiernach beim AFI Fest und beim Vancouver International Film Festival.[20][21][22] Am 12. März 2026 soll der Film in die deutschen Kinos kommen.[23]
Rezeption
Kritiken
Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 88 Prozent positiv.[24]
Susanne Gietl schreibt in ihrer Kritik für Filmstarts, die einfache Struktur verleihe Romería eine meditative Melancholie. Wer sich darauf einlässt, werde mit einer poetischen Erinnerungsreise belohnt. Ganz nebenbei untersuche Carla Simón die Frage, wie man sich wohl jemanden vorstellen könnte, den man noch nie gesehen hat. Besonders schön seien die Szenen, in denen Marina und ihre Eltern zeitversetzt ähnliches erleben, so wenn die Kamera von Hélène Louvart mit Marina ins Meer springt, in das wenig später auch ihre Mutter und ihr Vater eintauchen. Simón habe einen versöhnlichen Weg gefunden, damit umzugehen, dass die Geister wie Erinnerungen sind, die wieder zurückkommen, wenn man sie nicht aufarbeitet, und so sei Romería eine meditativ-poetische Erfahrung über Erinnerung und das Gedenken derer geworden, die nicht mehr sind.[7]
Auszeichnungen
Romería gelangte in die Vorauswahl zum Europäischen Filmpreis 2026.[25] Weitere Nominierungen im Überblick:
Internationale Filmfestspiele von Cannes 2025
- Nominierung für die Goldene Palme (Carla Simón)
Sydney Film Festival 2025
- Nominierung im Offiziellen Wettbewerb[26]
Weblinks
- Romería bei IMDb
- Romería bei crew united
- Romería / Romeria im Programm der Internationalen Filmfestspiele von Cannes (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b Romería - Das Tagebuch meiner Mutter. In: filmstarts.de. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
- ↑ a b c Johann Kaminski: Bären-Gewinnerin Carla Simón dreht „Romería“. In: Blickpunkt:Film, 21. August 2024.
- ↑ Romería / Romeria. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ a b Guy Lodge: 'Romería' Review: A Budding Filmmaker Pursues Her Parents’ Obscured Past in Carla Simón’s Lovely, Pensive Coastal Voyage. In: Variety, 21. Mai 2025.
- ↑ a b Alfonso Rivera: Carla Simón is shooting her third film, 'Romería'. In: cineuropa.org, 20. August 2024.
- ↑ a b c d e Javier Zurro: Carla Simón cierra con 'Romería' la trilogía sobre su familia: “Hablar de los 80 y el sida también es memoria histórica”. In: eldiario.es, 9. September 2024. (Spanisch)
- ↑ a b c d e Susanne Gietl: Romería. In: filmstarts.de. Abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ Dunja Bialas: Bärengewinnerin erzählt in „Romería“ vom Spanien der 80er. In: Blickpunkt:Film, 22. Mai 2025.
- ↑ Geri Krebs: «Summer 1993» – zurückkehren auf die Sonnenseite des Lebens. In: Neue Zürcher Zeitung, 25. Juli 2018.
- ↑ David Katz: Twenty European films we’re anticipating in 2025. In: cineuropa.org, 9. Januar 2025.
- ↑ a b Irene Crespo: Llúcia Garcia y Mitch, los protagonistas de la nueva película de Carla Simón: el retrato de una generación olvidada y marcada por el sida y la heroína. In: El País, 24. August 2025. (Spanisch)
- ↑ Carla Simón se viene de 'Romería' a Vigo: inicia el rodaje de su nueva película. In: farodevigo.es, 2. August 2024. (Spanisch)
- ↑ https://www.ffa.de/foerderentscheidungen-uebersicht.html?file=files/ffa/foerderentscheidungen%20%28bearbeitet%20HS%29/minoritaere-koproduktionen/Minorit%C3%A4re%20Koproduktionen%202024.pdf&cid=15783
- ↑ Horaires Des Projections / Screenings Guide Festival du Cannes 2025. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 8. Mai 2025. (PDF; 399 KB)
- ↑ Fabien Lemercier: mk2 Films reigns over Cannes. In: cineuropa.org, 12. Mai 2025.
- ↑ Romería. In: nowehoryzonty.pl. Abgerufen am 13. Juli 2025. (Polnisch)
- ↑ Romería. In: miff.com. Abgerufen am 10. Juli 2025.
- ↑ 25. Filmkunstmesse Leipzig 2025 – Die Filme. In: mcusercontent.com. Abgerufen am 11. August 2025. (PDF; 59,7 KB)
- ↑ Romería. In: filmfesthamburg.de. Abgerufen am 9. September 2025.
- ↑ Romeria. In: filmlinc.org. Abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ Chris Gardner: AFI Fest Sets Lineup With Films by Jim Jarmusch, Paolo Sorrentino, Kaouther Ben Hania and More. In: The Hollywood Reporter, 30. September 2025.
- ↑ Romeria. In: viff.org. Abgerufen am 28. August 2025.
- ↑ https://www.insidekino.com/DStarts/DStartplan.htm
- ↑ Romería. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ Feature Film Selection. In: europeanfilmawards.eu (abgerufen am 14. Oktober 2025).
- ↑ Romería. In: sff.org. Abgerufen am 6. Mai 2025.