Rolf Röpke (Hörfunkmoderator)
Rolf Röpke (eigentlich: Wilfried Fürchtegott Röpke, * 11. März 1941) ist ein deutscher Hörfunkmoderator, der überwiegend bei Radio Luxemburg und dem Westdeutschen Rundfunk wirkte.
Berufliche Laufbahn
Rolf Röpke verbrachte seine Jugend in Hameln. Danach absolvierte er eine journalistische Ausbildung bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und begann seine Hörfunkkarriere 1968 bei Radio Luxemburg, wo er zunächst Sportsendungen moderierte. Er berichtete live von den Olympischen Spielen in Sapporo und München. Beliebtheit erlangte er in den 1970er Jahren insbesondere durch die Sendung Der fröhliche Wecker, in der er durch lustige Sprüche auffiel und von der Kunstfigur Quietschi, einem Plüschaffen, begleitet wurde. Prägend wurde sein Ausspruch: „Wer ist bei allen Frauen Sieger, in jedem Fall der Rundfunktiger.“ Fortan trug er den Spitznamen Rundfunktiger und wurde zu allen Tages- und Nachtzeiten im Programm eingesetzt (Hörergrußlotterie, Luxemburger Funkkantine, Hallo Nachtarbeiter). Mit Helga Guitton moderierte er 1981 die Sendung Das Radiopaar ist da. Eine weitere populäre Nachmittagssendung, die Ende der 1970er Jahre von ihm moderiert wurde, war das Telefonquiz Die blaue Stunde.[1]
Im September 1983 ging Röpke zum Westdeutschen Rundfunk – laut der Zeitschrift Der Spiegel „wegen Unregelmäßigkeiten bei der Ausspielung eines 10.000-Mark-Preises“,[2] kehrte jedoch am 1. Januar 1988 nach Luxemburg zurück und moderierte dort bis Ende 1990 die Morgensendung.[3]
Die von der Presse genannten „Unregelmäßigkeiten“ bestanden darin, dass Röpke angeblich gemeinsam mit einer Bekannten, die in Wuppertal als Schulsekretärin arbeitete, den für die Hörerschaft gedachten Preis eines Gewinnspiels in die eigene Tasche stecken wollte. Der damalige Chefredakteur von Radio Luxemburg, Rainer Popp, soll dem Moderator auf die Schliche gekommen sein, indem er die von Röpke gewählte Telefonnummer überprüfte. Dabei handelte es sich offenbar nicht um eine von der Redaktion nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Rufnummer, sondern um die Bürodurchwahl seiner Bekannten. Als Popp Röpke noch am selben Tag wegen der Unterschlagung von Firmengeldern eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Luxemburg-Stadt androhte, nahm der Moderator das Angebot einer fristlosen Kündigung an und verließ RTL. Juristisch wurde Röpke keines Vergehens schuldig gesprochen. Als RTL-Generaldirektor Gust Graas ihn im Januar 1988 als Moderator der Sendung Guten Morgen Deutschland wieder einstellen wollte, gab Popp, der inzwischen Programmdirektor geworden war, sein Amt auf, und Röpke kehrte zum Luxemburger Sender zurück.
Nach drei weiteren Jahren bei RTL wechselte Röpke 1991 erneut zum WDR und war dort bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2007 tätig. Beliebte Sendungen, die er im WDR-Hörfunk präsentierte, waren das Wunschkonzert Was darf es sein? (1993–2006), dessen Moderation er von Richard Schippers übernahm, Das Samstagskonzert und Schlager Pop und Co. (beides bis August 2004). Gelegentlich arbeitete Röpke auch als Moderator für weitere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten in Deutschland, den Hessischen Rundfunk, den Saarländischen Rundfunk und die Deutsche Welle.
Die letzte Live-Sendung von Was darf es sein? auf WDR4 moderierte Röpke am 24. Dezember 2006. Am 31. Dezember 2006 präsentierte er noch einmal in einer zuvor aufgezeichneten Schlussausgabe die am häufigsten gewünschten Musikstücke der vergangenen Jahre. Nach Röpkes Weggang wurde die Sendung eingestellt und durch das Telefonwunschkonzert À la carte ersetzt.[4]
Röpke ist verheiratet und wohnt in Großlangenfeld bei Prüm in der Eifel.[5]
Einzelnachweise
- ↑ https://www.radiojournal.de/luxi/rtlradio-chronik/1964/1964-2.htm, aufgerufen am 21. August 2023.
- ↑ Aus der Mottenkiste. In: Spiegel Online. 6. März 1988, abgerufen am 27. Januar 2024., aufgerufen am 21. August 2023.
- ↑ https://www.radiojournal.de/luxi/rtlradio-chronik/1988/1988.htm, aufgerufen am 21. August 2023.
- ↑ https://www.addx.org/textarchiv/2017-11-26-28.pdf, aufgerufen am 21. August 2023.
- ↑ https://www.radiojournal.de/luxi/rtlradio-chronik/1964/1964-2.htm, aufgerufen am 21. August 2023.